Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.

Urtikaria

Die Urtikaria (lat. Urticaria dioica oder Urticaria urens, urere = brennen), auch Nesselsucht genannt, ist die häufigste Erkrankung der Haut. Etwa 25 Prozent der Bevölkerung hat schon einmal eine Urtikaria durchlebt. Die leichte, aber akute Form tritt schon nach der Berührung einer Brennnessel auf.

Bei einer Urtikaria kommt es zu plötzlich juckenden Quaddeln an der Haut oder an einzelnen Hautpartien. Häufig treten gleichzeitig -aber auch allein - tiefe Schwellungen der Haut, so genannte Angioödeme, auf. Begleitet werden die Symptome durch starken andauernden Juckreiz. Je nach Dauer, Krankheitsverlauf und Auslöser werden verschiedene Formen der Urtikaria unterschieden.

Mögliche Auslöser

  • Unverträglichkeit von körpereigenen Stoffen (so genannte Autoreaktivität), der Körper bekämpft sich selbst.
  • Chronische Infekte (z.B. versteckte Infekte der Nasennebenhöhlen, der Rachenmandeln, des Magen-Darm-Trakts oder im Zahn- und Mundbereich).
  • Intoleranzen (Überempfindlichkeiten) gegen Nahrungsmittelzusätze (z.B. Farb-, Aroma- oder Konservierungsstoffe) oder Medikamente.
  • Allergien (seltene Auslöser Nahrungsmittel, Pollen, Tierhaare)

Die akute Urtikaria

Ungefähr ein Drittel der Urtikaria-Patienten leidet unter einer akuten Form der Nesselsucht. Diese verläuft unproblematisch, tritt plötzlich wie aus heiterem Himmel auf und klingt nach wenigen Tagen oder Wochen ab. Auslöser hierfür können zum Beispiel Infekte, Schmerzmittel oder andere Medikamente sein.

Chronische Urtikaria Formen

Weitaus schwieriger für den Arzt und den Patienten sind akute Urtikaria-Formen, die länger als sechs Wochen andauern und täglich (kontinuierlich) oder in Abständen von mehreren Tagen (rezidivierend) auftreten. Der Fachmann spricht in solchen Fällen von einer chronischen Urtikaria. Einer solchen Nesselsucht, bei der Quaddeln/Angioödeme täglich oder wöchentlich auftreten können, kann eine Vielzahl von Ursachen zugrunde liegen. Während bei der akuten Urtikaria selten nach den genauen Ursachen geforscht wird, sollte bei einem chronischen Verlauf eine gründliche Suche nach Auslösern und Ursachen Bestandteil der Therapie sein. Es ist bekannt, dass die chronische Urtikaria Jahre und manchmal Jahrzehnte andauern kann, gelegentlich durch eine schwere Grunderkrankung ausgelöst wird und häufig nicht ohne die andauernde Einnahme von Juckreiz unterdrückenden Medikamenten auszuhalten ist.

Eine weitere Gruppe sind die physikalischen Urtikaria-Formen. Dazu gehören solche Erkrankungen, bei denen Symptome nur nach Kontakt mit bestimmten physikalischen Reizen auftreten. Diese Reize können durch Wärme, Kälte, Druck oder Vibration entstehen.

Was tun wenn`s juckt

Die Therapie einer Urtikaria richtet sich immer nach dem auslösenden Faktor und bedarf eines Experten, der aus den verschiedenen Behandlungsmethoden die richtige auswählt. Im Vordergrund der Behandlung steht die Beseitigung oder das Meiden des ursächlichen Auslösers. So sollte bei einer Infekt-Urtikaria der Entzündungsherd bekämpft werden oder bei einer durch eine Unverträglichkeit verursachte Nesselsucht die Karenz des Auslösers im Vordergrund stehen. Führt dies nicht zum gewünschten Erfolg, rückt die Symptomatik in den Fokus der Behandlung.

Je nach akuter oder chronischer Urtikaria werden unterschiedliche Medikamente eingesetzt. Für die akute Urtikaria steht neben dem Einsatz von Antihistaminika der Wirkstoff Kortison im Vordergrund.

Bei der chronischen Urtikaria wird nach einem bestimmten Stufenschema behandelt. Je nach Stärke der Beschwerden kommen ebenfalls Antihistaminika (auch in höherer Dosis) zum Einsatz. Klingen die Beschwerden trotz Gabe von Antihistaminika nicht ab, werden Leukotrienenantagonisten gegeben und das Antihistaminika eventuell gewechselt. In der nächsten Behandlungsstufe wird zusätzlich ein spezielles H2-Antihistaminika gegeben und die Behandlung mit Anti-IgE (Omalizumab), Cyclosporin A (unterdrückt die Immunabwehr) oder Dapson (antibiotisch wirksamer Arzneistoff) ergänzt.

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Unsere Buchempfehlungen zu diesem Thema

 

Juckreiz, Quaddeln, Nesselsucht – wenn die Haut wie Feuer brennt, Maurer, 2006

Urtikaria: 100 Fragen – 100 Antworten Ein Ratgeber für Patienten mit Nesselsucht, Maurer, 2006