Insektengift-Allergie

Während des Stechens geben Bienen und Wespen ihr Gift in die Haut des Opfers ab. Rund um die Einstichstelle entwickelt sich eine rote Quaddel, die sich nach ein paar Tagen wieder zurückbildet. Diese Quaddelbildung tritt bei jedem Menschen auf und ist die normale Abwehrreaktion des Körpers auf den Stich. Hat ein Mensch jedoch eine Allergie gegen das Insektengift entwickelt, reagiert der Körper mit heftigen Symptomen.

Dies bedeutet: Rund um die Einstichstelle treten starke Schwellungen auf, die von Atemnot, Schwellungen im Gesicht und Hals und einer starken allgemeinen Hautrötung begleitet sein können. Meist setzen diese Reaktionen Sekunden bzw. Minuten nach dem Stechen ein. Es sollte dann in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden, denn im Extremfall kann es zu einem anaphylaktischen Schock kommen.

Dem anaphylaktischen Schock gehen folgende Symptome voraus: Brennen und Jucken an den Handflächen und Fußsohlen, im Rachenraum und an der Zunge, begleitet von heftigen Atembeschwerden, Schwächegefühl und Hitzewallungen. Beim Auftreten dieser Symptome muss sofort eine Notfallbehandlung stattfinden.

Für den Notfall gerüstet

Insektengiftallergiker benötigen Medikamente für den Notfall. Diese sollten immer griffbereit sein, besonders bei Ausflügen. Zu einem Notfallset gehören auf jeden Fall:

  1. Antihistaminika mit schneller Wirkung,
  2. Cortison: Glukocortikoide zum Einnehmen mit ebenfalls schneller Wirkung,
  3. Adrenalin: bei sehr schwerwiegenden Reaktionen zur Injektion. Patienten sollten die Selbstinjektion in Schulungen lernen.

Da der Kontakt mit Bienen und Wespen nicht völlig vermieden werden kann, sollte eine Hyposensibilisierung (Spezifische Immuntherapie) erfolgen. Durch die Behandlung kann in den meisten Fällen eine Herabsetzung der Empfindlichkeit und ein möglichst lang anhaltender Schutz erzielt werden. In Monaten mit vermehrtem Insektenflug und dadurch erhöhter Insektenstichgefahr oder bei besonders exponierten Personen (z.B. Imker, Gärtner, Obst- und Bäckereiverkäufer, Waldarbeiter), sollte dieser Schutz möglichst schnell erreicht werden.

Daher wird bei Insektengiftallergikern meist eine Rush- (Schnell-/Stoß-) bzw. Ultrarush-Hyposensibilisierung durchgeführt. Durch eine möglichst rasche Dosissteigerung innerhalb einer Einleitungsbehandlung soll eine schnelle Verminderung der allergischen Reaktion erreicht werden. Dazu ist ein stationärer Aufenthalt in Fachkliniken notwendig. Die Therapie dauert mind. drei bis fünf Jahre. Bei lebensbedrohlichen Insektengiftreaktionen, wird manchmal auch eine lebenslange Behandlung empfohlen.

Tipps für Insektenstichallergiker
  1. Immer ein Notfallset mitführen und sofort anwenden, wenn man gestochen wurde.
  2. In der Nähe von Bienen und Wespen rasche Bewegungen vermeiden und nicht nach ihnen schlagen.
  3. Möglichst nicht in die Nähe von blühenden Blumen oder reifem Fallobst gehen. Vorsicht beim Obst- und Blumenpflücken.
  4. Vorsicht bei Gartenarbeiten! Bedecken Sie dabei soviel wie möglich von Ihrem Körper (lange Ärmel, lange Hosen, Hut).
  5. Weite, flatternde Kleider, schwarze Stoffe und farbige Blumenmuster meiden.
  6. Meiden Sie Parfüms, Haarsprays, stark parfümierte Pflegeprodukte.
  7. Lassen Sie beim Essen im Freien keine Süßigkeiten oder Fleischreste herumliegen.
  8. Gehen Sie im Sommer nie barfuss. Bienen bevorzugen den Aufenthalt im Klee, und viele Wespen leben in Bodenlöchern.
  9. Meiden Sie Mülltonnen und Abfallkörbe im Freien.

Ausführliche Information gibt es exclusiv für Mitglieder des Deutschen Allergie- und Asthmabundes e.V.

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