Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.

Das Kreuz mit der Kreuzallergie

(April 2011) „An apple a day keeps the doctor away“ - diese Weisheit trifft leider nicht auf jeden zu. Für mehr als die Hälfte der rund 15 Millionen Pollenallergiker in Deutschland beginnt im Frühsommer eine Zeit des Verzichts, denn der ansonsten „gesunde“ Verzehr bestimmter Obst- und Gemüsesorten -vorwiegend in roher Form- bietet nun keinen Genuss mehr.

Viele Menschen mit einer Pollenallergie vertragen außerhalb der Pollensaison wieder Obstsorten, die während der Pollen-Hochzeiten zu erheblichen Beschwerden führen.

Der herzhafte Biss in den Apfel bleibt gerade in der Pollensaison für manchen Allergiker nicht ohne Folge. So kann es nach dem Verzehr von Äpfeln, Kirschen, Pfirsichen, Kiwis oder auch Möhren zu Beschwerden wie Kribbeln auf der Zunge, Jucken im Rachen bis hin zu Schwellungen der Mund- und Rachenschleimhäute kommen.

Dies sind keine neuen Allergien, sondern so genannte pollenassoziierte Lebensmittelallergien, die auf Kreuzreaktionen zurückzuführen sind. Diese Reaktionen können dort auftreten, wo in immunologisch ähnliche Proteinstrukturen vorkommen, wie beispielsweise bei Birke und Apfel, so dass der Birkenpollenallergiker mit Symptomen nach dem Verzehr von Äpfeln reagiert.

Wer als Allergiker trotzdem nicht auf Obst verzichten möchte, dem können folgende Tipps weiter helfen:

  • Nicht alle Apfelsorten sind in Punkto Allergenität gleich. So werden Sorten wie etwa Cox Orange, Boskop, Gravensteiner besser vertragen als Granny Smith oder Golden Delicius.
  • Geschält und zerkleinert wird so mancher Apfel auch wieder zum Genuss. Die allergen wirkende Struktur wird bei der Verarbeitung zerstört, so dass ein geriebener Apfel von manch einem Apfelallergiker schon wieder genossen werden kann.
  • Erhitzen und Kochen macht dem Allergen im Obst endgültig den Garaus. Ob Apfelkompott, Kirschkuchen oder Aprikosenmarmelade - darauf muss kein Allergiker verzichten.

Leider ist der Umgang mit den Kreuzreaktionen nicht immer so einfach.

Bei Pollenallergikern, die auf Beifuß reagieren, können Kreuzreaktionen auf Sellerie auftreten oder bei Haselpollenallergikern auf Haselnüsse.

Hier sind die Allergene hitzestabil, so dass Verarbeiten wie Zerkleinern oder Kochen keine Änderung herbeiführt. Daher muss nicht nur die Nuss im Studentenfutter, sondern auch die im Kuchen oder in der Schokolade dann gemieden werden.