Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.

FAQs zu Atemwege

Muss ich Angst vor Cortison haben?

Die Angst vor Nebenwirkungen durch Cortison ist bei vielen Menschen groß aber nach dem heutigen Stand der Forschung meist unbegründet.

Denn: Wird der Wirkstoff Cortison mit Hilfe von Dosieraerosolen inhaliert, gelangt er direkt an den richtigen Ort, nämlich an die Schleimhäute der Bronchien in der Lunge. Hier reichen schon niedrige Dosen, um die Verbesserung des Krankheitsbildes zu erreichen. Im Vergleich zu Cortisontabletten gelangt also fast kein Wirkstoff mehr ins Blut.

Die regelmäßige (meist jeden Morgen und jeden Abend inhalieren) und richtige Einnahme der Medikamente ist dabei sehr wichtig.

Nach dem Inhalieren des Cortisons ist es sinnvoll zu trinken, etwas zu essen oder die Zähne zu putzen, damit Wirkstoffreste nicht im Mund verbleiben, denn bei empfindlichen Menschen kann sich hierdurch ein Mundsoor (Pilzbefall) bilden.

Das inhalative Cortison hilft nicht sofort! Es dauert einige Zeit (oftmals 10 bis 14 Tage), bis die Wirkung eintritt und auch der Patient die Verbesserung bemerkt.

Cortison ist das wirksamste Medikament, um den Entzündungsreaktionen beim Asthma bronchiale (der eigentlichen Basis der Erkrankung also) entgegen zu wirken.

Erfolgt nur eine unregelmäßige Einnahme oder der Wirkstoff gelangt durch eine falsche Inhalationstechnik nicht ausreichend an den Wirkort (in die Atemwege), verschlechtert sich das Krankheitsbild immer mehr. Als Folge tritt Atemnot auf und das Notfallspray zur Erweiterung der Bronchien muss immer häufiger inhaliert werden.


Was kann ich selbst unterstützend tun, um mein Asthma zu verbessern?

  • Nehmen Sie an Asthmaschulungen teil.
  • Machen Sie (nach Rücksprache mit dem Arzt) Sport, z.B. moderaten Ausdauersport.
  • Lernen Sie Atemgymnastik und Atemtechniken wie die „Lippenbremse“ anzuwenden.
  • Denken Sie daran, dass das Rauchen die Atemwege zusätzlich reizt und schädigt. Durch Rauchverzicht erhöhen Sie die Wirksamkeit der Medikamente.
  • Achten Sie als Allergiker im Urlaub auf möglichst allergenfreie Ziele.
  • Ein regelmäßiger Klimawechsel (Seeluft oder Hochgebirge) kann hilfreich sein.
  • Nutzen Sie physiotherapeutische Angebote. Dabei können beispielsweise Klopfmassagen zum Abhusten und Lösen von Schleim angewendet werden.
  • Bei Übergewicht sollten Sie abnehmen, da dies die Atmung erleichtert.
  • Vermeiden Sie Stress und gönnen Sie sich ausreichenden Schlaf.
  • Entspannungsmethoden wie autogenes Training helfen bei Stress oder Angst (vor Atemnot).
  • Ein regelmäßiger Impfschutz gegen Infektionen der oberen und unteren Luftwege Grippe, Lungenentzündung durch Pneumokokken) ist wichtig.
  • Regelmäßiges Saunieren (wenn Ihr Arzt dies befürwortet) hilft gegen Infektanfälligkeit.
  • Erarbeiten Sie mit Ihrem behandelnden Arzt einen Asthma-Notfallplan, um bei Bedarf gut vorbereitet zu sein.
  • Ermitteln Sie ihren persönlichen Peak-Flow Bestwert (Atemstromstärke) und messen Sie diesen dann regelmäßig. Für einen guten Überblick können Sie die Werte in ein Asthma-Tagebuch eintragen. Ihrem Arzt geben die Verlaufskurven wertvolle Hinweise.

Hilft die Hyposensibilisierung bei allergischem Asthma bronchiale?

Bei einem gemäßigten (leicht- bis mittelgradig) allergischen Asthma kann eine Hyposensibilisierung (Spezifische Immuntherapie) durchgeführt werden. Die Behandlung kann aber nur erfolgen, wenn das Asthma gut kontrolliert ist und wirksame Therapiepräparate (für die Hyposensibilisierung des speziellen Allergieauslösers) zur Verfügung stehen. Die Hyposensibilisierung kann besonders wirkungsvoll sein, wenn zusätzlich allergische Symptome an Nase und Augen vorliegen. Besonders gute Erfolge werden bei jüngeren Patienten mit eindeutig diagnostizierten Allergieauslösern erzielt. Langjährige, ältere Asthmapatienten, die durch antiasthmatische Medikamente nur eine geringe Linderung erreichen und deren Beschwerden nicht nur durch Allergien, sondern auch durch andere Faktoren wie Gerüche oder Kälte ausgelöst werden, kommen für eine Hyposensibilisierung nicht in Frage. Diese Patienten zählen zu den Risikopatienten, bei denen unerwünschte Nebenwirkungen der Hyposensibilisierung auftreten können und die Behandlung kaum eine Wirkung zeigt.