Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.

Blühender Winter

Nun soll es zwar in den nächsten Tagen wieder etwas kälter werden. Aber bis jetzt grünt und blüht es. Die ungewöhnlich warme Witterung im November, Dezember und an den ersten Januar-Tagen sorgte für ein anhaltendes Blühen und sogar für ein frühzeitiges Erblühen so mancher Pflanzen.

Die Blütezeit der Frühblüher beginnt in gewohnt kalten Wintern normalerweise mit der Hasel ab Ende Januar/Anfang Februar.

Unsere Pollenmelder berichteten bereits ab Dezember über blühende Haselsträucher oder sogar blühende Erlen oder Weiden.

Temperatur, Wind und Sonnenlicht können den Blühbeginn beeinflussen. So können Haselsträucher der gleichen Art in der gleichen Stadt unterschiedlich weit in der Blütenentwicklung sein. Bei dem einen Strauch sind die Blütenkätzchen schon geöffnet, bei dem anderen sind die Kätzchen noch geschlossen. Hier ist das jeweilige Mikroklima am Standort der Pflanze für die Blütenentwicklung von Bedeutung. Die eine Pflanze bekommt mehr Sonne, steht geschützter, die andere ist direkt dem Wind ausgesetzt und steht mehr im Schatten.

Bei den einzelnen Pflanzengattungen kann es aber auch Arten mit unterschiedlichen Blütezeiten geben. Beispielsweise wurde die frühe Dezember-Blüte der Purpur-Erle zuerst von einem Schweizer Arzt beschrieben, dem dies an einer neu gepflanzten Purpur-Erlen-Allee in seinem Heimatort auffiel. Die Purpurerle (Alnus spaethii) ist sehr widerstandsfähig und findet inzwischen häufiger als Straßenbaum Verwendung. Dadurch verschiebt sich aber auch die Blütezeit der Erlen in Gebieten mit Purpur-Erlen-Bestand zusätzlich weiter nach vorne. Die Purpur-Erle ist 1908 aus einer Kreuzung der Japanischen Erle mit der Kaukasischen Erle hervorgegangen. Eine Vermutung ist, dass die Purpur-Erle durch ihre „Sibirischen Gene“ eventuell mehr Frost nach dem Erblühen vertragen und dadurch früher blühen kann als heimische Erlen-Arten