Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.

Birkenpollen im Anflug

Bundesweit startet der Frühling an diesem Wochenende mit Sonnenschein – und Pollenflug. Wir blicken deshalb mal ins Land, wie der Stand der Entwicklung ist. Übrigens: Ab kommender Woche brauchen Sie sich bei unserem Pollentrend nicht mehr anzumelden und sollten sie Bilder von Pollenträgern gemacht haben, so schicken Sie uns diese mit dem Ortshinweis. Wir werden diese gerne veröffentlichen.

Diese Birkenkätzchen sind noch geschlossen.

Birkenkätzchen am 8. April im Kreis Neuss. Hier waren die Kätzchen noch eher geschlossen. Die Birkenkätzchen können unterschiedlich weit entwickelt sein. Dabei kommt es auch darauf an, an welchem Standort sich der Baum befindet. Geringe Birkenpollenkonzentrationen sind schon aufgetreten, für einige Regionen wie das Rhein/Main-Gebiet oder im Saarland wurden schon stärkere Pollenkonzentrationen gemeldet. Sollte das wärmere Wetter länger anhalten, wird der Birkenpollenflug zunehmen. Birkenpollenallergiker sollten in ihrer Umgebung auf den Entwicklungsstatus der Birkenkätzchen achten, um das Risiko allergischer Beschwerden besser abschätzen zu können. Sind Sie Birkenpollenallergiker? Zeigen sich bei Ihnen bereits allergische Beschwerden? Auf www.pollentrend.de können Sie Ihre Beschwerden melden, die wiederum anderen Pollenallergikern als hilfreiche Hinweise dienen können.

Neben dem bislang deutschlandweiten Erlen- und Eschenflug rücken auch seltenere Allergieauslöser in den Vordergrund. Immer häufiger berichten Pollenallergiker von Beschwerden, die im Standard-Allergietest nicht bestätigt werden.

Die männlichen Weidenkätzchen einer Sal-Weide.

Die Weiden zum Beispiel standen und stehen an einigen Orten noch in der Blüte. Das nebenstehende Bild zeigt männliche Weidenkätzchen einer Sal-Weide. Sie sind gelb und verstäuben Pollen während  weibliche Blüten grün sind. Die Kätzchenblüten erscheinen vor dem Laubaustrieb. Die meisten Weiden und Pappeln (gehören auch zu den Weidengewächsen) sind zweihäusig, das bedeutet, männliche und weibliche Blütenkätzchen stehen auf verschiedenen Bäumen. Weidenpollen können wie die anderen Frühblüher auch typische Beschwerden auslösen, wie Augen jucken, Nase laufen, asthmatische Beschwerden oder Haut jucken.

Die männlichen Kätzchen einer Espe (Zitter-Pappel).

Bei dem nebenstehenden Bild handelt es sich um die männlichen Kätzchen einer Espe (Zitter-Pappel). Espen haben rote Pollensäcke. Blütezeit ist März/April. Birkenpollenallergiker reagieren häufig mit einer Kreuzreaktion auf Pappeln und müssen jetzt schon mit Beschwerden rechnen.

Pink Panther?

Diese Kätzchen stammen von der Bluthasel, deren Pollen ebenfalls flugbereit sind und genauso Beschwerden auslösen wie die „normale“ Hasel. Sie hat tatsächlich pinkfarbene Haselkätzchen.

Nicht zu vergessen ist die Eibe, die im März und je nach Standort auch noch im April blüht. Normalerweise kommen weibliche und männliche Blüten auf verschiedenen Pflanzen vor. Weibliche Eiben geben im Frühjahr (im Gegensatz zu männlichen Exemplaren) keine Pollenstäube ab und tragen im Herbst rote Scheinbeeren, die von Vögeln verzehrt werden.

Fazit: Erhält man also bei der Allergietestung für die in der jeweiligen Saison gängigen Auslöser trotz Beschwerden keine Diagnose, kann man sich durchaus einmal in der eigenen Umgebung umschauen, um vielleicht einem selteneren Allergieauslöser auf die Spur zu kommen.