Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.

Atemübungen

Mit Atemübungen kann es gelingen, die eigene Atmung so kontrolliert einzusetzen, dass sie auch bei einem akuten Asthmaanfall Linderung verschafft.

Richtiges, bewusstes Atmen versorgt Gehirn und Körperzellen mit Sauerstoff und führt den Körper in einen Entspannungszustand. Bei einem akuten Asthmaanfall verengen sich die Bronchien so stark, dass der Betroffene nicht mehr richtig ausatmen kann und erst nach Inhalation eines Asthmasprays wieder durchatmen kann. Hinzu kommt die natürliche Angst bei einem Asthma-Anfall zu ersticken, die zu einer schnelleren Atmung und einer schlechteren Versorgung der Zellen mit Sauerstoff führen. Durch die richtige Körperhaltung bei speziellen Atemübungen und kontrolliertes Atmen kann versucht werden, die Luftnot zu mindern.

Wichtig ist, dass bei der Durchführung der Übungen gewisse Regeln eingehalten werden:

  • Das Einatmen sollte langsam über die Nase erfolgen, wobei der Mund geschlossen bleibt.
  • Ausgeatmet wird anschließend durch den Mund und zwar so langsam und so lange wie möglich. Atmen Sie dabei „hörbar“ aus auf „sss“, „sch“, „pff“ oder „ch“-Laute. So ist das Atmen besser zu kontrollieren.

Die folgenden Atemübungen werden in entspannter Körperhaltung, im Stand, Liegen oder Sitzen durchgeführt. Gerade bei Übungen im Stehen ist auf eine korrekte Körperhaltung zu achten. Stehen Sie aufrecht ohne Hohlkreuz, die Füße stehen parallel auf dem Boden und die Knie sind locker.

Übung 1: Die Lippenbremse

Diese Übung ist besonders bei akuter Atemnot oder bei Belastung von Bedeutung und bildet die Grundlage aller Atemübungen. Dabei wird die Luft durch die Nase eingeatmet und durch den gespitzen, nur leicht geöffneten Mund langsam und kontrolliert (gegen die gespitzten Lippen) wieder ausgeatmet. Die Luft wird, wie oben beschrieben, in „sss“- oder „pff“- Lauten ausgeatmet. Durch diese Methode bleiben die Atemwege weit, die Lunge wird entleert und kann mit neuer, sauerstoffreichen Luft versorgt werden.

Übung 2: Der Kutschersitz

Für die Übung nimmt man einen Stuhl und setzt sich aufrecht auf den vorderen Teil der Sitzfläche. Dann lässt man sich langsam zusammensacken. Die Unterarme ruhen dabei auf den Oberschenkeln und die Hände hängen locker herunter. Der Rücken ist in der Position eines Katzenbuckels, also leicht gerundet und nicht verkrampft. Der Brustkorb wird vom Gewicht der Schultern entlastet. Außerdem können Muskeln, die normalerweise die Arme an den Körper heranführen, in diesen Haltungen helfen, den Brustkorb zu weiten. Dadurch wird es Ihnen möglich, freier durchzuatmen.

Übung 3: Variante des Kutschersitz

Als Variante kann man einen Tisch zur Hilfe nehmen, auf den man seinen Kopf ablegen kann. Die Hände liegen bei dieser Übung nicht auf den Oberschenkeln, sondern ebenfalls auf dem Tisch und stützen den Kopf. Mit Hilfe der Lippenbremse wird ein- und ausgeatmet.

Übung 4: Torwartstellung

Diese Übung wird im Stehen durchgeführt, wobei die Knie leicht gebeugt sind. Die Hände legt man etwa eine Handbreit oberhalb der Knie auf den Oberschenkeln ab und beginnt mit der Lippenbremse ein- und auszuatmen.

Durch das bewusste Atmen bei den verschiedenen Übungen entspannt sich der Körper und verhilft den Muskeln, um die Bronchien herum sich zu entkrampfen und zu lösen. So kann auch ein Asthmatiker lernen, einfach zu atmen.

Bei Fragen wenden Sie sich an den Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V. Dort erhalten Sie als Mitglied eine detaillierte Beratung durch das DAAB-Wissenschaftsteam.



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