Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.

Allergie-Therapie

Bei der Behandlung von Allergien sind Strategien gefragt, die sich sinnvoll ergänzen. Hilfreich hat sich die Kombination aus Allergenvermeidung, Medikation und gegebenenfalls langfristiger Allergietherapie durch eine Hyposensibilisierung (Spezifische Immuntherapie) erwiesen.


Wofür wir uns einsetzen und welche Angebote wir für unsere Mitglieder haben, lesen Sie am Ende des Textes.


Das Mittel der ersten Wahl, um allergische Reaktionen zu verhindern, ist das Meiden des Auslösers (Karenz). Je nach Allergieauslöser umfasst die Karenz zum Beispiel das Weglassen eines Lebensmittels, Sanierungsmaßnahmen bei einer Hausstaubmilben-Allergie oder den Wechsel einer Hautcreme. Sind die Allergieauslöser allerdings allgegenwärtig, ist eine Vermeidung nicht möglich. Pollenallergiker zum Beispiel können ihrem Auslöser nicht aus dem Weg gehen.

Dazu stehen unter anderem vor allem antiallergische Medikamente (Antihistaminika) bzw. antientzündliche Glukokortikosteroide in verschiedenen Darreichungsformen zur Verfügung.

Cortisondepotspritzen sind auf keinen Fall das Mittel der ersten Wahl zur Linderung allergischer Beschwerden. Es handelt sich bei dieser Behandlung auch nicht um eine Hyposensibilisierung, durch die die Patienten an ihren Allergieauslöser gewöhnt werden sollen. Erst einmal sollten antiallergische oder antientzündliche Medikamente verwendet werden, die direkt am Ort der Beschwerden wirken und Augentropfen, Nasen- und Asthmasprays, Salben oder Cremes bei Hautreaktionen umfassen. Langfristig kann gegebenenfalls auch eine Beschwerdelinderung durch eine Therapie mittels einer Hyposensibilisierung erfolgen.

Antihistaminika der zweiten Generation sind in der Regel gut verträglich und bei empfohlener Anwendung nebenwirkungsarm. Sie wirken innerhalb kurzer Zeit bei akuten Beschwerden. Viele gängige Präparate sind in unterschiedlichen Darreichungsfrmen ohne Rezept in der Apotheke erhältlich. Sie werden von den Krankenkassen bei Kindern bis zum zwölften Lebensjahr und bei Jugendlichen mit Entwicklungsstörungen bis zum 18. Lebensjahr erstattet. Darüber hinaus sind sie in Ausnahmefällen erstattungsfähig. Einige Weiterentwicklungen dieser antiallergischen Präparate sind weiterhin verschreibungspflichtig.

Cortisonhaltige Präparate sind überwiegend verschreibungspflichtig und finden Anwendung, wenn Antihistaminika die Beschwerden nicht zufriedenstellend lindern können. Beispielsweise bei entzündeten Nasen- und Bronchialschleimhäuten. Durch den Cortisoneinsatz direkt am Beschwerdeort können die Symptome in der Regel mit sehr niedriger Dosierung gut gelindert werden, so dass die Patienten keine Angst vor Nebenwirkungen haben müssen. Cortisonpräparate benötigen in der Regel einige Zeit oder einige Tage der Anwendung, bis eine entzündungshemmende Wirkung eintritt.

Die frühzeitige Hyposensibilisiwrung (Spezifische Immuntherapie) ist eine langfristig erfolgreiche Strategie, um den Patienten an seinen Allergieauslöser zu gewöhnen. Um die Therapie erfolgreich durchzuführen, muss der Allergieauslöser bekannt sein. Nur so kann entschieden werden, ob eine Spezifische Immuntherapie sinnvoll und möglich ist. Ziel ist es, mit der optimalen Behandlungsstrategie eine Linderung der Beschwerden, eine Minderung des Medikamentenverbrauchs und eine Senkung des Asthmarisikos zu erreichen.

Alternative Behandlungen sinnvoll?

Ergänzend zur Schulmedizin werden verschiedene klassische Naturheilverfahren bei Allergien, Asthma und Neurodermitis eingesetzt. Sie basieren auf dem Einsatz natürlicher Mittel, die sich seit langem bewährt haben und in der wissenschaftlichen Medizin anerkannt sind. Diese klassischen Verfahren stehen nicht im Gegensatz zur Schulmedizin, sondern können diese sinnvoll ergänzen. Zu klassischen Naturheilverfahren gibt es bis heute nur wenige aussagekräftige Studien. Nur langsam etablieren sich diese Methoden in Deutschland. Mittlerweile werden an Universitätskliniken Lehrstühle für Komplementärmedizin eingerichtet, so dass es in Zukunft mehr verlässliche Daten zu einzelnen Methoden geben wird, die eine Empfehlung einfacher machen.

Eine bei Pollenallergien bewährte ergänzende Methode zur Linderung der Beschwerden ist die Akupunktur. Dies wurde auch in Studien belegt.

Es steht außer Zweifel, dass manche dieser klassischen Naturheilverfahren (Komplementärmethoden) eine wertvolle Ergänzung zur klassischen Schulmedizin darstellen können. Diese müssen von anderen Verfahren unterschieden werden, deren Wirksamkeit fraglich ist und wiederum von solchen, die unter dem Deckmantel "Naturheilverfahren" oder "Alternativmethode" an Betrug grenzen und lediglich die Leichtgläubigkeit Betroffener ausnutzen.  

Sollten Sie weitere Fragen haben, dann wenden Sie sich an den Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V. Dort erhalten Sie als Mitglied eine detaillierte Beratung durch das DAAB-Wissenschaftsteam.



Zusätzlich bieten wir Ihnen weitere schriftliche Informationen an:

  • Ratgeber "Bewusster leben mit Allergien"
  • Ratgeber "Hyposensibilisierung"

Das gibt es nur für Mitglieder

  • Infoblatt Allergien erkennen und richtig behandeln: Informieren Sie sich ausführlicher!
  • Wie finde ich den richtigen Arzt? Hilfestellung bei der richtigen Wahl.
  • Alternative Behandlungsmethoden - Was gilt als gesichert?

Dafür setzen wir uns ein

  • Bessere allergologische Versorgung,
  • Erstattung moderner nebenwirkungsarmer Allergie-Therapeutika,
  • verbesserte Umsetzung leitliniengerechter Therapie: Leitlinien-Informationen müssen von den Ärzten besser wahrgenommen und umgesetzt werden können.

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