Die chronische Bronchitis ist zu einer Volkskrankheit geworden, an der in
Deutschland etwa 10 Prozent der Frauen und mehr als 15 Prozent der Männer
Über dem 40. Lebensjahr leiden. Die Häufigkeit steigt mit zunehmendem
Alter, wobei Männer etwa doppelt so häufig davon betroffen sind
wie Frauen. Als Folgekrankheiten der chronischen Bronchitis können Lungenemphysem,
chronisches Cor pulmonale und Bronchialkarzinom entstehen. Bronchitis ist
hierzulande eine der wichtigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit
und Invalidität.
Die akute Bronchitis ist eine entzündliche Erkrankung der tiefen Atemwege. Als organisches Leiden ist sie nicht gleichzusetzen mit einem banalen Erkältungsinfekt oder einer bloßen Befindlichkeitsstörung.
Häufigste Ursache ist ein viraler Infekt. Aber ebenso können bakterielle Infekte und starke unspezifische Schleimhautreizungen (z.B. Belastung durch Stäube, Rauch, Dampf, Chemikalien) als Ursache in Betracht kommen. Die Leitsymptome sind Husten und Auswurf als Ausdruck einer vermehrten Schleimproduktion in den Bronchien durch Entzündung. Der Auswurf ist zumeist weiß, bei bakteriellem Infekt auch gelb bis grünlich verfärbt. Der Krankheitsbeginn ist akut, oft begleitet von Fieber.
Die Dauer erstreckt sich bei unkompliziertem Verlauf Über zwei bis drei Wochen. Unter ungünstigen äußeren Bedingungen (z.B. kalte Jahreszeit, Exposition gegenüber inhalativen Noxen wie Tabakrauch, Staubexposition am Arbeitsplatz u.a.) kann sich die Bronchitis jedoch Über sechs bis acht Wochen hinziehen.
Mit zunehmender Dauer erhöht sich das Ausmaß der Schädigung an der Bronchialschleimhaut, wodurch die lokalen Schleimhautabwehrmechanismen geschwächt und so das Angehen eines erneuten Infekts erleichtert werden. So erklären sich die häufig zu beobachtenden dicht aufeinanderfolgenden Bronchitisschübe. Unverkennbar ist der Einfluss jahreszeitlicher Faktoren. Die akute Bronchitis tritt im Winter wesentlich häufiger auf als in den Sommermonaten.
Akute Bronchitis im KindesalterAuch im Kindesalter ist der Virus-Infekt die häufigste Ursache für die akute Bronchitis. Oft geht die akute Bronchitis bei Kleinkindern mit einer Atemwegsverengung (Obstruktion) einher. In den ersten drei Lebensjahren wird die "spastische Bronchitis" bei etwa 20 Prozent aller Kinder beobachtet und zählt damit zu den häufigen Erkrankungen in dieser Altersgruppe.
Die Symptomatik ähnelt der des Bronchialasthmas, so dass in den ersten Lebensjahren die Trennung zwischen Asthma und Bronchitis häufig nicht klar zu vollziehen ist. Die Symptomatik ist gekennzeichnet durch Überwiegend trockenen Husten, sichtbare Erschwerung der Ausatmung und oft schon auf Distanz hörbare pfeifende Atemgeräusche. hält diese Symptomatik Über mehr als vier bis sechsWochen an und/oder wiederholen sich solche Episoden der akuten Erkrankung zwei- bis dreimal pro Jahr, so spricht dies mehr für ein Asthma als für eine Bronchitis.
Einer von verschiedenen Risikofaktoren für die Entwicklung einer obstruktiven Bronchitis im Kindesalter ist das Passivrauchen. Kinder von rauchenden Eltern haben etwa doppelt so häufig unter Atemwegserkrankungen zu leiden wie Kinder, die im Nichtraucherhaushalt aufwachsen.
Chronische BronchitisDie chronische Bronchitis ist hauptsächlich eine Erkrankung des Erwachsenen. Sie ist durch eine mehr als drei Monate andauernde Symptomatik in Form von Husten und Auswurf in mindestens zwei aufeinanderfolgenden Jahren gekennzeichnet.
Die chronische Bronchitis hat nicht nur eine, sondern zumeist mehrere Ursachen. Der wichtigste Einzelfaktor ist die langjährige Schädigung der Bronchialschleimhaut durch inhalierten Zigarettenrauch. Andere Faktoren sind unter anderem die Luftverschmutzung, berufliche inhalative Noxen (Stäube, Dämpfe, Gase), Passivrauchen, Atemwegsinfekte. Darüber hinaus sind Faktoren wie Lebensalter, Geschlecht oder eine genetisch begründete Anfälligkeit von Bedeutung.
Mit zunehmendem Lebensalter steigt die Bronchitisrate an. Männer erkranken häufiger als Frauen. Unter den genetischen Faktoren sind u.a. die anlagebedingte bronchiale Überempfindlichkeit (Hyperreaktivität) zu nennen.
Einfache chronische BronchitisDie Symptomatik besteht aus Husten mit Auswurf bei entzündlich bedingter
Überproduktion von Bronchialschleim. Die Symptomatik ist zumeist morgens
nach dem Aufwachen am stärksten ausgeprägt. Dies gilt vor allem
für die am häufigsten zugrundeliegende "Raucherbronchitis".
Bei Rauchern mit chronischer Bronchitis findet sich zudem eine eindeutige
Dosis-Wirkungs-Beziehung: Zahlreiche Untersuchungen zeigen Übereinstimmend,
dass die Symptomhäufigkeit von Husten und Auswurf mit der Zahl der täglich
konsumierten Zigaretten steigt.
Die Prognose der einfachen chronischen Bronchitis ist zumeist günstig.
Allerdings ist bei fortgesetztem inhalativen Rauchen das Risiko zur Entwicklung
eines Bronchialkarzinoms erhöht.
Im Gegensatz zur einfachen chronischen Bronchitis, die in den meisten Fällen einen harmlosen Verlauf nimmt, ist die chronisch-obstruktive Verlaufsform eine ernstzunehmende und im Spätverlauf schwerwiegende Erkrankung. Sie ist eine häufige Ursache für vorzeitige Invalidität, mindert die Lebensqualität erheblich und wirkt sich verkürzend auf die Lebenserwartung aus.
Die Symptomatik wird nicht von Husten und Auswurf, sondern vor allem auch von der Luftnot geprägt. Diese tritt zunächst nur bei stärkerer körperlicher Anstrengung, später bereits bei geringsten Belastungen im Alltag und schließlich phasenweise in Ruhe auf. Der Aktionsradius des Betroffenen kann dadurch auf ein Minimum reduziert werden, so dass geringste Belastungen wie das An- und Auskleiden, der Gang zur Toilette u.a. durch Luftnot Äußerst beschwerlich werden.
Ursache für die Atemnot ist die Verengung der Bronchien mit Deformierung durch Verkrampfung der Bronchialmuskulatur, entzündliche Schwellung der Bronchialschleimhaut, narbige Verdickung der Bronchialwände, aber auch Instabilität der Bronchien mit Kollapsneigung während der Ausatmung und Verlegung der Bronchien durch zähen, mühsam abhustbaren Schleim.
Ein Teil der Patienten leidet auch unter einer unspezifischen bronchialen Überempfindlichkeit (Hyperreaktivität) Ähnlich der beim Bronchialasthma, so dass bei geringsten Reizen der Bronchialschleimhaut (inhalative Noxen, Kälte, körperliche Anstrengung, Infekte u.a.) anfallsartige Luftnot bis hin zu Erstickungsangst auftreten kann.
Bei der chronisch-obstruktiven Bronchitis liegt in den meisten Fällen auch eine Störung des Gasaustausches in der Lunge vor, die sich in einem Absinken des Sauerstoffgehalts im Blut ausdrückt. Das Rechtsherzversagen ist eine häufige Todesursache im Spätstadium der chronisch-obstruktiven Bronchitis. Oft entwickelt sich parallel zur chronisch-obstruktiven Bronchitis auch ein Lungenemphysem (chronische Überblähung der Lunge infolge Struktur- und Elastizitätsverlust der Lunge). Die Abgrenzung zwischen einfacher chronischer Bronchitis und chronisch-obstruktiver Bronchitis gelingt am zuverlässigsten mit Hilfe der Lungenfunktionsdiagnostik.
TherapieAkute Bronchitis
Wegen des kurzen Spontanverlaufs (Rückbildung innerhalb von drei Wochen)
ist eine intensive Therapie zumeist nicht erforderlich. Die Maßnahmen
können sich zunächst auf die symptomatische Linderung der Beschwerden
beschränken.
Akute Bronchitis im Kindesalter
Bei der akuten obstruktiven Bronchitis im Kindesalter ist für ausreichende
körperliche Ruhe und reichliche Flüssigkeitszufuhr zu sorgen. Zur
Lösung der Bronchialverkrampfung eignet sich die Inhalation eines Beta-2-Sympathikomimetikums
oder als Feuchtaerosol unter Verwendung eines Düsenverneblers.
Einfache chronische Bronchitis
Im Falle der "Raucherbronchitis" ist die wirkungsvollste Maßnahme
das Einstellen des Rauchens, was zumeist innerhalb von vier Wochen zu einer
deutlichen Rückbildung der Symptomatik von Husten und Auswurf führt
und langfristig sogar häufig völlige Symptomfreiheit bewirkt.
Chronisch obstruktive Bronchitis
Die chronische obstruktive Form bedarf der konsequenten Langzeittherapie,
häufig lebenslang. Wichtigste Voraussetzung für einen Therapieerfolg
ist die Meidung inhalativer Noxen, insbesondere das Einstellen des Rauchens.
Die medikamentöse Therapie stützt sich hauptsächlich auf den
Einsatz von bronchialerweiternden Substanzen.
Antibiotika werden nur dann gegeben, wenn Hinweise auf eine akute bakterielle Infektion bestehen, wie eine Zunahme von Husten und Auswurf, der eitrig verfärbt ist, sowie Fieber und Blutbildveränderungen. Schleimlösende Medikamente gehören heute nach wie vor zu den am häufigsten verordneten Medikamenten bei chronisch-obstruktiver Bronchitis.
Die gute "Bronchialpflege" hat vor allem bei chronisch-obstruktiver Bronchitis mit reichlicher Schleimproduktion einen hohen therapeutischen Stellenwert. Verschiedene physiotherapeutische Maßnahmen, die erlernt werden können, haben sich bewährt. Besonders gut geeignet ist auch die regelmäßige (mehrmalige tägliche) Benutzung des Flutter VRP 1-Desitin. Damit gelingt eine "innere Klopfmassage" der Luftröhre und der großen Bronchien, was zur Lockerung des Schleims und zur Erleichterung des Abhustens beiträgt. Das Gerät, das nicht größer ist als ein Pfeifenkopf, ist einfach zu bedienen, aber äußerst wirkungsvoll.