Anaphylaxie
ist die schwerste Form der allergischen Reaktion, eine Überempfindlichkeitsreaktion
des Immunsystems auf normalerweise harmlose Substanzen. Der ganze Körper
ist bei der Anaphylaxie mit verschiedenen Organsystemen, wie Haut, Atemwege,
Magen-Darmtrakt, Herzkreislaufsystem, gleichzeitig betroffen. Beschwerden
können sehr schnell und plötzlich, innerhalb weniger Minuten bis
zu einigen Stunden nach Kontakt mit dem Allergen auftreten und lebensbedrohlich
sein. Daher ist eine Anaphylaxie als medizinischer Notfall einzustufen, die
einer sofortigen Behandlung bedarf.
Was sind die üblichen Auslöser einer Anaphylaxie?
Zu den Auslösern von Anaphylaxie zählen im Wesentlichen:
Wie äußert sich eine Anaphylaxie?
Anzeichen und Symptome einer Anaphylaxie können sofort nach Allergenkontakt
auftreten. Schnelle Verschlechterung des Zustandes bis zur Entwicklung möglicherweise
lebensbedrohlicher Beschwerden sind charakteristische Merkmale von Anaphylaxie.
Auch zu Beginn harmlose allergische Symptome können schnell fortschreiten.
Die gefährlichsten allergischen Reaktionen betreffen die Atemwege (Atemstillstand)
und/oder das Herz-Kreislaufsystem (Blutdruckabfall, Herzstillstand).
Wann ist es Anaphylaxie?
Ein Hauptkriterium der Anaphylaxie ist, dass der gesamte Körper betroffen
ist, das heißt, nicht nur eines dieser Symptome, sondern mehrere gleichzeitig,
etwa Juckreiz, Hautauschlag und Atemnot, sind zu beobachten. Auch das plötzliche
Auftreten und der sich schnell steigernde Schweregrad der Beschwerden lassen
auf Anaphylaxie schließen.
Verdacht auf Anaphylaxie?
Wenn Sie für sich oder Ihr Kind vermuten, dass möglicherweise eine
anaphylaktische Reaktion entwickelt wurde, suchen Sie auf jeden Fall schnellst
möglich einen Allergologen auf, bei Verdacht auf Nahrungsmittel-Anaphylaxie
eine Spezialklinik. Führen Sie keine Eigendiagnosen durch und verlassen
sich nicht auf die Einzelberichte anderer.
Wie wird eine Anaphylaxie diagnostiziert?
Leider gibt es keinen speziellen Test, um das individuelle Risiko für
die Entwicklung schwerer allergischer Reaktionen zu testen. Die Diagnose durch
den Facharzt hilft jedoch dabei, den Auslöser zu identifizieren und einen
individuellen Therapieplan zu erstellen. Zu diesem Zweck wird der Allergologe eine ausführliche Anamnese (Erörterung
der Krankengeschichte) durchführen. In Ergänzung stehen dann Methoden
wie Hauttests und/oder Blutuntersuchungen auf IgE-Antikörper zur Verfügung.
Provokationstestungen werden bei Lebensmitteln nach unklarer Anamnese zur
Bestätigung der allergischen Reaktion durchgeführt oder zur Austestung
des individuellen Schwellenwertes (welche Menge eines Lebensmittels wird vertragen)
eingesetzt. Bei Verdacht auf Anaphylaxie sollten Lebensmittelprovokationstests
nur im Rahmen eines Klinikaufenthaltes mit der notwendigen Notfallversorgung
durchgeführt werden.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei diagnostizierter Anaphylaxie?
Wer eine anaphylaktische Reaktion auf Insektengift entwickelt, hat die Möglichkeit
als ursächliche Behandlungsmethode eine spezifische Immuntherapie (SIT)
oder Hyposensibilisierung durchzuführen, mit der die Überempfindlichkeit
des Immunsystems wirkungsvoll bekämpft werden kann. Für Lebensmittel, Medikamente und Naturlatex gibt es zurzeit keine solche
Therapie, daher ist das sorgfältige Meiden des Anaphylaxie-Auslösers
die Therapie der Wahl. Darüber hinaus verschreibt der Arzt bei Patienten
mit Nahrungsmittel-induzierter Anaphylaxie und Insektengiftallergikern ein
Notfallset. Dieses enthält Medikamente, die unverzüglich einzusetzen
sind und bis zum Eintreffen des Notarztes oder Ankommen in der Notfallambulanz
erste Hilfe gewährleisten.
Was ist ein Notfallset?
Das Notfallset besteht in Deutschland je nach Symptomatik aus drei bis vier
Medikamenten: Notfallmedikament der Wahl ist Adrenalin in Form eines Autoinjektors.
Bei akuter Atemwegsproblematik kann ein ß2-Mimetikum, ein Spray, das
bronchienerweiternd wirkt, eingesetzt werden.
Um die allergische Reaktion zu bekämpfen, wird ein Antihistaminikum gegeben.
Spätreaktionen im Rahmen des biphasischen Verlaufes werden mit Cortison
vorgebeugt.
Nehmen Sie die Medikamente wie mit Ihrem Allergologen in Ihrem Notfallplan
besprochen. Die Einnahme ersetzt nicht den Arztbesuch. Rufen Sie in jedem
Fall 112 oder suchen Sie ein Krankenhaus auf.
Notfallbehandlung: Was kann ich im Falle einer anaphylaktischen Reaktion
tun?
Erarbeiten Sie im Vorfeld mit Ihrem Allergologen einen individuellen Notfallplan. Wenn Sie vermuten, dass eine anaphylaktische Reaktion auftritt, verlieren
Sie keine Zeit und verhalten Sie sich wie folgt:
Alarmsignale
Erste Anzeichen, Alarmsignale von Anaphylaxie:
Haben Sie Fragen, dann informieren Sie sich beim Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V.