Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.

Tödliche Allergien im Kindesalter?

Die europäische Allergieakademie (EAACI) gab zum Mai bekannt, dass 22 Prozent der europäischen Kinder zunehmend ernsthafte Reaktionen auf Lebensmittel zeigen. Diese potenziell tödlich verlaufenden Allergien fordern besondere Aufmerksamkeit.

Gerade bei Kindern nehmen die schweren allergischen Reaktionen immer mehr zu. Doch für die Eltern stellt sich neben der Angst und Hilflosigkeit mit dieser Situation umgehen zu müssen das Problem, überhaupt einen Facharzt zu finden. Denn: Nur noch 1,5 der der deutschen Ärzte besitzen eine allergologische Zusatzqualifikation und die Zahl der Ärzte, die allergologisch tätig sind nimmt rapide ab. Alleine in den letzten fünf Jahren zogen sich rund 30 Prozent der Ärzte aus diesem Krankheitsbild zurück. Gründe sind die finanziellen Beschränkungen, die die Allergologie unattraktiv oder gar zum finanziellen "Risiko" für Ärzte werden ließen. Das gesundheitliche "Risiko" bleibt dagegen beim unterversorgten Patienten.

Anlass für den Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V. (DAAB) die Aktion „Vergiss mein nicht – Allergien brauchen (D)eine Stimme“ zu starten. In den ersten Wochen unterschrieben bereits 13.000 Menschen den Apell, Allergien endlich in den Fokus der Gesundheitspolitik zu setzen.

Das Aktionsprogramm des DAAB widmet sich auch einem weiteren Problem der jungen Allergiepatienten: der Suche nach einem Kita-Platz. Das Risiko möglicher schwerer allergischen Reaktionen führt dazu, dass die Mitarbeiter in den Kitas die Eltern der kleinen Allergiepatienten an integrative Einrichtungen verweisen, die jedoch das Kind wegen „mangelnder Behinderung“ ebenfalls nicht nehmen wollen. Für die Eltern beginnt damit oftmals eine verzweifelte Suche nach einem Betreuungsplatz. Hier fordert der DAAB eine geschulte Integration statt einer gescheiterten Inklusion.
Weitere Informationen zur Aktion sowie zur Anaphylaxie unter: www.daab.de/aktionsprogramm