Trügerische Frische
bei Raumbeduftung

In seinem Vortrag Trügerische Frische durch Raumsprays, Duftspender & Co Aktuelle Studie zur Raumbeduftung zur Qualität der Raumbeduftungsprodukte für Privatanwender hat Dr. Andreas Winkens von der GUI mbH aus Mönchengladbach auf den Einfluss maskierender Substanzen im privaten Umfeld hingewiesen. Häufig sei dem privaten Nutzer unklar, dass er damit die Innenraumluftqualität im Regelfall dramatisch verschlechtert, auch wenn der geruchssensorische Eindruck verbessert wird. Er belastet die Atemluft durch konzentrationsbedingte Giftstoffe und hochpotente Allergene und lässt die Ursachenforschung für schlechte Gerüche außer acht. Die Gesellschaft für Umwelt- und Innenraumanalytik GUI hat im Auftrag des Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) e.V. verschiedene Raumerfrischer untersucht.

„Die untersuchten Beduftungsprodukte für den Privatgebrauch wurden nach der Bedienungsempfehlung der Hersteller angewendet“, berichtete der wissenschaftliche Leiter der Untersuchung. Zum Einsatz kamen dabei marktüblichen Raumsprays, Duftöle, Duftkerzen und Duftgele.

Gemessen wurden die Konzentrationen an leichtflüchtigen Verbindungen (VOC), Formaldehyd sowie weiteren Aldehyden und Ketonen. Die meisten Produkte gaben signifikante Mengen an dem Terpen Limonen an die Raumluft ab, das als potentes Allergen bekannt ist und als (Haut-)reizend und sensibilisierend gilt. Hohe Innenraumkonzentrationen von Limonen sollten aus Vorsorge vermieden werden.

Sehr auffällig zeigte sich hierbei ein Primavera-Duftöl „Orange“ vom Spinnrad, das Limonenkonzentrationen von mehr als 3000 µg/m3 in der Raumluft verursachte. „Diese Limonenmengen liegen weit über den üblichen Konzentrationen von leichtflüchtigen Stoffen in Innenräumen“, gibt Dr. Winkens zu bedenken. „Wegen der hohen Konzentration an Limonen kann dieses Produkt für die Verwendung in Innenräumen nicht empfohlen werden“, betonte der Experte.

Das Produkt „Febreeze“ wies nach Angeben des Untersuchungsleiters zwar eher geringe Emissionen auf, bedenklich sei aber, dass Substanzen verschiedenster Stoffgruppen gemessen wurden. Da es aktuell keine aussagekräftigen Studien darüber gibt, wie sich ein Mix an Substanzen in der Raumluft auf den Menschen konkret auswirkt, ist eine gesundheitliche Bewertung kritisch.

Bedenklich ist nach Einschätzung von Dr. Winkens auch, dass der Verbraucher zurzeit nicht erkennen kann, ob die Verwendung eines bestimmten Raumerfrischers seine Gesundheit gefährdet oder nicht. Weder die Einkaufsquelle noch die Anwendungsform ist ein Garant für Gefährdung oder Unbedenklichkeit. Diese Unsicherheit lässt nur den Schluss zu, Produkte zur Raumbeduftung generell zu meiden. Empfehlenswerter und wirkungsvoller ist es, die Quelle der Geruchsbelästigung zu entfernen anstatt sie zu maskieren.

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