„Die untersuchten Beduftungsprodukte für den
Privatgebrauch wurden nach der Bedienungsempfehlung der Hersteller angewendet“,
berichtete der wissenschaftliche Leiter der Untersuchung. Zum Einsatz
kamen dabei marktüblichen Raumsprays, Duftöle, Duftkerzen und
Duftgele. Gemessen wurden die Konzentrationen an leichtflüchtigen
Verbindungen (VOC), Formaldehyd sowie weiteren Aldehyden und Ketonen.
Die meisten Produkte gaben signifikante Mengen an dem Terpen Limonen an
die Raumluft ab, das als potentes Allergen bekannt ist und als (Haut-)reizend
und sensibilisierend gilt. Hohe Innenraumkonzentrationen von Limonen sollten
aus Vorsorge vermieden werden. Sehr auffällig zeigte sich hierbei ein Primavera-Duftöl
„Orange“ vom Spinnrad, das Limonenkonzentrationen von mehr
als 3000 µg/m3 in der Raumluft verursachte. „Diese Limonenmengen
liegen weit über den üblichen Konzentrationen von leichtflüchtigen
Stoffen in Innenräumen“, gibt Dr. Winkens zu bedenken. „Wegen
der hohen Konzentration an Limonen kann dieses Produkt für die Verwendung
in Innenräumen nicht empfohlen werden“, betonte der Experte. Das Produkt „Febreeze“ wies nach Angeben des
Untersuchungsleiters zwar eher geringe Emissionen auf, bedenklich sei
aber, dass Substanzen verschiedenster Stoffgruppen gemessen wurden. Da
es aktuell keine aussagekräftigen Studien darüber gibt, wie
sich ein Mix an Substanzen in der Raumluft auf den Menschen konkret auswirkt,
ist eine gesundheitliche Bewertung kritisch. Bedenklich ist nach Einschätzung von Dr. Winkens auch,
dass der Verbraucher zurzeit nicht erkennen kann, ob die Verwendung eines
bestimmten Raumerfrischers seine Gesundheit gefährdet oder nicht.
Weder die Einkaufsquelle noch die Anwendungsform ist ein Garant für
Gefährdung oder Unbedenklichkeit. Diese Unsicherheit lässt nur
den Schluss zu, Produkte zur Raumbeduftung generell zu meiden. Empfehlenswerter
und wirkungsvoller ist es, die Quelle der Geruchsbelästigung zu entfernen
anstatt sie zu maskieren.
In seinem Vortrag Trügerische Frische durch Raumsprays, Duftspender
& Co Aktuelle Studie zur Raumbeduftung zur Qualität der Raumbeduftungsprodukte
für Privatanwender hat Dr. Andreas Winkens von der GUI mbH aus Mönchengladbach
auf den Einfluss maskierender Substanzen im privaten Umfeld hingewiesen. Häufig
sei dem privaten Nutzer unklar, dass er damit die Innenraumluftqualität im
Regelfall dramatisch verschlechtert, auch wenn der geruchssensorische Eindruck
verbessert wird. Er belastet die Atemluft durch konzentrationsbedingte Giftstoffe
und hochpotente Allergene und lässt die Ursachenforschung für schlechte
Gerüche außer acht. Die Gesellschaft für Umwelt- und Innenraumanalytik
GUI hat im Auftrag des Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) e.V. verschiedene
Raumerfrischer untersucht.