Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.

Behandlung von Asthma

Für die Behandlung eines Asthma bronchiales ist eine engmaschige Kontrolle wichtig. An erster Stelle steht die Vermeidung möglicher Asthmaauslöser. Parallel hierzu werden individuell geeignete Asthmamedikamente vom Facharzt ausgesucht und deren Handhabung geschult.

Darüber hinaus gibt es viele begleitende Maßnahmen. Asthmasport, Atem– und Entspannungsübungen, die Eigenkontrolle durch das Peak-Flow-Meter und die Akzeptanz der Erkrankung spielen eine wichtige Rolle. Die Medikamenteneinnahme richtet sich individuell nach dem Schweregrad der Entzündung und wird anhand eines Asthma-Stufenplans festgelegt.  Dazu stehen dem Lungenfacharzt zwei Wirkstoffgruppen zur Verfügung: die bronchienerweiternden (symptomatisch wirkenden) und die entzündungshemmenden (vorbeugend wirkenden) Medikamente.

Die Ziele der Behandlung sind:

  • Verringerung der Entzündung der Bronchialschleimhaut
  • Verminderung der bronchialen Überempfindlichkeit
  • Verringerung der Atemwegsverengung

Die Wirkstoffgruppen

Bronchienerweiternde Medikamente (Reliever)
Diese Wirkstoffe entspannen die verkrampfte Bronchialmuskulatur und wirken unmittelbar, aber nur symptomatisch, der Luftnot entgegen. Sie werden in kurzwirksamer Form bei Bedarf, oder langwirksam als Dauermedikation (in Verbindung mit Cortison) bei schwerem Asthma eingesetzt:

  1. Kurzwirksame Beta-2-Antagonisten (Beta-2-Sympathomimetika) sollten nicht häufiger als drei- bis viermal am Tag benötigt werden. Ein höherer Bedarf zeigt entweder eine Verschlechterung des Asthmas oder eine ungenügende entzündungshemmende Therapie an. Ihre Wirkdauer beträgt circa vier Stunden.
  2. Langwirksame Beta-2-Sympathomimetika öffnen längerfristig die Bronchien und werden angewendet, wenn die alleinige Behandlung mit inhalativem Cortison nicht ausreicht. Ihre Wirkdauer beträgt circa zwölf Stunden.

Entzündungshemmende Medikamente (Controller)
Controller wirken der chronischen bronchialen Schleimhautentzündung entgegen. Sie müssen als Dauertherapie regelmäßig eingenommen werden. Wichtigster Wirkstoff ist dabei das Cortison, das vor allem inhalativ angewendet wird.

Inhalative Kortikosteroide stellen die antientzündliche Basistherapie dar. Es gibt sie als Dosieraerosol oder Pulver in verschiedenen Ausführungen, z.B. Diskus, Turbohaler oder Easyhaler. Der Wirkungseintritt erfolgt nach mehreren Tagen bis zwei Wochen.

Leukotrien-Antagonisten (Montelukast), wirkt entzündungshemmend, setzen die bronchiale Hyperreagibilität herab und wirken vorbeugend gegen Anstrengungsasthma. Mittlerweile sind sie auch für die alleinige Behandlung von allergischer Rhinitis (Heuschnupfen) zugelassen. Säuglinge mit Asthma dürfen ab dem sechsten Monat mit Montelukast behandelt werden (als Zusatztherapie) und als Einzeltherapie bei Belastungsasthma kann es ab dem 2. Lebensjahr eingesetzt werden.

Als Therapieeinstieg wird meist ein kurzwirksamer, bronchienerweiternder Wirkstoff und ein inhalatives Cortison gewählt. Greift diese Therapie nicht mehr, wird häufig ein Kombinationspräparat aus einem bronchienerweiternden Wirkstoff und Cortison gewählt. Kombinationspräparate gibt es in verschiedenen Zusammenstellungen und Dosierungen.

Asthma-Management durch Eigenkontrolle

Der Patient kann ganz entscheidend zum besseren Asthmamanagement beitragen, indem er regelmäßig zu Hause mit dem Peak-Flow-Meter die Ausatmungsgeschwindigkeit misst. Die Messungen sollten zwei- bis dreimal täglich erfolgen und in ein Asthmatagebuch eingetragen werden. Somit kann der Krankheitsverlauf kontrolliert und rechtzeitig auf eventuelle Verschlechterungen reagiert werden. Mithilfe des Ampelschemas kann anhand des Peak-Flow-Protokolls der derzeitige Krankheitszustand erkannt und entsprechend gehandelt werden. Das Ampelschema sollte immer mit einem Facharzt erarbeitet werden, der auch den persönlichen Bestwert festlegt.

Sollten Sie weitere Fragen haben, dann wenden Sie sich an den Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V. Dort erhalten Sie als Mitglied eine detaillierte Beratung durch das DAAB-Wissenschaftsteam.



Zusätzlich bieten wir Ihnen weitere schriftliche Informationen an:

  • Asthma/COPD-Tagebuch
  • Asthma Fragen & Antworten von A-Z (nur für DAAB-Mitglieder)
  • Asthma Behandlung - Medikamente verständlich erklärt (nur für DAAB-Mitglieder)
  • Asthma-Notfallpass
  • Asthma im Alltag (nur für DAAB-Mitglieder)
  • Asthma beim Ihrem Kind (nur für DAAB-Mitglieder)
  • Entspannungsübungen (nur für DAAB-Mitglieder)
  • Atemübungen (nur für DAAB-Mitglieder)
  • Reha und Kur (nur für DAAB-Mitglieder)