Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.

Allergie und Diagnose

Eine Allergie ist eine überschießende Reaktion des Immunsystems gegenüber bestimmten körperfremden Substanzen aus der Umwelt. "Überschießend" heißt die Reaktion, weil das körpereigene Immunsystem auf Fremdstoffe (z.B. Pollen) überreagiert, die anders als Krankheitskeime eigentlich keine Gefahr für die Gesundheit darstellen.


Wofür wir uns einsetzen und welche Angebote wir für unsere Mitglieder haben, lesen Sie am Ende des Textes.


Allergische Reaktionen sind in ihrer Ausprägung und Intensität sehr unterschiedlich. Die Beschwerden reichen von laufender oder verstopfter Nase-, entzündeten Schleim- und Bindehäuten, tränenden Augen über Juckreiz, Hautausschlag, Ekzemen bis hin zu Magen-Darm- sowie Atembeschwerden. Die Extrem-Variante ist der Allergische Schock (Anaphylaxie), bei dem es bis zum Kreislaufzusammenbruch und Herzstillstand kommen kann.

Diagnose

Die Diagnose einer Allergie sollte von einem Facharzt (Allergologen) gestellt werden und basiert auf mehreren Untersuchungen, den vier Säulen der Allergie-Diagnostik.

Die Anamnese, das Arzt-Patienten-Gespräch dient als Grundlage für die weiteren Untersuchungen. Zur Abschätzung des persönlichen Allergierisikos wird erfragt, ob und welche Allergien im Familienkreis (Eltern, Geschwister, Kinder) bestehen oder in der Vergangenheit beim Patienten selbst aufgetreten sind. Manche Ärzte verwenden hierzu auch einen Fragebogen, der vorab von den Patienten ausgefüllt werden muss. Eine weitere Möglichkeit, die Auslöser einzugrenzen, ist das Ausfüllen eines Allergie-Tagebuches.

An die Anamnese schließen sich je nach Auslöser und Arzt verschiedene Tests (Prick-Test, Intrakutantest, Scratch-Test und Reibtest) an. Dabei werden, je nach Testverfahren, Proben möglicher Auslöser auf die Haut aufgebracht, eingeritzt oder eingespritzt. Bei einer positiven Reaktion bilden sich an dieser Stelle Pusteln oder Quaddeln.

Unser Tipp: Hauttests führen zu falschen Ergebnissen, wenn gleichzeitig Antihistaminika oder Kortikosteroide eingenommen werden. Befragen Sie hierzu Ihren Arzt vor der Allergietestung.

Im Anschluss oder alternativ können Labortestungen (Bluttests) auf spezifische IgE-Antikörper durchgeführt werden. Bei diesen Testverfahren wird mit Hilfe von Blutproben die Reaktionsbereitschaft und spezifische Sensibilisierung gegen die untersuchten Allergieauslöser im Labor getestet.

Der abschließende Baustein der Allergiediagnose sind die Nachanamnese und/oder Provokationstestungen. Ohne diesen letzten Schritt ist keine Aussage über eine spezielle Allergie möglich. Erst durch die Erhebung einer "Nachanamnese" mit den Fragen - Ist der Patient überhaupt dem Allergieauslöser ausgesetzt? Passen Symptome und Testergebnis zusammen? - kann eine eindeutige Aussage getroffen und weitere Behandlungsschritte eingeleitet werden.

Lassen Sie die Testergebnisse keine eindeutige Aussage zu, kann mit Hilfe eines Provokationstests am Ort der Beschwerden, beispielsweise an der Nasenschleimhaut die Relevanz der vermuteten Allergieauslöser überprüft werden.

So finden Sie den richtigen Arzt

Zur ersten Abklärung bei Allergieverdacht kann der Hausarzt als erster Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Je nach Ausprägung der Beschwerden kann die Unterstützung eines Facharztes (z.B. Hals-Nasen-Ohren-Ärzte, Haut-, Kinder-, Lungenfachärzte, Internist/Gastroenterologe) mit allergologischer Ausrichtung notwendig werden.

"Allergologie" ist eine Zusatzqualifikation, die ein Facharzt erwerben kann. Wählen Sie daher den Arzt nach Ihren Beschwerden aus und achten Sie auf die Zusatzbezeichnung "Allergologie".

Sollten Sie weitere Fragen haben, dann wenden Sie sich an den Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V. Dort erhalten Sie als Mitglied eine detaillierte Beratung durch das DAAB-Wissenschaftsteam.



Zusätzlich bieten wir weitere schriftliche Informationen für Interessierte und DAAB-Mitglieder an:

  • Ratgeber Allergien
  • Ratgeber für Eltern zu Allergien, Asthma, Neurodermitis
  • Ratgeber Allergien? Keine Frage des Alters
  • Ratgeber Hyposensibilisierung
  • Allergie-Pass zum Ausfüllen für den Arzt

Das gibt es nur für Mitglieder

  • Infoblatt Allergien erkennen und richtig behandeln: Informieren Sie sich ausführlicher!
  • Wie finde ich den richtigen Arzt? Hilfestellung bei der richtigen Wahl
  • Alternative Behandlungsmethoden - Was gilt als gesichert?

Dafür setzen wir uns ein

  • Mehr Allergologen in Deutschland,
  • bessere Bedingungen für Allergologen, damit das Krankheitsbild nicht zum ärztlichen Notstandsgebiet wird,
  • bessere Ausbildung sämtlicher medizinischer Heil- und Pflegeberufe,
  • Lehrstuhl Allergologie.

Eine Spende unterstützt unsere unabhängige Arbeit.