Neben der medikamentösen Therapie sind vorbeugende Maßnahmen wie
Allergen-karenz, Impfungen, eine spezifische Immuntherapie oder auch eine
Arbeitsplatzberatung angezeigt. Patientenschulungen, körperliches Training
(Asthma-Sport), Atem- und Physiotherapie, Raucherentwöhnung, Gewichtsreduktion
(falls nötig) sowie Rehabilitation beeinflussen den Krankheitsverlauf
positiv.
Die medikamentöse Behandlung stellt aber nach wie vor die Grundlage der Asthmatherapie dar. Generell gilt, dass die Asthmatherapie individuell an den jeweiligen Patienten mit seinem persönlichen Schweregrad und seiner persönlichen Ausprägung angepasst werden muss. Die Wirkstoffe und deren Dosierungen variieren daher mit dem Verlauf der Erkrankung (Asthmastufenplan).
Das Behandlungsziel liegt in der Einschränkung der Bronchialschleimhautentzündung, der Verminderung der bronchialen Überempfindlichkeit und der Verringerung der Atemwegsverengung. Dazu stehen dem Lungenfacharzt zwei Wirkstoffgruppen zur Verfügung: die bronchienerweiternden (symptomatisch wirkenden) und die entzündungshemmenden (vorbeugend wirkenden) Medikamente.
Entzündungshemmende Medikamente (Controller)
Controller wirken der chronischen Schleimhautentzündung entgegen. Sie
müssen als Dauertherapie regelmäßig eingenommen werden. Die
zur Verfügung stehenden Wirkstoffe sind Dinatrium Cromoglicinsäure
(DNCG), Nedocromil, Leukotrien-Antagonisten und Kortikosteroide.
Inhalative Kortikosteroide stellen die antientzündliche Basistherapie dar. Es gibt sie als Dosieraerosol oder Pulver in verschiedenen Ausführungen, z.B. Diskus, Turbohaler oder Easyhaler. Der Wirkungseintritt erfolgt nach mehreren Tagen bis zwei Wochen. Orale Steroide in Tablettenform wirken stärker entzündungshemmend und werden bei schwerem Asthma oder bei einer zusätzlichen Verschlechterung durch eine Infektion gegeben. Der Wirkung tritt nach wenigen Stunden ein.
Leukotrien-Antagonisten (Montekulast) setzen – meist zeitweise - die bronchiale Hyperreagibilität herab und wirken vorbeugend gegen Anstrengungsasthma. Mittlerweile sind sie auch für die alleinige Behandlung von allergischer Rhinitis (Heuschnupfen) zugelassen. Säuglinge mit Asthma dürfen ab dem sechsten Monat mit Montelukast behandelt werden. Bei einer Kombination aus allergischem Asthma und Heuschnupfen ist der Wirkstoff – aufgrund der Studienlage – erst ab 15 Jahren zugelassen. Als Darreichungsformen stehen Kau- und Filmtabletten sowie Granulat zur Verfügung.
DNCG und Nedocromil werden zur Prophylaxe beziehungsweise als sehr schwache entzündungshemmende Mittel – meist bei Kindern – eingesetzt. Sie werden als Aerosol oder Pulver inhaliert.
Bronchienerweiternde Medikamente (Reliever)
Diese Wirkstoffe entspannen die verkrampfte Bronchialmuskulatur und wirken
unmittelbar, aber nur symptomatisch, der Luftnot entgegen. Sie sollen nur
bedarfsorientiert, nicht regelmäßig eingesetzt werden.
Beta-2-Antagonisten (Beta-2-Sympathomimetika) sollten nicht häufiger als drei- bis viermal am Tag benötigt werden. Ein höherer Bedarf zeigt entweder eine Verschlechterung des Asthmas oder eine ungenügende entzündungshemmende Therapie an. Es gibt rasch- und langwirksame Medikamente, die entweder als Bedarfsmedikation (Wirkdauer: vier Stunden) oder zur Langzeittherapie (Wirkdauer: zwölf Stunden) eingesetzt werden können.
Als Therapieeinstieg wird häufig ein Kombinationspräparat aus einem bronchienerweiternden Wirkstoff und Cortison gewählt. Kombinationspräparate gibt es in verschiedenen Zusammenstellungen und Dosierungen.
Theophyllin kann als Retardtablette für die Langzeittherapie eingesetzt werden, vor allem bei nächtlichen Beschwerden. Dabei sollte die Theophyllin-Serumkonzentration zwischen fünf und 15 mg / Liter liegen. Zudem gibt es diesen Wirkstoff als Notfallmedikament in Tropfenform. Da Theophyllin nur einen sehr schmalen Wirkungsgrad aufweist und leider häufig zu ungewollten Nebenwirkungen führt, wird es nur noch selten eingesetzt.
Seit Ende 2005 ist in Deutschland der Wirkstoff Omalizumab für schweres allergisches Asthma zugelassen, der IgE-Antikörper im Blut abfängt. Der Wirkstoff wird ein- bis dreimal im Monat injiziert.
Der Patient kann ganz entscheidend zum besseren Asthmamanagement beitragen,
indem er regelmäßig zu Hause mit dem Peak-Flow-Meter die Ausatmungsgeschwindigkeit
misst. Die Messungen sollten zwei- bis dreimal täglich erfolgen und in
ein Asthmatagebuch eingetragen werden. Somit kann der Krankheitsverlauf kontrolliert
und rechtzeitig auf eventuelle Verschlechterungen reagiert werden. Mithilfe
des Ampelschemas kann anhand des Peak-Flow-Protokolls der derzeitige Krankheitszustand
erkannt und entsprechend gehandelt werden. Das Ampelschema sollte immer mit
einem Facharzt erarbeitet werden, der auch den persönlichen Bestwert
festlegt.
Weitere Informationen und persönliche, individuelle Beratung gibt es für Mitglieder des Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V.