Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.

Kuhmilch-Allergie

Zu den bedeutendsten Allergieauslösern tierischer Herkunft neben dem Hühnerei zählen Milch- und Milchprodukte. Speziell im Säuglings- und Kindesalter lösen sie Beschwerden am Verdauungstrakt oder an der Haut, häufig in Verbindung mit einem Neurodermitisschub, aus. Im Erwachsenenalter ist eine Kuhmilch-Allergie eher selten.


Wofür wir uns einsetzen und welche Angebote wir für unsere Mitglieder haben, lesen Sie am Ende des Textes.


Der eindeutige Nachweis einer Kuhmilch-Allergie wird durch einen Allergologen mittels verschiedener Haut-/Blutuntersuchungen (Prick, IgE) und diätetischer Verfahren erbracht. In Einzelfällen muss ergänzend eine Provokation durchgeführt werden.

Achtung: Beschwerden nach dem Verzehr von Milchprodukten muss nicht automatisch bedeuten, dass eine Kuhmilch-Allergie vorliegt. Klagen Sie beispielsweise über Blähungen und Durchfall nach dem Genuss von Milch, Sahne oder Eis, vertragen aber kleine Mengen Käse oder Joghurt, so ist zunächst abzuklären, ob eventuell eine Lakose-Intoleranz bei Ihnen vorliegt.

Meiden von Kuhmilcheiweiß

Die Therapie der Kuhmilch-Allergie besteht in erster Linie in einer Ernährungsumstellung. Nachdem durch den Allergologen eindeutig festgestellt worden ist, dass eine Kuhmilch-Allergie vorliegt, müssen Milch- und Milchprodukte vom Speiseplan gestrichen werden (Karenzkost).

Hierzu gehören: Alle Sorten Trinkmilch, Joghurt, Dickmilch, Kefir, Quark, Käse, Kondensmilch, Buttermilch, saure Sahne, Sahne und Butter.

Neben Maßnahmen zur Karenz ist das Aufzeigen von Nährstoffquellen, die Kuhmilch ersetzen können, wichtiger Bestandteil der Therapie. Kuhmilch und Milchprodukte liefern als Grundnahrungsmittel neben hochwertigem tierischen Eiweiß auch einige Vitamine (A, D, B-Komplex) und Mineralstoffe. Besonders wichtig sind Milchprodukte für die Versorgung mit Vitamin B2, Jod, Kalzium und Eiweiß. Wird beim Meiden von Kuhmilch auf eine ausgewogene Ernährung geachtet geachtet, so ist die ausreichende Versorgung mit Eiweiß, Vitamin B2 und Jod weitgehend gewährleistet. Im Säuglingsalter muss allerdings auf eine spezielle Erstznahrung (Vollhydrolysat) umgestellt werden.

Um trotz Diät eine ausgewogene Ernährung zu sichern und eine Alternative fürs Kochen und Backen zu schaffen, ist eine individuelle Ernährungstherapie sinnvoll. Die Ernährungsfachkräfte des DAAB stehen Ihnen für eine individuelle Beratung gerne zur Verfügung und vermitteln Ihnen Adressen von Ernährungsfachkräften in Ihrer Region.

Der Einkauf und der Außer-Haus-Verzehr

Beim Einkauf von verpackten Lebensmitteln kann ein Blick auf das Zutatenverzeichnis eine Orientierungshilfe sein. Hier werden Milch- und Milchprodukte als Zutat aufgelistet und fett oder unterstrichen hervorgehoben. Bei nicht verpackter, lose abgegebener Ware beim Bäcker, Metzger oder im Restaurant gilt seit dem 13. Dezember 2014 eine gesetzlich vorgeschriebene Kennzeichnung der 14 häufigsten Allergieauslöser.

Achten Sie auf Begriffe wie Milch, Rahm, Joghurt, Dickmilch, Kefir, Quark, Käse, Kondensmilch, Buttermilch, saure Sahne, Sahne, Butter, aber auch (Lakt-) Albumin, Kasein, Kaseinat, Laktoglobulin und Laktose.



Zu diesem Thema bieten wir Ihnen weitere schriftliche Informationen an:

  • Restaurantkarte Kuhmilch-Allergie
  • Ernährungs-Symptom-Tagebuch
  • Ernährungsfachkräfte in Ihrer Nähe
  • Marktchgeck Getreidedrinks
  • Restaurantkarte Kuhmilch-Allergie
  • Fyler zur Allergen-Kennzeichnung

Das gibt es zusätzlich nur für unsere Mitglieder

  • Kuhmilch-Allergie: Fragen von A-Z
  • Ausführliche Ernährungsempfehlungen zur Kuhmilch-Allergie
  • Ersatzprodukte für den täglichen Gebrauch
  • Information zur Allergen-Kennzeichnung
  • Rezeptsammlung des DAAB
  • Aufstellung Ersatznahrung für Säuglinge
  • Besondere Aspekte der Kuhmilchallergie im Säuglingsalter

Dafür setzen wir uns ein

  • Bessere Allergie-Diagnostik von Lebensmittelallergien: Zugang für Patienten zu leitliniengerechter Diagnostik, d.h. Anamnese, Blut- und Hauttests und ggf. orale Provokationstestung (auch stationär).
  • Kostenübernahme einer qualifizierten Ernährungstherapie der Krankenkassen für Patienten mit einer Lebensmittel-Unverträglichkeit.
  • Ein für den Verbraucher verständliches und eindeutiges Zutatenverzeichnis:
    • einen Allergiehinweis auf verpackten Lebensmitteln außerhalb der Zutatenliste, in dem die allergieauslösenden Zutaten in "einfacher Sprache" aufgeführt sind. Beispiel: Enthält Milch, Weizen.
    • Einzelverpackungen aus Großgebinden sollten (bei ausreichender Verpackungsgröße) den Hinweis auf das Vorkommen von Hauptallergenen und möglichen unbeabsichtigten Verunreinigungen erhalten.
    • Differenzierung der Gruppen "Glutenhaltiges Getreide" und "Schalenfrüchte" bei Hinweisen auf unbeabsichtigte Kontamination: Statt "Kann Schalenfrüchte enthalten" besser formuliert "Kann Haselnüsse, Mandeln (etc.) enthalten". Statt "Kann glutenhaltiges Getreide enthalten" besser formuliert "Kann Weizen, Dinkel (etc.) enthalten".
  • Einheitliche Kennzeichnung durch einen vorgegebenen Wortlaut für das unbeabsichtigte Vormommen von Allergieauslösern (Spurenkennzeichnung).
  • Festlegung einer einheitlichen Grundlage zur Kennzeichnung von unbeabsichtigt vorkommenden "Spuren" anhand von medizinisch gesicherten Schwellenwerten.
  • Schriftliche Information zu allergenen Zutaten, die vollständig, tagesaktuell und für Kunden einsehbar ist.
  • Verpflichtende Allergenschulung für alle Mitarbeiter in Herstellung und Service bei unverpackt angebotenen Lebensmitteln (Lose Ware).
  • Sichere Außer-Haus Verpflegung für Lebensmittelallergiker in Kitas, Schulen, Kliniken etc.
  • Aufnahme des Themas Lebensmittelallergien in die Ausbildung von Köchen, Metzgern, Bäckern sowie in allen Bereichen des lebensmittelverarbeitenden Industrie und Gastronomie.

Unsere Buchempfehlungen zu diesem Thema

 

Rezepte ohne Milch, Ei, Weizen und Soja, C. Schäfer, B. Schäfer, 2011

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Richtig einkaufen bei Nahrungsmittel-Allergie, Dr. Reese, Constien, Schäfer, 2007

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