Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.

Kreuzallergie

Ein herzhafter Biss in einen Apfel und schon kribbelt es auf der Zunge. Pikante Speisen mit vielen Gewürzen verursachen Durchfälle und Krämpfe? Die Ursache kann eine Allergie als Folge einer bereits vorhandenen Pollen-Allergie sein. Das Stichwort: Kreuzallergie oder pollenassoziierte Lebensmittel-Allergie!


Wofür wir uns einsetzen und welche Angebote wir für unsere Mitglieder haben, lesen Sie am Ende des Textes.


Pollenassoziierte Lebensmittel-Allergien gehören zu den häufigsten Lebensmittel-Allergien im Erwachsenenalter. Vor allem bei einer Pollenallergie auf früh blühende Bäume und Sträucher (Birke, Erle, Hasel) treten häufig gleichzeitige Lebensmittel-Allergien auf. Für über 50 Prozent der Birkenpollen-Allergiker gilt: Wer auf Birke, Erle und Hasel reagiert, verträgt hauptsächlich Nüsse und einige rohe Obstsorten aus der Familie der Rosengewächse, wie Apfel, Birne, Pfirsich, Pflaume, Kirsche und Mandel nicht. Seltener werden exotische Früchte wie Kiwi, Litschi oder Avocado nicht vertragen. Diese Allergien treten eher dann auf, wenn auch weitere Pollenallergien (auf Beifuss) vorliegen. Allergien gegen Gewürze plagen in der Regel keinen reinen Birkenpollen-Allergiker.

Bei Beifußpollen-Allergikern sind Kreuzallergien ebenfalls keine Seltenheit, allerdings kommen sie statistisch gesehen etwas seltener vor. Kreuzreaktionen bei Beifußpollen-Allergikern können auf andere Vertreter aus der Gruppe der Korbblütler wie Chrysanthemen, Löwenzahn oder Kamille, vereinzelt auch auf Estragon und Sonnenblumenkerne auftreten. Beifuß gilt darüber hinaus als Leitallergen für Kräuter- und Gewürzallergien. Bekannt sind Vertreter aus der Familie der Pfeffergewächse wie grüner und schwarzer Pfeffer und der Nachtschattengewächse: Chili, Tomate und Paprika. Am häufigsten tritt in Verbindung mit Beifußpollen eine Sellerieallergie auf. Gleichzeitig sind meistens auch andere Gemüse und Gewürze aus der Familie der Doldenblütler wie Karotte, Fenchel, Anis, Koriander, Liebstöckel, Kümmel, Petersilie und Dill sowie frische Kräuter aus der Familie der Lippenblütler (Basilikum, Mayoran, Oregano, Thymian) betroffen. Nach diesem Erscheinungsbild wurde das so genannten „Sellerie- Karotten-Beifuß-Gewürz-Syndrom“ benannt.

Konsequenzen für den Speisenplan

Genauso individuell wie das Auftreten der Kreuzallergien sind auch die Empfehlungen betreffend der Ernährung. Es kann sein, dass die Kreuzallergien nur während der jeweils akuten Pollensaison auftritt, sodass eine ganzjährige Karenzkost für manche Pollenallergiker nicht nötig ist und die entsprechenden Lebensmittel im Herbst oder Winter durchaus verzehrt werden können. Botanische Verwandtschaften zwischen einzelnen Lebensmitteln und Pollen sollten nicht dazu führen, dass ganze Pflanzenfamilien aus dem Speisenplan gestrichen werden. So sind beispielsweise Kopf- oder Endiviensalat aus der Familie der Korbblütler eng verwandt mit Beifuss, als Allergieauslöser aber kaum bekannt. Je naturbelassener ein Lebensmittel ist, desto eher kann es eine allergische Reaktion hervorrufen.

 

Unsere Tipps für Kreuzallergiker

  • Einzelne Obst- und Gemüsesorten werden durch Schälen oder Erhitzen verträglicher. Probieren Sie Apfelkompott anstelle von rohen Äpfeln oder ein Kirschkuchen als Alternative zur frischen Variante.
  • Speziell bei Äpfeln gibt es Sortenunterschiede. Apfelsorten wie Altländer, Gloster und Hammerstein sind gut verträglich.
  • Kreuzreagierende Lebensmittel können während der Pollenzeit schlechter verträglich sein.
  • Gleichzeitiger Alkoholgenuss kann die allergische Reaktion verstärken.
  • Stresssituationen und Belastung im Alltag können Einfluss auf die allergischen Reaktionen nehmen.
  • Nehmen Sie eine individuelle Ernährungsberatung in Anspruch. Wir vermitteln Ihnen gerne Fachkräfte in Ihrer Nähe.

Sollten Sie weitere Fragen haben, dann wenden Sie sich an den Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V. Dort erhalten Sie als Mitglied eine detaillierte Beratung durch das DAAB-Wissenschaftsteam.



Zusätzlich bieten wir Ihnen weitere schriftliche Informationen:

  • DinA 3 Poster "Kreuzallergien" (für Wartezimmer und Praxis)
  • Infoblatt Kreuzallergien mit vielen Tipps zur praktischen Umsetzung der Ernährungsempfehlungen (nur für DAAB-Mitglieder)
  • Übersicht über mögliche Kreuzreaktionen der einzelnen Pollenallergien (nur für DAAB-Mitglieder)
  • Kreuzallergie-Karte mit Übersicht über pollenassoziierte Lebensmittel-Allergien.

Unsere Buchempfehlung zu diesem Thema

 

Das TRIAS Kochbuch für Kreuz-Allergiker, Schäfer C., Kamp A.; Trias Verlag, 2008,  19,95 €

Zum Buchverkauf


Das gibt es nur für unsere Mitglieder

  • Infoblatt Kreuzallergien mit vielen Tipps zur praktischen Umsetzung der Ernährungsempfehlungen.
  • Übersicht über mögliche Kreuzreaktionen der einzelnen Pollenallergien.

Dafür setzen wir uns ein

  • Bessere Allergie-Diagnostik von Lebensmittelallergien: Zugang für Patienten zu leitliniengerechter Diagnostik.
  • Kostenübernahme einer qualifizierten Ernährungstherapie für Patienten mit einer Lebensmittel-Unverträglichkeit.
  • Ein für Verbraucher verständliches und eindeutiges Zutatenverzeichnis: Einen Allergiehinweis auf verpackten Lebensmitteln außerhalb der Zutatenliste, in dem die allergieauslösenden Zutaten in "einfacher Sprache" aufgeführt sind. Als Beispiel reicht dann die Information: Enthält: Milch, Weizen. Einzelverpackungen aus Großgebinden solten (bei ausreichender Verpackungsgröße) den HInweis auf das Vorkommen von Hauptallergenen und möglichen unbeabsichtigten Kontaminationen erhalten.
  • Einheitliche Kennzeichnng durch einen vorgegebenen Wortlaut für das unbeabsichtigte Vorkommen von Allergieauslösern (Spurenkennzeichnung) - einheitlich in Bezug auf Wortlaut und Grundlagern der Kennzeichnung.
  • Festlegung einer einheitlichen Grundlage zur Kennzeichnung von unbeabsichtigt vorkommenden "Spuren" anhand von medizinisch gesicherten Schwellenwerten.
  • Schriftliche Information zu allergenen Zutaten, die vollständig, tagesaktuell und für Kunden einsehbar ist.
  • Verpflichtende Allergenschulung für alle Mitarbeiter in Herstellung und Service bei unverpackt angebotenen Lebensmitteln (Lose Ware), z.B. angeschlossen an die Hygieneschulung.
  • Sichere Außerhausverpflegung für Lebensmittelallergiker in Kitas, Schulen, Kliniken etc.: Verpflichtende Allergieschulungen für lebensmittelverarbeitende Berufe wie Metzger, Bäcker etc.
  • Aufnahme des Themas Lebensmittelallergien in die Ausbildung von Köchen, Metzgern, Bäckern sowie in allen Bereichen der lebensmittelverarbeitenden Industie/Gastronomie.

Ihr Spende hilft uns dabei.