(Januar 2012) Der Jahresstart 2012 beschert Pollen-Allergikern in Deutschland einen „Heuschnupfen-Alarm“. Aufgrund des milden Winters und der frühlingshaften Witterung fliegen in Teilen von Deutschland die ersten Haselnusspollen. Hält die milde Witterung an, ist mit einer starken Pollensaison zu rechnen.

Temperaturen weit oberhalb des Gefrierpunktes lassen die Natur Kapriolen starten. Sonja Lämmel vom Deutschen Allergie- und Asthmabund rät deshalb zu einer frühzeitigen Behandlung der Heuschnupfenbeschwerden. Aus jedem dritten Heuschnupfen kann sich ein chronisches allergisches Asthma entwickeln. Die Experten des Deutschen Allergie- und Asthmabundes stehen ab sofort Pollengeplagten für eine individuelle Beratung an der Allergie-Hotline zur Verfügung.
Diese ist erreichbar von Dienstag bis Donnerstag von 9.30 bis 12.30 Uhr unter Fon 0 21 61 / 10 20 7 oder Fon 0180 505 21 21* (*14 Cent aus dem Festnetz pro min). Ebenfalls erreichbar sind die Allergie-Experten per E-Mail.
Heuschnupfen falsch behandelt
Neben häufigem Niesen, tränenden Augen und verstopfter Nase, leiden Heuschnupfengeplagte teilweise unter Husten, Atembeschwerden, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Haut- oder Magen-Darm-Problemen. Viele Heuschnupfen-Patienten vermuten hinter diesen Beschwerden zunächst einen Erkältungsschnupfen und nutzen daher keine ärztliche Behandlung. Dadurch therapiert so manch „allergischer Neuzugang“ seinen Heuschnupfen falsch. Er inhaliert beispielsweise mit Kamille, um die Nase wieder frei zu bekommen, nimmt abschwellende Nasensprays oder versucht sich bewusst gesund zu ernähren mit frischem Obst und Müsli. Aus allergologischer Sicht betrachtet treibt er so den Teufel mit dem Beelzebub aus.
Zusätzlich geplagt durch Kreuzallergien
Denn: Was für den Otto-Normalverbraucher gut und richtig ist, bringt dem Pollenallergiker oft zusätzliche Probleme, da so genannte Kreuzallergien bei mehr als 60 Prozent der Betroffenen auftreten.
Durch die ähnliche Allergenstruktur der Pollen von Frühblühern, wie Erle, Haselnuss und Birke, mit Kern- und Steinobst sowie Nüssen, reagiert der Körper nicht nur auf die Haselnusspollen, sondern auch auf Obst und Nüsse. Dies sind keine neuen Allergien, sondern Kreuzreaktionen. Sie zeigen sich beim Betroffenen durch Kribbeln und Juckreiz bis hin zu Schwellungen der Mund- und Rachenschleimhäute zum Beispiel beim oder nach dem Genuss von Äpfeln oder Nüssen.
Was ist zu tun?
Schnelle Hilfe beim Heuschnupfen bringen antiallergische Präparate. Die ursächliche Bekämpfung der Pollenallergie erfolgt durch die Allergieimpfung, auch Hyposensibilisierung genannt. Die Erfolgsquote liegt hier bei rund 80 Prozent.
Bei dieser Allergie-Impfung werden dem Heuschnupfen-Patienten mit Beginn der pollenfreien Zeit die Pollenbestandteile, auf die er sonst reagiert, in sehr geringen Dosen gespritzt, um seinen Körper an diese Allergene zu gewöhnen und ihn so auf Dauer dagegen unempfindlich zu machen.
Ein Tipp aus Großmutters Zeiten, wird zunehmend als Linderung für Heuschnupfengeplagte empfohlen: die Nasendusche. Hierbei werden die Gänge der Nasenhöhle täglich mit Wasser und Emser Salz gespült. Dadurch werden Pollen und Schmutzpartikel einfach hinaus transportiert. Die Nasenschleimhaut wird in ihrer Struktur und Funktion wieder normalisiert, was auch vorbeugend wirkt.

Der DAAB-Service: Der Deutsche Allergie- und Asthmabund hält ein kostenfreies Infopaket „Pollenallergie“ mit aktuellem Pollenflugkalender bereit.