Angesprochen wurden 420 Betreiber von öffentlich
zugänglichen Einrichtungen wie Kinos, Theater, Opernhäuser,
Verwaltungen, Flughäfen, Bahnhöfe, Hotels, Banken, Postfilialen,
Hochschulen, Kliniken, Seniorenheime und Einzelhandelshäuser in 26
Großstädten. Die Anwender von Raumbeduftung wurden detailliert danach
befragt, in welchen Räumen und mit welchem Ziel die Beduftung eingesetzt
wird, wie die Duftstoffe verbreitet, in welchen Konzentrationen und wie
oft sie ausgebracht werden. Des Weiteren wurden die Anwender von Raumbeduftung
nach ihrer Einschätzung zur Wirkung von Duftstoffen auf die Gesundheit
der Besucher, Kunden, Patienten und nach dem Einfluss der Duftstoffe auf
die Qualität der Innenraumluft gefragt. Eine weitere Frage war die,
ob und wie die Besucher, Kunden, Patienten und Mitarbeiter über den
Duftstoffeinsatz informiert werden. „Mit unserer Befragung wollten wir einen ersten Eindruck
bekommen, wie weit die Raumbeduftung bereits verbreitet ist und wie auskunftsfreudig
die angeschriebenen Institutionen sind“, berichtete Dr. Pleschka.
Von den angeschriebenen Einrichtungen haben 132 an der
Umfrage teilgenommen, das entspricht einer Rücklaufquote von 31,4
Prozent. Die exemplarische Umfrage liefert Hinweise darauf, dass die Raumbeduftung
bereits im breiten Umfang in öffentlich zugänglichen Räumen
eingesetzt wird. 23 Prozent der Einrichtungen, die an der Umfrage teilgenommen
haben, beduften ihre Räume, 102 Einrichtungen verzichten nach eigenen
Angaben auf Beduftung (77 Prozent). Nach Angaben der Anwender wird die Raumbeduftung überwiegend
zur Überdeckung von unangenehmen oder störenden Gerüchen
eingesetzt. Zum Einsatz kamen dabei überwiegend Raumspray und Duftspender.
Nur vereinzelt wird über Klimaanlagen beduftet. Die Hauptanwender
der Raumbeduftung sind Kinobetreiber, Hotels und Handelshäuser. Die Kenntnis der Anwender über die Qualität
der bedufteten Raumluft war zum Teil mangelhaft: Mehr als ein Drittel
der Anwender gehen davon aus, dass Raumbeduftung die Qualität der
Innenraumluft verbessert. Gleichzeitig sind sich viele Anwender der Risiken
bewusst, die von dem Duftstoffeinsatz ausgehen können - insbesondere
für sensible Personen. „Als besonders kritisch ist die Informationspraxis
zum Duftstoffeinsatz“, so Dr. Pleschka. Mehr als die Hälfte
der Anwender informiert gar nicht über den Einsatz von Raumbeduftung
oder erst auf Nachfrage. Ein Drittel der Anwender setzen voraus, dass
die Besucher und Kunden selbst auf den Einsatz von Raumbeduftung aufmerksam
werden, weil diese offensichtlich durchgeführt würden. Zum Schutz
der Allergiker, Asthmatiker und besonders empfindlicher Personen forderte
die Referentin daher sowohl eine bessere Transparenz des Duftstoffeinsatzes
sowie eine angemessene Information der Besucher und Kunden. Auch die Aufklärung
der Anwender über Auswirkung der Raumbeduftung auf die Qualität
der Innenraumluft ist dringend erforderlich.
Dr. Silvia Pleschka, wissenschaftliche Mitarbeiterin des DAAB in Berlin,
stellte die Ergebnisse einer bundesweiten Umfrage vor, die im Rahmen des Projektes
„Duftstoffe in Innenräumen“ des Deutschen Allergie- und Asthmabundes
e.V. (DAAB) durchgeführt wurde. Ziel der Befragung war es, die Verbreitung
von Raumbeduftung exemplarisch zu erfassen. Gleichzeitig sollten die Kenntnisse
der Anwender über den Einfluss der Raumbeduftung auf die Qualität der
Innenraumluft und über möglichen Risken der Duftstoffe abgefragt werden.
Des Weiteren wurde die Transparenz des Duftstoffeinsatzes abgefragt.