Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.

Insektengiftallergie

Während des Stechens geben Bienen und Wespen ihr Gift in die Haut des Opfers ab. Rund um die Einstichstelle entwickelt sich eine rote Quaddel, die sich nach ein paar Tagen wieder zurückbildet. Diese Quaddelbildung tritt bei jedem Menschen auf und ist die normale Abwehrreaktion des Körpers auf den Stich. Hat ein Mensch jedoch eine Allergie gegen das Insektengift entwickelt, reagiert der Körper mit heftigen Symptomen.


Wofür wir uns einsetzen und welche Angebote wir für unsere Mitglieder haben, lesen Sie am Ende des Textes.


Dies bedeutet: Rund um die Einstichstelle treten starke Schwellungen auf, die von Atemnot, Schwellungen im Gesicht und am Hals und einer starken allgemeinen Hautrötung begleitet sein können. Meist setzen diese Reaktionen Sekunden bzw. Minuten nach dem Stechen ein. Es sollte dann in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden, denn im Extremfall kann es zu einem anaphylaktischen Schock kommen.

Dem anaphylaktischen Schock gehen folgende Symptome voraus: Brennen und Jucken an den Handflächen und Fußsohlen, im Rachenraum und an der Zunge, begleitet von heftigen Atembeschwerden, Schwächegefühl und Hitzewallungen. Beim Auftreten dieser Symptome muss sofort eine Notfallbehandlung stattfinden.

Für den Notfall gerüstet

Insektengiftallergiker benötigen Medikamente für den Notfall. Diese sollten immer griffbereit sein, besonders bei Ausflügen. Zu einem Notfallset gehören auf jeden Fall:

  1. Antihistaminika mit schneller Wirkung,
  2. Cortison: Glukocortikoide zum Einnehmen mit ebenfalls schneller Wirkung,
  3. Adrenalin: bei sehr schwerwiegenden Reaktionen zur Injektion. Patienten sollten die Selbstinjektion in Schulungen lernen.

Normalerweise wird bei einer beginnenden Reaktion (z.B. Hautrötung, Kratzen im Hals, Quaddeln, Übelkeit) mit der Einnahme des Antihistaminikums und des Cortisons begonnen, der Adrenalin-Autoinjektor wird bereitgehalten und bei weiteren Anzeichen einer Anaphylaxie angewendet.

Tritt direkt eine schwere Reaktion auf, wird der Adrenalin-Pen sofort eingesetzt. Schwere Reaktionen sind z.B. Heiserkeit, pfeifende Atmung, Atemnot, gleichzeitiges Auftreten von mindestens zwei Symptomen an unterschiedlichen Organen z.B. Hautreaktion und Atemnot.

Ebenfalls soll der Adrenalin-Pen auch bei einer leichten Reaktion sofort eingesetzt werden, wenn ein sicherer Kontakt mit einem bekannten, individuellen Anaphylaxie-Auslöser erfolgt ist.

Zur Übersicht dient der Anaphylaxie-Pass und der Anaphylaxie-Notfallplan (erhältlich beim DAAB). Diese sollten vom Arzt mit den jeweiligen Medikamenten und der empfohlenen Dosierung ausgefüllt werden.

Da der Kontakt mit Bienen und Wespen nicht völlig vermieden werden kann, sollte eine Hyposensibilisierung (Spezifische Immuntherapie) erfolgen. Durch die Behandlung kann in den meisten Fällen eine Herabsetzung der Empfindlichkeit und ein möglichst lang anhaltender Schutz erzielt werden. In Monaten mit vermehrtem Insektenflug und dadurch erhöhter Insektenstichgefahr oder bei besonders exponierten Personen (z.B. Imker, Gärtner, Obst- und Bäckereiverkäufer, Waldarbeiter), sollte dieser Schutz möglichst schnell erreicht werden.

Daher wird bei Insektengiftallergikern meist eine Rush- (Schnell-/Stoß-) bzw. Ultrarush-Hyposensibilisierung durchgeführt. Durch eine möglichst rasche Dosissteigerung innerhalb einer Einleitungsbehandlung soll eine schnelle Verminderung der allergischen Reaktion erreicht werden. Dazu ist ein stationärer Aufenthalt in Fachkliniken notwendig. Die Therapie dauert mindestens drei bis fünf Jahre. Bei lebensbedrohlichen Insektengiftreaktionen wird manchmal auch eine lebenslange Behandlung empfohlen.

Unsere Tipps für Insektengiftallergiker

  1. Immer ein Notfallset mitführen und sofort anwenden, wenn man gestochen wurde.
  2. In der Nähe von Bienen und Wespen rasche Bewegungen vermeiden und nicht nach ihnen schlagen.
  3. Möglichst nicht in die Nähe von blühenden Blumen oder reifem Fallobst gehen. Vorsicht beim Obst- und Blumenpflücken.
  4. Vorsicht bei Gartenarbeiten! Bedecken Sie dabei soviel wie möglich von Ihrem Körper (lange Ärmel, lange Hosen, Hut).
  5. Weite, flatternde Kleider, schwarze Stoffe und farbige Blumenmuster meiden.
  6. Meiden Sie Parfüms, Haarsprays, stark parfümierte Pflegeprodukte.
  7. Lassen Sie beim Essen im Freien keine Süßigkeiten oder Fleischreste herumliegen.
  8. Gehen Sie im Sommer nie barfuss. Bienen bevorzugen den Aufenthalt im Klee, und viele Wespen leben in Bodenlöchern.
  9. Meiden Sie Mülltonnen und Abfallkörbe im Freien.

Sollten Sie weitere Fragen haben, dann wenden Sie sich an den Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V. Dort erhalten Sie als Mitglied eine detaillierte Beratung durch das DAAB-Wissenschaftsteam.



Zusätzlich bieten wir Ihnen weitere schriftliche Informationen:

  • Anaphylaxie-Notfallplan.
  • Ermächtigungsbescheinigung zur Medikamentengabe durch Erzieher / Lehrer.
  • Reisebescheinigung zum Mitführen der Notfallmedikamente im Handgepäck auf Flugreisen.
  • Karte: Notruf richtig absetzen.

Das gibt es zusätzlich nur für unsere Mitglieder

  • Infoblatt "Insektengiftallergie",
  • Verhalten im Notfall,
  • Hilfsmittel für den Notfall,
  • Anaphylaxie kompakt: ausführliche Informationen und Tipps für den Umgang mit einer Anaphylaxie,
  • Anaphylaxie beim Kind: ausführliche Informationen und Tipps,
  • Reisebescheinigung (englisch und deutsch) für Ihren Urlaubsaufenthalt mit einer Anaphylaxie.

Dafür setzen wir uns ein

  • Ausreichende Notfallmedikamente für Anaphylaktiker: Jeder Patient, der bereits eine anaphylaktische Reaktion oder ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer anaphylaktischen Reaktion hat, soll mit einer dem Gewicht angepassten adäquaten Menge an Adrenalin-Autoinjektoren als Notfallmedikament ausgestattet werden.
  • Integration der Anaphylaxie in die Ausbildung der Rettungssanitäter.
  • Übernahme der Kosten für die standardisierte Anaphylaxie-Schulung durch die Krankenkassen.
  • Schaffung von Rahmenbedingungen zur Gewährleistung der allergischen Notfallversorgung durch Lehrer und Errzieher (inklusive der Gabe von Notfall-Medikamenten).
  • Schulung von Erziehern/Lehrern/Betreuungspersonal in der Notfallversorgung Anaphylaxie gefährdeter Kinder.

Ihre Spende unterstützt unsere unabhängige Arbeit.