Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.

Stäube in der Landwirtschaft

Bei der Arbeit in der Landwirtschaft werden häufig Stäube in unterschiedlicher Zusammensetzung freigesetzt. Die Stäube enthalten auch Allergene, beispielsweise aus pflanzlichen Bestandteilen in Erntestäuben oder Futtermitteln aber auch von Milben, Schimmelpilzen oder dem gehaltenen Vieh.


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Weitere Bestandteile können u.a. Bakterien- (z.B. Endotoxine) oder Schimmelpilzgifte (Mykotoxine), Enzyme, Rückstände von Pflanzenschutzmitteln, Bioaerosole aus der Tierhaltung, Feinstaub aus Abgasen landwirtschaftlicher Fahrzeuge, organische Bestandteile von Tieren wie Insekten, Vögeln, Nagern und Partikel aus Sand oder Erde sein. Bei der Getreideernte werden häufig große Staubmengen freigesetzt, die je nach Wetterlage auch durch Wind kilometerweit weitergetragen werden können. Bei gleichzeitigem Erntebetrieb in großen landwirtschaftlichen Regionen, können starke Staubbelastungen auftreten, die auch bei gesunden Menschen eine Überempfindlichkeit der Atemwege auslösen und zu Reizreaktionen an den Atemwegen führen können.

Aktuell wird in unserer Region das Getreide geerntet. Es ist in der Regel mit Schimmelpilzen besiedelt. Die Konzentration ihres Vorkommens kann je nach zurückliegender Witterung aber auch je nach Feldfrucht unterschiedlich hoch sein. Feuchtwarmes Wetter kann das Schimmelpilzwachstum besonders begünstigen.

In einer wissenschaftlichen Untersuchung wurden die höchsten Schimmelpilzkonzentrationen im Freien zwischen Juni und Oktober gemessen. Während der Ernte von Getreide stellten Cladosporium- und Alternaria-Species den größten Anteil. Abhängig von der Temperaturentwicklung und dem Wassergehalt konnten weitere Schimmelpilze nachgewiesen werden. Auch bei Heu und Stroh kann die Schimmelpilzbelastung durch die jeweilige Witterung unterschiedlich stark ausgeprägt sein. In Heuproben fand man am häufigsten Aspergillus glaucus, in Getreideproben Cladosporium- und Penicilliumarten. Wurden Fütterungs- oder Einstreuarbeiten vorgenommen wurde besonders ein Anstieg von Aspergillus fumigatus in der Luft gemessen. In Futter- und Einstreumaterialien wurden 35 verschiedene Schimmelpilzspecies nachgewiesen. Die fünf häufigsten Arten waren Aspergillus fumigatus, und Species der Gattungen Cladosporium, Mucor, Mycelia und Penicillium. Dabei hing die Sporenkonzentration vom Zeitpunkt der Bestimmung, der Verarbeitungsmethode der Materialien, den Lagerbedingungen und dem Wassergehalt der untersuchten Materialien ab.