Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.

FAQs zum Thema Allergien

Sind Antihistaminika bei längerer Einnahme schädlich?

Bleibende, irreparable organische Schäden treten nicht auf. Nebenwirkungen können jedoch vorkommen, die sich aber dann rasch zurückbilden wenn das Medikament wieder abgesetzt wird. Antihistaminika sollten solange gegeben werden, wie der Patient von dieser Behandlung profitiert, d.h. bei saisonaler Einnahme können moderne Antihistaminika normalerweise auch einen längeren Zeitraum hinweg problemlos eingenommen werden. Studien zeigten, dass die optimale Wirksamkeit häufig erst nach 14 Tagen erreicht wird.


Welche Antihistaminika helfen am besten?

Die Wirksamkeit von Antihistaminika wird individuell unterschiedlich empfunden. Die modernen Antihistaminika werden in der Regel sehr gut vertragen. Wenn Nebenwirkungen wie Tagesmüdigkeit, Appetitsteigerung oder Kopfschmerzen auftreten, kann ein Wechsel des Präparates sinnvoll sein.


Was ist eine Aspirin-Allergie?

Eine Aspirin-Allergie wird in der Fachsprache als Acetylsalicylsäure-Intoleranz bezeichnet. Es ist eine Unverträglichkeit des Wirkstoffes Acetylsalicylsäure, der in Medikamenten wie Aspirin, ASS-rathiopharm oder Togal-ASS vorkommt. Die Betroffenen reagieren nach der Einnahme mit Nesselsucht oder Quincke-Ödemen und im schwersten Fall mit Atemnot. 


Was ist die wichtigste Maßnahme bei einer Hausstaubmilbenallergie?

Als wichtigste Sanierungsmaßnahme wird die Benutzung von milben- und allergendichten Matratzenüberzügen (Encasings) empfohlen. Die Oberbetten sollten bei mindestens 60°C waschbar sein und können alle (ca.) sechs Wochen gewaschen werden. Nichtwaschbare Oberbetten sollten ebenfalls mit allergendichten Zwischenbezug ausgestattet sein. Das Wechseln der Bettwäsche sollte wöchentlich erfolgen. Im Wohnumfeld können Polstermöbel, offene Bücherregale, dicke Gardinen oder Vorhänge, hochflorige Teppiche, Stofftiere oder Strukturkissen Milbenreservoire darstellen.


Sollte ein Hausstaubmilbenallergiker Staubsaugen?

Hausstaubmilbenallergiker sollten nicht oder nur mit Mundschutz selber Staubsaugen, da beim Saugen viel Staub aufgewirbelt wird. Die Hausstaubmilbenallergene lagern sich an den Feinstaub an und können dann über die Atemwege aufgenommen werden. Bei herkömmlichen Staubsaugern gelangt ein Großteil des Feinstaubs wieder in die Raumluft und wird nicht ausreichend von den Geräten zurückgehalten. Haustaubmilbenallergiker sollten Staubsauger mit einem Hepa-Filter bevorzugen. Auch das Gerät selbst muss ausreichend dicht sein. Bei Wasserstaubsaugern besteht die Gefahr der Keim- und Schimmelpilzbildung. Dampfreiniger erzeugen sehr viel Feuchtigkeit, wodurch das Milbenwachstum unterstützt wird.


Hilft eine Fußbodenheizung bei Haustaubmilbenallergie?

Bei Fußbodenheizungen wird eine sehr gleichmäßige Temperaturverteilung erreicht. Dies hat einen reduzierenden Effekt auf die Milbenbelastung in Teppichböden, da die Luftfeuchtigkeit bei angeschalteter Heizung in Bodennähe abnimmt und sich die Lebensbedingungen für die Milben verschlechtern. Es sollte sich um einen möglichst schadstoffarmen Teppichboden handeln, der nicht verklebt wird, da sonst durch die Erwärmung die Ausgasung von Schadstoffen verstärkt auftreten kann.


Soll ein Hausstaub-Allergiker Teppichboden oder lieber glatten Bodenbelag verwenden?

Teppichböden können anfallenden Staub besser bis zum nächsten Saugvorgang festhalten, während der Staub auf glatten Böden mehr aufgewirbelt wird.

Glatte Böden müssen daher zwei- bis dreimal pro Woche gesaugt und nebelfeucht gewischt werden. Optimal ist eine sinnvolle Mischung aus glattem und textilem Boden in Haus bzw. Wohnung. So sollte v.a. das Schlafzimmer (hier verbringen Menschen die meiste Zeit) einen glatten Boden besitzen, der häufig gesaugt und gewischt wird. Ein Teppichboden sollte aus kurzflorigem, schadstoffarmen Material ohne Schaumrücken bestehen und verspannt  werden. Auch bei glatten Böden sollte auf schadstoffarmes Material geachtet werden. Estriche, Bodenkleber, Fugenmaterial, Versiegelungen oder Schadstoffausgasungen aus den verschiedenen Bodenmaterialien können Probleme bereiten.


Was tun bei einem Schimmelpilzbefall an der Wand?

Bei einem Schimmelpilzschaden muss immer die Ursache erforscht und behoben werden, da bei ungeklärter Ursache ein erneuter Befall zu erwarten ist.

Handelt es sich um einen Schaden größeren Ausmaßes, muss auf jeden Fall ein Fachmann hinzugezogen werden. Über Gesundheitsämter, Umweltämter, Industrie- und Handelskammern können in der Regel Fachadressen erfragt werden. Als Sofortmaßnahme kann eine Reinigung mit Alkohol (70%igem Ethylalkohol bei trockenen Flächen und 80 Prozent Ethylalkohol bei feuchten Flächen ) erfolgen. Handelt es sich um ein poröses Material (z.B. poröses Mauerwerk) so ist keine Reinigung möglich. Ist der Schimmelpilz schon ins Mauerwerk eingedrungen, muss dieses bis zur schimmelpilzfreien Schicht abgetragen werden.


Wie wird ein Schimmelpilzbefall in der Wohnung gemessen?

Bei Verdacht auf Schimmelpilzbefall kann ein baubiologisches Institut hinzugezogen werden. Bei der Untersuchung erfolgt eine Gebäudebegehung mit gründlicher Inspektion der Innen- und Außenwände auf Schimmelbefall, der Feuchtigkeitsprofile der Wände und der relativen Raumluftfeuchte. Durch Außen- und Innenraumluftproben kann man einen Überblick über die Sporenbelastung im Innenraum erhalten. Diese wird dann mit der Außenluftbelastung verglichen. Die Sporenanzahl im Innenraum sollte unter der im Freien liegen und die Zusammensetzung der Schimmelpilzsporen im Innenraum sollte nicht auffallend von der im Außenbereich abweichen. Außerdem dürfen die Proben keine stark krankheitserregenden Schimmelpilze oder Keime enthalten.

Auch Oberflächen-, Material- oder Hausstaubproben können untersucht werden, da Schimmelpilze in ungenutzten Räumen mit wenig Luftzirkulation schnell zu Boden sinken. Bei der weiteren Untersuchung im Labor werden die Proben dann auf Nährböden aufgebracht und bebrütet. Die lebensfähigen Pilzsporen bilden nach einigen Tagen Kolonien, die Schimmelpilzarten können dann bestimmt und die Ergebnisse in KBE (koloniebildende Einheiten) angegeben werden. Eine weitere Methode, bei der man auch die abgestorbenen Pilzsporen nachweisen kann, ist die Luftprobennahme mittels eines Objektträgers, auf den die Innenraumluft geblasen wird. Die Untersuchung erfolgt unter dem Mikroskop. Auch durch das Aufbringen von Agarplatten auf schimmelbefallene Oberflächen (Abklatschproben) oder Klebestreifen, an denen alle Partikel haften bleiben, können die vorkommenden Schimmelpilze bestimmt und Rückschlüsse auf den vorliegenden Schaden gewonnen werden.


Wann ist ein Raumluftreiniger sinnvoll?

Ein Luftreiniger mit einem Hepa-Filter-System sollte in der Lage sein, Partikel bis zu 0,3 µm Größe zurückzuhalten (1µm = 1/1.000mm) und dabei eine Filterleistung von 99,97% aufweisen. Die Filterkapazität muss zur Raumgröße passen. Die gesamte Raumluft sollte zweimal pro Stunde gefiltert werden. Die Filter sind sehr effektiv, es wird aber eine gewisse Pumpleistung benötigt, da durch den Filter ein Druck aufgebaut wird. Daher sind manche Geräte sehr laut. Der Einsatz von Luftreinigern sollte nicht als alleinige, sondern als unterstützende Maßnahme zur Allergenreduktion verstanden werden.

Besonders sinnvoll kann der Einsatz eines Luftreinigers bei Tierhaarallergikern sein, die nach Abschaffung des Tieres oder in Fällen, bei denen die Abschaffung des Tieres vorerst nicht möglich ist, zur schnelleren Reinigung der Luft, einen Luftreiniger einsetzen können. Tierallergene und insbesondere Katzenallergene haben sehr gute Schwebeigen-schaften und können lange in der Raumluft verbleiben.

Hilfreich kann ein Luftreinigungsgerät auch bei Schimmelpilz-, Hausstaubmilben- und Pollenallergien sein.