Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.

Urtikaria und Ernährung

Lebensmittel-Allergien kommen als Auslöser einer akuten, einer chronischen und einer Kontakt-Urtikaria in Frage.


Wofür wir uns einsetzen und welche Angebote wir für unsere Mitglieder haben, lesen Sie am Ende des Textes.


Bei der akuten Urtikaria platzieren sich Lebensmittel-Allergien, speziell im Erwachsenenalter, in der Rangliste der häufigsten Auslöser nach Infekten und Arzneimitteln eher im hinteren Feld. Bei Kleinkindern und Kindern treten sie häufiger, speziell auf Grundnahrungsmittel wie Milch oder Ei, auf.

Neben der akuten Urtikaria kann sich auch nach dem Hautkontakt mit Lebensmitteln eine so genannte Kontakt-Urtikaria ausbilden. Speziell Köche/innen leiden unter dieser Berufserkrankung, die hauptsächlich durch den Kontakt mit Fischen, Meeresfrüchten, Hühnereiern und Erdnüssen ausgelöst wird. Während die speziellen Auslöser der Kontakt-Urtikaria und der akuten Form durch die zeitnahe Reaktion nach Verzehr bzw. Kontakt des Lebensmittels schnell identifiziert werden können, gestaltet sich die Suche nach Lebensmittel-spezifischen Auslösern bei der chronischen Urtikaria als Detektivspiel.



Allergien eher Nebensache

Echte Lebensmittel-Allergien spielen bei der chronischen Form der Urtikaria eine untergeordnete Rolle. Eher stehen nicht allergische Reaktionen auf Lebensmittel-Inhaltsstoffe (Pseudoallergien) als Auslöser im Vordergrund. Circa 50 Prozent der Patienten mit chronischer Urtikaria leiden unter einer Pseudoallergie. Auslöser sind sowohl künstliche als auch natürlich vorkommende Inhaltsstoffe in Lebensmitteln.

Diagnose “Pseudoallergie“

Zu den pseudo-allergischen Reaktionen zählen diejenigen Krankheitsbilder, deren Symptome der klassischen allergischen Reaktionen nahezu gleichen, bei denen aber ein Lebensmittel-spezifischer, immunologischer Auslösemechanismus fehlt. Bei dieser Reaktionsform findet keine IgE-Antikörperbildung im Körper statt. Dementsprechend sind klassische Allergietestungen (Pricktest, Bluttest auf IgE-Anitkörper) bei der Diagnosestellung nicht aussagekräftig. Die Diagnoise basiert nur auf diagnostischen Diäten mit anschließender Provokation.

Unsere Tipps Bei Urtikaria

  • Besteht bei Ihnen eine Urtikaria länger als sechs Wochen, suchen Sie einen Facharzt auf. Der DAAB ist seinen Mitgliedern gerne bei der Vermittlung geeigneter Ansprechpartner behilflich.
  • Achten Sie bei der Behandlung darauf, dass je nach Urtikaria-Form verschiedene Untersuchungen wie Blut- und Differentialblutbild, Urin- und Stuhlanalysen, Heliobakter pylori-, Streptokokken- und Staphylokokken-Serologie, physikalische Testungen, Antikörperbestimmungen, Hormonanalysen, Untersuchungen auf versteckte Infekte und allergologische Testungen durchgeführt werden.
  • Erst nach Ausschluss oben genannter Auslöser ist es sinnvoll, eine „Pseudoallergenarme Diät“ durchzuführen.
  • Die Diät muss durch eine allergologisch versierte Ernährungsfachkraft begleitet werden.

In Zusammenarbeit mit Ihrem Arzt und der Ernährungsfachkraft sollte eine geeignete Klinik für die Provokationen vor Ort ausgesucht werden.

Klinik – Spezialist – Ernährungsfachkraft

Ergibt sich unter einer Diät eine deutliche Besserung, empfiehlt sich ein stationärer Aufenthalt, um herauszufinden, welche Auslöser relevant sind. Ist ein Klinikaufenthalt nicht möglich, kann im Rahmen einer individuellen Ernährungstherapie die pseudo-allergenarme Diät, in Absprache mit dem Arzt und der Ernährungsfachkraft, langsam und schrittweise mit verträglichen Lebensmitteln aufgebaut werden. Die Diagnose und anschließende Therapie einer Pseudo-Allergie bei der chronischen Urtikaria erfordert vom Patienten viel Geduld, Motivation und Disziplin. In einer intensiven Ernährungstherapie über einen längeren Zeitraum muss eine für den Patienten schmackhafte, ausgewogene und praktikable Ernährungsform unter Berücksichtigung der Unverträglichkeiten gefunden werden.

Sollten Sie weitere Fragen haben, dann wenden Sie sich an den Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V. Dort erhalten Sie als Mitglied eine detaillierte Beratung durch das DAAB-Wissenschaftsteam.


Zusätzlich bieten wir Ihnen weitere schriftliche Informationen an:

  • Urtikaria von A-Z-  Die häufigsten Fragen und Antworten (nur für DAAB-Mitglieder)
  • Hautpflege ABC - Wirkstoffe im Überblick (nur für DAAB-Mitglieder)
  • Infoblatt "Unterschiedliche Urtikaria-Formen" (nur für DAAB-Mitglieder)
  • Liste mit spezialisierten Ärzten, Kompetenzzentren und Spezialkliniken
  • Allergologisch spezialisierte Ernährungsfachkräfte

Unsere Buchempfehlungen zu diesem Thema

 

Juckreiz, Quaddeln, Nesselsucht – wenn die Haut wie Feuer brennt, Maurer, 2006

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Urtikaria: 100 Fragen – 100 Antworten Ein Ratgeber für Patienten mit Nesselsucht, Maurer, 2006

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Diese Angebote gibt es nur für DAAB-Mitglieder

  • Urtikaria von A-Z: Die häufigsten Fragen und Antworten
  • Hautpflege ABC - Wirkstoffe im Überblick
  • Unterschiedliche Formen der Nesselsucht
  • Urtikaria und Ernährung
  • Liste mit spezialisierten Ärzten, Kompetenzzentren und Spezialkliniken

Dafür setzen wir uns ein:

  • Das Krankheitsbild der Urtikaria (Nesselsucht) ist immer noch ein Randthema, dass selten im Fokus der Medien ist. Betroffene ziehen sich eher zurück und „leiden“ im Stillen. Durch eine breite Aufklärungskampagne und die Initiierung des Welt-Urtikaria Tages möchten wir die Hautkrankheit aus der Nische der Berichterstattung holen.
  • Wir bieten den Patienten eine Plattform zum Austausch und entsprechende Experten für die Beratung und die praktische Hilfe, abseits der Arztbesuche.
  • Jeder Urtikaria Patient spricht im Durchschnitt bei vier Ärzten wegen seiner Hauterkrankung vor. Dies möchten wir ändern und erstellen in Zusammenarbeit mit spezialisierten Ärzten und Kliniken eine Liste mit Kompetenzzentren, in denen Betroffene adäquat behandelt werden.
  • Wir arbeiten an der medizinischen Leitlinie Urtikaria mit.
  • Wir fordern einen zusätzlichen Allergikerhinweis auf Kosmetika (z.B. enthält Duft- und Konservierungsstoffe) sowie deutlicher hervorgehobene und verständlichere (deutsche Bezeichnungen) Kennzeichnung der häufigsten Auslöser von Kontaktallergien auf Kosmetika.
  • Wir fordern die vollständige Deklaration sowie einen zusätzlichen Hinweis auf potentielle Allergieauslöser (z.B. enthält Duftstoffe) auf medizinischen Produkten wie Salben, Lotionen, Verbandsmaterialien, Heftpfastern etc.
  • Deklaration der Inhaltstoffe mit Allergiehinweis auf Wasch- und Reinigungsmitteln.
  • Gesetzliche Regelung von Begriffen wie „hypoallergen“ zum Schutz der Verbraucher.
  • Verbot allergieauslösender Stoffe in Kinderkosmetik.

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