Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.

Expertenrat

Flüssigwaschmittel für Kleidung geeignet?

Ich habe sensible Haut. Kann ich mein Flüssigwaschmittel auch für die Handwäsche verwenden?

Viele Verbraucher verwenden Flüssigwaschmittel auch als Handwaschmittel für empfindliche Textilien wie Seide oder Pullover, da sie sich schnell im Waschbecken auflösen lassen.
Doch ein Flüssigwaschmittel ist für die Waschmaschine gedacht und nicht für den intensiveren Kontakt der Hände bei der Handwäsche konzipiert.
Bei nicht bestimmungsgemäßen Gebrauch als Handwaschmittel können die Inhaltsstoffe zu Hautreizungen mit Rötung und Juckreiz führen. Insbesondere Verbraucher mit sehr trockener Haut und / oder geschädigter Hautbarriere sowie Kontaktallergiker müssen hier besonders vorsichtig sein. In speziellen Waschmitteln für die Handwäsche sind die waschaktiven Substanzen meist sensitiver und führen daher deutlich weniger zu Hautreizungen.


Gibt es Allergien aus Orchideen?

Sie gilt als die „Königin der Blume“. Sie wurde als Heilmittel eingesetzt, natürlich zur Dekoration und seit Jahrtausenden ranken sich zahlreiche Mythen um diese Blume: die Orchidee. Doch kann sie auch Allergien auslösen?

Es existieren vereinzelte Meldungen über Kontaktallergien der Hände und Unterarme von Orchideenzüchtern. Nach dem Schutz mit Handschuhen wurde auch über die Entwicklung von Hautreaktionen an der Nasenspitze durch zufälligen Kontakt mit überhängenden Blüten berichtet. Für die Reaktionen werden sogenannte chinoide Verbindungen (Chinone)verantwortlich gemacht. Ein Beispiel ist das Cypripedin (z.B. Hauptallergen im Frauenschuh). Es gehört zu den Phenanthrenchinonen. Dabei besteht auch die Möglichkeit der Kreuzreaktion unter den einzelnen Chinonen.

Liegt eine Sensibilisierung mit allergischer Reaktion auf diese Stoffe vor, können auch weitere chinoide Inhaltsstoffe anderer Arten eventuell eine Hautreaktion hervorrufen wie das Primin von Becherprimeln. Gelegentlich werden Reaktionen auf Vanille gemeldet. Auch die Vanillepflanze gehört zu den Orchideen. In den fermentierten Vanilleschoten fand man Allergene wie etwa Vanillin und Ethylvanillin. Die Inhaltsstoffe des Vanillearomas von Vanillepflanzen sollen rund 400 Substanzen enthalten.

Kreuzreaktionen können auch bei Allergikern mit Reaktionen auf Perubalsam auftreten. Bei Menschen mit empfindlichem Bronchialsystem können Gerüche und auch intensive Düfte von Pflanzen zu einer Reizung oder Verengung der Atemwege führen. Duftende Orchideen können daher auf diesem Wege zu Reaktionen führen. Es wird über Einzelfälle von Soforttyp-Allergien auf Vanille mit Reaktionen wie einem Quincke-Ödem (Gesichtsschwellung) oder Bronchospasmus (Krampf der glatten Bronchialmuskulatur) berichtet. Duftstoffe können aber auch, wie oben beschrieben, für allergische Hautreaktionen verantwortlich sein. Über allergische Reaktionen auf den Blütenpollen wird bisher nicht berichtet. Dies mag daran liegen, dass Orchideen in der Regel besondere Übertragungsmechanismen von Pollenpaketen auf die bestäubenden Tiere wie Insekten und Kolibris entwickelt haben und keine massenhafte Pollenproduktion nutzen wie dies bei windblütigen Arten wie Hasel, Erle, Birke oder Gräsern der Fall ist.


Pollenflug schon im Februar?

Ich habe seit einer Woche tränende Augen und eine leicht verstopfte Nase. Könnten das schon erste Pollen sein?

In den letzten zwei Wochen hatten wir schon sehr milde Tage mit teils frühlingshaften Temperaturen. Sieht man sich in der Natur um, fällt auf, dass in Teilen Deutschlands schon erste Kätzchen der Hasel aufgehen. Es gibt verschiedene Entwicklungsstufen an einer Pflanze. Einzelne Kätzchen, die speziell im unteren Bereich des Strauches hängen sind schon länger vom Wuchs und weiter geöffnet, andere, die höher hängen, beginnen langsam sich zu vergrößern und zum Teil auch zu öffnen.

In Teilen von NRW, Schleswig Holstein und Niedersachsen werden erste Haselpollen gemeldet. Der Süden Deutschlands hingegen ist noch pollenfrei. Ab Mitte Februar, so die Wettervorhersage, werden die Temperaturen ansteigen und es ist spätestens dann auch in anderen Teilen Deutschlands mit Haselpollen zu rechnen. Nähere Informationen zum aktuellen Pollenflug, gemeldet von unseren Mitgliedern finden Sie unter www.pollentrend.de


Fisch in der Schwangerschaft und Beikost?

Ich bin unsicher ob ich währen der Schwangerschaft Fisch verzehren soll. Einige raten davon ab, da Fische reich an Schadstoffen sind.

Immer wieder gibt es Verunsicherungen zum Thema Fischverzehr in der Schwangerschaft. Studien konnten jedoch belegen, dass der regelmäßige Fischverzehr (1-2mal pro Woche) das Neurodermitis- und Allergierisiko des Nachwuchses senkt. Fettreiche Meeresfische wie Lachs, Hering oder Makrele sind besonders gut geeignet, um den Bedarf an Omega-3- Fettsäuren zu decken. Meeresfische sind zudem eine wichtige Jodquelle. Aufgrund einer möglichen Schwermetallbelastung sollten fettreiche Raubfische wie Tunfisch, Schwertfisch, Heilbutt oder Hecht während der Schwangerschaft gemieden werden.
Um sich vor einer möglichen Infektion zu schützen, sollten Sie in der Schwangerschaft auf geräucherte und gebeizte Fische wie Räucherlachs, geräucherte Forelle oder Graved Lachs ebenfalls verzichten. Roher Fisch wie Sushi ist in der Schwangerschaft Tabu. Mit dem regelmäßigen Verzehr von Fisch nutzen Sie die Wirkung der Omega-3-Fettsäuren im Sinne der Allergieprävention für Ihr Kind.
Die Empfehlungen gehen weiterhin davon aus, dass Fisch auch in der Beikost einen präventiven Effekt hat. Probieren Sie doch mal das Fleisch einmal pro Woche durch Fisch zu ersetzt, wenn der Brei fester Bestandteil der täglichen Kost ist. Es eignet sich auch hier z.B. Lachs, Hering oder Regenbogenforelle.


Ist die Marone eine Nuss?

Unser 5-jähriger Sohn ist ein Nuss- und Schalenfruchtallergiker. Der Verzehr einer Walnuss im Kindergarten hat im Alter von vier Jahren einen anaphylaktischen Schock bei ihm ausgelöst. Da bald ein Fest mit einem Lagerfeuer mit dem Verzehr von Ess-Kastanien ansteht meine Frage: Zu welchen Gewächs gehören Ess-Kastanien beziehungsweise Maronen?

Die Kastanie bzw. Marone ist die Frucht der Edelkastanie und zählt zu der Familie der Buchengewächsen. Kreuzreaktionen zwischen Nüssen und Esskastanien sind eher unwahrscheinlich. Nussallergiker müssen deshalb nicht per se auf den Verzehr von Maronenprodukten verzichten. Im Rahmen des Latex-Frucht-Syndroms ist eine Kreuzreaktion von Maronen zu Latex eher wahrscheinlich. Ebenfalls sind in der Literatur einzelne Fälle von Kreuzreaktionen zu Birkenpollen bekannt. Das hitzelabile Protein Cas s 1 ist dafür verantwortlich.