Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.

Allergeninfos im Praxistest

(Januar 2015) Seit Dezember letzten Jahres haben Kunden das Recht auf eine Allergeninformation bei Anbietern loser Ware wie Restaurant, Hotel, Bäckerei oder Metzgerei, in der Mensa oder Kantine etc. Hat sich seitdem etwas geändert? Machen Sie für uns den Markt-Check.

Die neue EU-Lebensmittel-Informationsverordnung (LMIV) regelt, dass Restaurants Hotels, Bäckereien, Fleischereien, Gemeinschaftsverpflegung etc. verpflichtend über die 14 häufigsten Allergieauslöser informieren müssen, wenn sie als Zutat in Produkten und Gerichten vorkommen, die als so genannte lose Ware angeboten werden. Die Art und Weise, wie dies zu geschehen hat, konnte jeder EU Mitgliedstaat national regeln. Nach dreijähriger Übergangsfrist musste die LMIV am 13. Dezember 2014 umgesetzt sein. Für Deutschland gibt es eine vorläufige Lebensmittelinformations-Ergänzungsverordnung (VorlL-MIEV), die trotz Vorläufigkeit Gesetz ist und rechtlich gilt.

Aber wie sieht es in der Praxis aus?

Wir möchten Ihre Erfahrungen mit der neuen Kennzeichnung sammeln. Bitte teilen Sie uns diese mit, gerne auch mit Namen der Bäckerei, des Restaurants oder des Geschäftes. Finden Sie beispielsweise an der Theke oder im Restaurant eine spezielle Kennzeichnung oder einen Hinweis auf Informationen und wie sehen diese aus? Machen Sie Fotos, sammeln Sie die Antworten der Verkäufer/innen etc. und mailen Sie an uns.

Die Information, ob einer der 14 häufigsten Allergieauslöser in einem Lebensmittel enthalten ist, muss dem Verbraucher zur Verfügung gestellt werden. Zu den Lebensmittel gehören:

  • Glutenhaltige Getreide (namentlich Weizen, Roggen, Gerste, Hafer) sowie daraus hergestellte Erzeugnisse
  • Krebstiere und Krebstiererzeugnisse
  • Eier und Eiererzeugnisse
  • Fisch und Fischerzeugnisse
  • Erdnüsse und Erdnusserzeugnisse
  • Soja und Sojaerzeugnisse
  • Milch und Milcherzeugnisse (einschließlich Laktose)
  • Schalenfrüchte (namentlich Mandel, Haselnuss, Walnuss, Cashewkerne, Pecannuss, Paranuss, Pistazie, Macadamianuss/ Queenslandnuss) sowie daraus hergestellte Erzeugnisse
  • Sellerie und Sellerieerzeugnisse
  • Senf und Senferzeugnisse
  • Sesamsamen und Sesamsamenerzeugnisse
  • Weichtiere (Mollusken, Schnecken, Tintenfische, Muscheln und Austern) und Weichtiererzeugnisse
  • Süßlupinen und Süßlupinenerzeugnisse
  • Schwefeldioxid und Sulfite (bei einer Konzentration von mind. 10 mg/kg oder Liter)

Die Informationsvermittlung kann dabei auf unterschiedlichen Wegen erfolgen:
Als schriftliche Information, die dem Verbraucher vor Kaufabschluss zugänglich sein muss. Dabei muss die Zutat mit dem Begriff „enthält…“ wie folgt gekennzeichnet werden:

  • Auf einem Schild an oder in der Nähe des Lebensmittel.
  • In einer Information auf Speisen- oder Getränkekarten oder im Preisverzeichnis (auch als Fußnote möglich).
  • Auf einem Aushang in der Verkaufsstätte.
  • In sonstiger leicht zugänglicher schriftlicher Information (z.B. Kladde, Prospekt) oder als vom Lebensmittelunternehmer bereitgestellte elektronische Unterrichtung (z.B. PC, Terminal, Ausdruck aus Waagen etc.).

Eine mündliche Information ist ebenfalls, allerdings nur unter folgenden Voraussetzungen, möglich:

  • Die Information erfolgt auf Nachfrage des Verbrauchers unverzüglich.
  • Eine schriftliche Dokumentation der allergenen Zutaten liegt vor (siehe oben).
  • Die schriftliche Aufzeichnung ist der Behörde und dem Verbraucher auf Nachfrage leicht zugänglich.
  • Es gibt einen deutlichen Hinweis auf die entsprechende Informationsmöglichkeit durch z.B. ein Schild im Verkaufsraum, Hinweis in der Speisenkarte/ im Plan.

Übrigens: Glutenhaltige Getreide und Schalenfrüchte müssen namentlich gekennzeichnet werden. Also Weizen, Roggen etc. und nicht Gluten - sowie Haselnuss, Mandel etc. und nicht Nüsse/Schalenfrüchte.

Im ersten Halbjahr 2015 wird die nationale Durchführungsverordnung (Anpassungsverordnung) verabschiedet und notifiziert. Dann können auch entsprechende Strafen verhängt werden, wenn die Kennzeichnung nicht oder fehlerhaft umgesetzt wird.
Bis dahin sammeln wir Ihre Erfahrungen.
Wir freuen uns über Ihre Rückmeldungen. Was machen Sie aktuell für Erfahrungen. Bitte teilen Sie uns diese so genau wie möglich, gerne auch mit Namen der Bäckerei oder des Restaurants etc. mit.