Von Wohlgerüchen umzingelt -
kritischer Verbraucherchutz

In seinem Vortrag berichtete Dr. Rolf Buschmann, Verbraucherzentrale NRW, von Entwicklung des Duftmarketings und seiner Wirkungen auf den Konsumenten. Parfüm sei nicht nur ein Thema im Kino. Längst sind die Menschen überall im Alltag von künstlichen Wohlgerüchen umzingelt. Im Reisebüro riecht es nach Karibik. Autohändler dekorieren ihre Cabrios mit der Duftnote Sommerfrische. Stets soll der Einsatz von Gerüchen die Kauflust über die Nase fördern.

Wohlgerüche wecken Gefühle, die der Verstand nicht kontrollieren kann, wissen Designer. Die Folge: Kaum ein Ort bleibt mehr verschont, an dem Menschen nicht zielgenau eingenebelt werden. In Büroräumen sollen die Duftnoten Minze und Citrus die Konzentration von Mitarbeitern steigern. In „Eine Zwangsbeduftung führt zur gesundheitlichen Belastung besonders sensibler Personen“, so Dr. Buschmann. Er forderte daher aus Gründen der Vorsorge und zum Schutz der Gesundheit den Verzicht auf Raumbeduftung und Kennzeichnung der bedufteten Räume. In Krankenhäusern, in Arztpraxen und Tiefgaragen bauen andere Mixturen den Stress ab. Beduftet werden auch Apotheken und Altenheime.

Oftmals geschieht das diskret und niedrig dosiert, an der Grenze der Wahrnehmung. So können gerade nichts ahnende Kunden, Mitarbeiter und Patienten am erfolgreichsten beeinflusst werden. Sie nehmen die Duftattacke nicht bewusst wahr und sollen von ihr auch nichts erfahren.

So nicht, meint dagegen Dr. Rolf Buschmann von der Verbraucherzentrale NRW. Der Umweltexperte fordert "zumindest ein Schild an der Ladentür, einen Hinweis im Laden oder beim Arzt, dass Kunden einen bedufteten Bereich betreten."

Denn Duftmarketing findet längst nicht jeder dufte. Mehr als eine Million Menschen reagieren allein in Deutschland allergisch auf Duftstoffe: mit geröteter Haut und Juckreiz; in extremen Fällen sogar mit Bläschen und nässenden Stellen. Darüber hinaus kann es auch zu Atemwegsproblemen kommen.

„Eine Zwangsbeduftung führt zur gesundheitlichen Belastung besonders sensibler Personen“, so Dr. Buschmann. Er forderte daher aus Gründen der Vorsorge und zum Schutz der Gesundheit den Verzicht auf Raumbeduftung und Kennzeichnung der bedufteten Räume.

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