Allergenarmer Beikostaufbau
Allergien haben in den vergangenen Jahren gerade bei Kindern deutlich zugenommen.
Sollte Ihr Kind der "Risikogruppe" angehören, kann durch verschiedene
Präventionsmaßnahmen der Ausbruch der Erkrankung eingedämmt
werden.
Haben Sie ihren allergiegefährdeten Säugling vier
(bis max. sechs) Monate ausschließlich gestillt oder mit einer Milch-Ersatznahrung
gefüttert, beginnt der Beikostaufbau. Hierbei sollten Sie auf folgendes
achten:
• allergenarme Zusammensetzung und schrittweise Einführung. Also
nur ein neues Lebensmittel pro Woche.
• Gestalten Sie die Beikost so einfach wie möglich. Ihr Säugling
benötigt keine Vielfalt in seinem Nahrungsangebot, wie es sich mancher
Erwachsener wünscht.
• Geben Sie Ihrem Kind von jeder neuen Mahlzeit anfangs nur einige wenige
Löffel und stillen oder reichen Sie im Anschluss Flaschennahrung, so
dass sich Ihr Kind und sein Körper an die neue Mahlzeit gewöhnen
können. So wird nun Monat für Monat eine Breikost anstelle einer
Milchmahlzeit ersetzt.
1. Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei (ab dem 5. Monat)
Der Mittagsbrei besteht aus den Komponenten Gemüse, Kartoffeln, Fleisch,
Öl und Obst, die aber erst nach und nach zusammen gegeben werden. Üblicherweise
wird mit dem Gemüse in Form von Möhren angefangen. Steigern Sie
die Menge von Tag zu Tag. Später können Sie dann auch auf Zucchini,
Kürbisse, Pastinaken, Brokkoli oder Blumenkohl zurückgreifen.
Frühestens nach einer Woche können Sie dem Gemüse Kartoffeln
und Pflanzennöl untermischen. Besonders geeignet auf Grund der Zusammensetzung
sind Raps-, Sonnenblumen- oder Maiskeimöl.
Sieben Tage später kann dann eine kleine Portion fettarmes, gekochtes
und püriertes Fleisch mitgefüttert werden. Vorzugsweise sollte Geflügel-,
Lamm-, Kalb- oder Rindfleisch verzehrt werden. Für die bessere Verwertung
des Eisens ist Vitamin-C-reiches Obst (auch als Saft) wichtig.
2. Milch-Getreide-Brei (ab dem 6. Monat)
Als nächstes wird der Milch-Getreide-Brei eingeführt, den das Kind
abends bekommt. Er besteht aus Kuhmilch (ggf. Säuglingsmilch), Getreideflocken
und Obst. Die Verträglichkeit des Getreides, anfangs in Form von Reisflocken,
überprüft man am besten, indem man es einige Tage nur mit Wasser
oder der Säuglingsnahrung zubereitet. Anschließend kann 3,5 %ige,
erhitzte Vollmilch mit den Reisflocken vermengt werden. Verträgliche
Obstsäfte oder Obstpüree aus dem Mittagsbrei folgen zuletzt.
Wenn der Abendbrei mit allen drei Komponenten verträglich ist, sollten
die Reisflocken durch nährstoffreichere Hirseflocken ersetzt werden.
Später können dann auch Haferflocken, Weizengrieß, Weizen-
oder Dinkelflocken verzehrt werden.
Falls Ihr Kind schon eine Kuhmilchallergie entwickelt hat oder der begründete
Verdacht besteht, dass dieser Fall eintreten könnte, kann der Milch-Getreide-Brei
durch den Getreide-Obst-Brei ausgetauscht werden oder Sie ersetzten die Milchkomponente
durch verträgliche Ersatznahrung (Hydrolysat).
3. Getreide-Obst-Brei (ab dem 7. Monat)
Dieser Brei wird dem Kind nachmittags zubereitet. Von den Bestandteilen dieses
Breis – Getreide, Obst, Öl und Wasser – kennt das Kind schon
jeweils mindestens eins. Mit den bekanntermaßen verträglichen Produkten
beginnen Sie auch den Aufbau dieses Breis. Als Getreide eignet sich Reis,
Hirse, Hafer, Dinkel oder Weizen. Neben dem Getreide kommt eine Obstkomponente
in gekochter Form dazu. Wenn die Verträglichkeit von gekochtem Obst gewährleistet
ist, kann auch schrittweise rohes, geriebenes oder zerdrücktes Obst eingeführt
werden.
4. Familienkost
Ihr Kind ist nun schon alt genug, um kleine Happen zu kauen. Zudem möchte
es an den gemeinsamen Mahlzeiten der Familie teilnehmen. Aus dem Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei
entsteht das Mittagessen mit Gemüse, Kartoffeln, Reis oder Nudeln und
etwas Fleisch oder Fisch. Der Milch-Getreide-Brei und die morgendliche Milchmahlzeit
gehen in Frühstück und Abendessen über, bestehend aus Milch,
Brot oder Getreideflocken und Obst oder Rohkost. Der Getreide-Obst-Brei wird
zu Zwischenmahlzeiten am Vormittag und Nachmittag.
Ausführliche Information
• über die einzelnen Beikostschritte
• und Rezepte für einen allergenarmen Beikostaufbau
• zum Beikostaufbau bei einer Kuhmilcheiweißallergie
gibt es exclusiv für Mitglieder des Deutschen Allergie- und Asthmabundes
e.V.