Umfrageergebnisse zum Einsatz
von Beduftung in öffentlichen Räumen

Dr. Silvia Pleschka, wissenschaftliche Mitarbeiterin des DAAB in Berlin, stellte die Ergebnisse einer bundesweiten Umfrage vor, die im Rahmen des Projektes „Duftstoffe in Innenräumen“ des Deutschen Allergie- und Asthmabundes e.V. (DAAB) durchgeführt wurde. Ziel der Befragung war es, die Verbreitung von Raumbeduftung exemplarisch zu erfassen. Gleichzeitig sollten die Kenntnisse der Anwender über den Einfluss der Raumbeduftung auf die Qualität der Innenraumluft und über möglichen Risken der Duftstoffe abgefragt werden. Des Weiteren wurde die Transparenz des Duftstoffeinsatzes abgefragt.

Angesprochen wurden 420 Betreiber von öffentlich zugänglichen Einrichtungen wie Kinos, Theater, Opernhäuser, Verwaltungen, Flughäfen, Bahnhöfe, Hotels, Banken, Postfilialen, Hochschulen, Kliniken, Seniorenheime und Einzelhandelshäuser in 26 Großstädten.

Die Anwender von Raumbeduftung wurden detailliert danach befragt, in welchen Räumen und mit welchem Ziel die Beduftung eingesetzt wird, wie die Duftstoffe verbreitet, in welchen Konzentrationen und wie oft sie ausgebracht werden. Des Weiteren wurden die Anwender von Raumbeduftung nach ihrer Einschätzung zur Wirkung von Duftstoffen auf die Gesundheit der Besucher, Kunden, Patienten und nach dem Einfluss der Duftstoffe auf die Qualität der Innenraumluft gefragt. Eine weitere Frage war die, ob und wie die Besucher, Kunden, Patienten und Mitarbeiter über den Duftstoffeinsatz informiert werden.

„Mit unserer Befragung wollten wir einen ersten Eindruck bekommen, wie weit die Raumbeduftung bereits verbreitet ist und wie auskunftsfreudig die angeschriebenen Institutionen sind“, berichtete Dr. Pleschka.

Von den angeschriebenen Einrichtungen haben 132 an der Umfrage teilgenommen, das entspricht einer Rücklaufquote von 31,4 Prozent. Die exemplarische Umfrage liefert Hinweise darauf, dass die Raumbeduftung bereits im breiten Umfang in öffentlich zugänglichen Räumen eingesetzt wird. 23 Prozent der Einrichtungen, die an der Umfrage teilgenommen haben, beduften ihre Räume, 102 Einrichtungen verzichten nach eigenen Angaben auf Beduftung (77 Prozent).

Nach Angaben der Anwender wird die Raumbeduftung überwiegend zur Überdeckung von unangenehmen oder störenden Gerüchen eingesetzt. Zum Einsatz kamen dabei überwiegend Raumspray und Duftspender. Nur vereinzelt wird über Klimaanlagen beduftet. Die Hauptanwender der Raumbeduftung sind Kinobetreiber, Hotels und Handelshäuser.

Die Kenntnis der Anwender über die Qualität der bedufteten Raumluft war zum Teil mangelhaft: Mehr als ein Drittel der Anwender gehen davon aus, dass Raumbeduftung die Qualität der Innenraumluft verbessert. Gleichzeitig sind sich viele Anwender der Risiken bewusst, die von dem Duftstoffeinsatz ausgehen können - insbesondere für sensible Personen.

„Als besonders kritisch ist die Informationspraxis zum Duftstoffeinsatz“, so Dr. Pleschka. Mehr als die Hälfte der Anwender informiert gar nicht über den Einsatz von Raumbeduftung oder erst auf Nachfrage. Ein Drittel der Anwender setzen voraus, dass die Besucher und Kunden selbst auf den Einsatz von Raumbeduftung aufmerksam werden, weil diese offensichtlich durchgeführt würden. Zum Schutz der Allergiker, Asthmatiker und besonders empfindlicher Personen forderte die Referentin daher sowohl eine bessere Transparenz des Duftstoffeinsatzes sowie eine angemessene Information der Besucher und Kunden. Auch die Aufklärung der Anwender über Auswirkung der Raumbeduftung auf die Qualität der Innenraumluft ist dringend erforderlich.

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