Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.

Warum Allergien uns alle angehen

Vorab: Die Anzahl der Allergiker steigt, aber die Anzahl der Behandler (Allergologen) und die Versorgung mit Medikamenten sinken.

. . . im Kindesalter

  • Allergien betreffen bereits Kinder und sind die am längsten andauernde chronische Krankheit.
  • Jedes dritte Neugeborene kommt mit einem Allergierisiko auf die Welt.
  • Lebensmittelallergien kommen doppelt so häufig vor wie noch vor 10 Jahren, den größten Anstieg gibt es bei Kindern.
  • Vor allem lebensbedrohende allergische Reaktionen bei Kindern (anaphylaktischer Schock) haben sich im letzten Jahrzehnt um das 7-fache erhöht.
  • Asthma betrifft ca. 10 % der kindlichen und 5 % der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland.
  • Im Kindesalter ist es die häufigste chronische Erkrankung überhaupt. (Nationale Versorgungsleitlinie Asthma, 2010).
  • Ein unbehandelter Heuschnupfen führt bei 40% der Schulkinder zu einer Verschlechterung der Schulleistungen.

. . . im Erwachsenenalter

  • Allergien betreffen von allen chronischen Erkrankungen die meisten Menschen (über 40 % der 20- 40jährigen).
  • 30 Prozent aller Bundesbürger leiden mindestens einmal im Leben an einer allergischen Erkrankung
  • Rund 20 % der deutschen Bevölkerung entwickeln im Lauf ihres Lebens eine Pollenallergie. (Weißbuch Allergie, 2010)
  • Die Wasem-Studie belegt eine Zunahme an Asthma-Patienten von 2007 bis 2010 um zehn Prozent in Deutschland.
  • Nur 10% Allergiker wird sinnvoll behandelt (Wasem-Studie*)
  • Die Zahl der abgerechneten allergologischen Behandlungen (insbesondere die spezifische Immuntherapie) sinkt. Nur noch 7% der Patienten mit Rhinitis und 5% der Patienten mit allergischem Asthma erhielten eine spezifische Immuntherapie. (Wasem-Studie)
    Hier zur Unterschrift
  • Die Anzahl an Patienten, bei denen allergologische Diagnostik und Therapie durchgeführt wurde, hat von 2007-2010 um 13% abgenommen. (Wasem)
  • Die Zahl der Arztpraxen, die allergologische Diagnostik und Therapie in Deutschland durchführen, hat von 2007 bis 2010 um ca. 30% abgenommen. (Wasem)
  • Nur 1,5 Prozent der deutschen Ärzte verfügen über allergologische Fachkenntnisse, denn ihr Erwerb ist im Medizinstudium nicht verbindlich vorgeschrieben.
  • Allergien verursachen in Deutschland jährlich mehr als 1 Million Fehltage.
  • 30.000 Jugendliche brechen wegen einer Allergie ihre Ausbildung ab.
  • Die Forschungsförderung zu Allergien beträgt auf nationaler und internationaler Ebene weniger als ein Hundertstel der Förderung anderer chronischer Volkserkrankungen wie Diabetes, Herzkreislauferkrankungen oder Krebs.
  • Allergien betreffen alle Lebensbereiche und nahezu jeden Bereich der Politik. Obwohl sie tödlich verlaufen können, werden Allergien vielfach bagatellisiert

*WASEM-Studie: Datengrundlage sind 9 Millionen Patienten, wovon (Studienkohorte) 725.000 Patienten allergische Rhinitis und 260.000 Patienten allergisches Asthma hatten.