Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.

Atemnot durch eisige Kälte

(Februar 2012) Die eisige Luft aus Sibirien hat uns fest im Griff. Bei Tagestemperaturen unter Null Grad bedeutet dies für viele Menschen neben der Kälte ein zusätzliches gesundheitliches Problem. Besonders betroffen sind davon Asthmatiker und Kälte-Urtikaria affine Menschen.

Frostschutz für die Haut

Bei den aktuell frostigen Temperaturen braucht unsere Haut einen besonderen Schutz. Auch Menschen mit „normaler“ Haut brauchen jetzt ihre Extraportion Schutz, da Kälte - vor allem in Kombination mit Wind - die Haut angreift.

Kälte beeinflusst die Verteilung von Fett und Feuchtigkeit auf der Haut. Bei niedrigen Temperaturen (bereits ab 8°C) verschlechtert sich die Durchblutung der Haut und die Talgdrüsen drosseln ihre Sekretion. Das führt zu Störungen des schützenden Hydrolipidfilms und die Folge ist Feuchtigkeitsverlust. Eine fettreiche Creme und Schutz für die Lippen und Hände sind jetzt nahezu Pflicht.

Der Deutsche Allergie- und Asthmabund e.V. hat viele Produkte testen lassen, die frei von allergenen Duft-, Konservierungs- und Farbstoffen sind. Nach bestandenem Test erhalten sie das DAAB-Logo, damit Allergikern eine Orientierung beim Kauf besitzen. Listen hierzu anfordern beim Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V. per Mail oder postalisch.

Allergisch auf Kälte?

Ursache für juckende rote Haut kann gerade bei eisigen Temperaturen eine Kälte-Urtikaria sein. Die Urtikaria, auch Nesselsucht genannt, ist die häufigste Erkrankung der Haut. Etwa 25 Prozent der Bevölkerung hat schon einmal eine Urtikaria durchlebt. Bei akuten Beschwerden helfen nur Antihistaminika oder Kortisontabletten.

Auch Kälte kann ein Auslöser für eine Urtikaria sein. Bei den betroffenen „Kälte-Allergikern“ kommt es zu Juckreiz, Quaddeln, Schwellungen oder starken Rötungen der Haut. In sehr seltenen, dann aber gefährlichen, Fällen können die Schleimhäute im Mund- und Rachenbereich mit anschwellen und zu erstickungsartiger Atemnot führen.

Tritt die Kälte-Urtikaria häufiger auf, kann eine so genannte Toleranzinduktion hilfreich sein. Im Falle der Kälte-Urtikaria wird der Körper immer wieder mit dem Auslöser Kälte konfrontiert – und zwar in ansteigender Dosis, damit er lernt, diesen Auslöser, die Kälte also, zu tolerieren.

Kälte als Auslöser für Atemnot

Kälte gehört zu den physikalischen Auslösern von Atemnot. Bei Menschen mit Asthma, chronischer Bronchitis oder aber einem überempfindlichen Atemwegssystem reizt die aktuell extrem kalte Luft die Bronchien und verengt die Atemwege. Probleme beim Ein- und Ausatmen, pfeifende Atmung und akute Atemnot bis hin zum Asthmaanfall können die Folge sein.

Hier hilft nur warme Kleidung mit einem „Mundschutz“ (z.B. einen Schal) und keine unnötigen Kraftaktionen (wie jetzt Outdoorsport) in eisiger Kälte. Auch ein unnötig langer Aufenthalt in der Kälte sollte vermieden werden. Dazu hilft viel Trinken (z.B Tee), da dies die die Schleimhäute befeuchtet.

Pollenallergiker allerdings könnten sich jedoch zu Verfechtern dieses Wetters gestalten.  

Im Januar waren durch das milde Wetter bereits Pollen von Hasel und Erle in der Luft nachweisbar und die ersten Heuschnupfengeplagten klagten über laufende nase und rote Augen. Nun ist der Pollenflug durch die extreme Kälte einfach „eingefroren“.

Momentan ist daher die Belastung durch Erlen- und Haselpollen sehr gering. Und die Befürchtungen für extreme Pollenkonzentrationen bereits im Februar sind ausgesetzt, da die Entwicklung der Pflanzen durch die Kälte in Stocken geraten ist.