Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.

Hühnerei-Allergie

Hühnerei-Allergien treten bevorzugt im Säuglings- und Kindesalter auf. Diese frühkindlichen Allergien bestehen in der Regel ein bis zwei Jahre und „wachsen sich danach aus“. Im Erwachsenenalter sind Hühnerei-Allergien selten.

Als Beschwerden treten Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle sowie Neurodermitischübe oder Nesselsucht auf.  Die Schwere der Symptome reicht von leichten Befindlichkeitsstörungen bis hin zum anaphylaktischen Schock.

Achtung Begrifflichkeiten

Eiweiß (Protein) ist der Oberbegriff für eine Nährstoffgruppe die in Eiern, aber auch in anderen Nahrungsmitteln tierischer und pflanzlicher Herkunft enthalten ist. In seiner Beschaffenheit ist das Eiweiß der einzelnen Nahrungsmittel jedoch sehr unterschiedlich. Die vom Immunsystem gebildeten Antikörper, die mit für die allergische Reaktion verantwortlich sind, werden immer nur gegen einen ganz speziellen Auslöser gebildet. Somit gibt es keine allgemeine “Eiweiß-Allergie”, sondern nur eine Hühnereiweiß-Allergie, Kuhmilcheiweiß-Allergie etc.

Oftmals kommt es bei der Hühnerei-Allergie zu Begriffsverwechslungen. Im Folgenden wird der weiße (klare) Teil des Hühnereis als Eiklar und das Gelbe als Eidotter bezeichnet. Der Begriff Eiweiß wird gezielt vermieden, da der Laie oftmals bei einer Hühnereiweiß-Allergie meint, es dürfte generell kein Eiweiß mehr verzehrt werden.

Neben dem Frühstücks-, Rühr- und Spiegelei werden Eier vielfach in der eigenen Küche zur Verarbeitung von Lebensmitteln eingesetzt. Pfannkuchen, Panaden, Cremespeisen und Kuchen sind ohne die Zutat Ei kaum denkbar. Dies hat auch die Lebensmittelindustrie für sich entdeckt und setzt Eier in einer Vielzahl von Lebensmitteln des täglichen Bedarfs ein. Als Binde-, Lockerungs- oder Dickungsmittel nehmen wir, mehr oder weniger unbewusst, Eier jeden Tag zu uns.

Der eindeutige Nachweis einer Hühnerei-Allergie wird durch einen Allergologen mittels verschiedener Haut-/Blutuntersuchungen (Prick, IgE) und diätetischer Verfahren erbracht. In Einzelfällen muss eine Provokation ergänzend durchgeführt werden.

Die Therapie besteht in erster Linie aus einer Ernährungsumstellung. Nachdem durch den Allergologen eindeutig festgestellt worden ist, dass eine Hühnerei-Allergie vorliegt, müssen Ei- und Eiprodukte vom Speiseplan gestrichen werden. Um trotz Diät eine ausgewogene Ernährung zu sichern und eine Alternative fürs Kochen und Backen zu schaffen, ist eine individuelle Ernährungsberatung sinnvoll. Die Ernährungsfachkräfte des Deutschen Allergie- und Asthmabundes stehen Ihnen für eine individuelle Beratung gerne zur Verfügung und vermitteln Ihnen Adressen von Ernährungsfachkräften in Ihrer Region.

Bei der Ernährungsumstellung sollten alle Eiprodukte gemieden werden: Frühstücksei, Eigelb, Eiklar, Rührei, Spiegelei, Eierstich, Pfannkuchen, Panaden, Kuchen mit Ei oder Omelette.

Durch ihre vielseitigen Eigenschaften werden Eier zusätzlich in unterschiedlichen Bereichen eingesetzt, zum Beispiel:

  • als Bindemittel in Teig- und Backwaren, Panaden, Mehl- und Kartoffelklößen,
  • als Emulgator in Saucen, Cremespeisen, Mayonnaise, Eierlikör,
  • als Klärmittel in Brühe, Aspik.

Beim Einkauf von verpackten Lebensmitteln kann ein Blick auf das Zutatenverzeichnis eine Orientierungshilfe sein. Hier werden seit 2005 Hühnereier und Produkte daraus als Zutat aufgelistet.  Achten Sie auf folgende Begrifflichkeiten im Zutatenverzeichnis: Eiöl, Eiprotein, Flüssigei, Flüssigeigelb, Flüssigeiweiß, Gefrierei, Trockenei, Trockeneiweiß, Trockeneigelb, (Ovo-)Albumin, Ovo-Protein, Simplesse, Vollei, E 322 Lecithin (Ei), E 1105 Lysozym (Ei).

“Eiweiß“ im Rahmen der Nährwertanalyse (...Gramm (g) Eiweiß/ Protein) zeigt nicht die Verwendung von Hühnerei an.

Bei nicht verpackter, lose abgegebener Ware beim Bäcker, Metzger oder im Restaurant gilt bislang keine gesetzlich vorgeschriebene Kennzeichnung der Inhaltsstoffe.

 

Sollten Sie weitere Fragen haben, dann wenden Sie sich an den Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V. Dort erhalten Sie als Mitglied eine detaillierte Beratung durch das DAAB-Wissenschaftsteam.

Zusätzlich bieten wir Ihnen weitere schriftliche Informationen:

  • Ernährungs-Symptom-Tagebuch
  • Hühnerei-Allergie: Fragen von A-Z (nur für DAAB-Mitglieder)
  • Ausführliche Ernährungsempfehlungen zur Hühnerei-Allergie (nur für DAAB-Mitglieder)
  • Eiersatzprodukte für den täglichen Gebrauch (nur für DAAB-Mitglieder)
  • Restaurantkarte Hühnerei-Allergie
  • Informationen zur Allergen-Kennzeichnung (nur für DAAB-Mitglieder)
  • Rezeptsammlung des DAAB (nur für DAAB-Mitglieder)
  • Ernährungsfachkräfte in Ihrer Nähe


 

 

 

Unsere Buchempfehlungen zu diesem Thema

 

Rezepte ohne Milch, Ei, Weizen und Soja, C. Schäfer, B. Schäfer, 2011

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Richtig einkaufen bei Nahrungsmittel-Allergie, Dr. Reese, Constien, Schäfer, 2007

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