Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.

Was hilft bei Neurodermitis?

Die Therapie der Neurodermitis muss individuell gestaltet werden und setzt bei unterschiedlichen Aspekten an. Um den Hauterscheinungen effektiv vorbeugen zu können, ist es einerseits wichtig, die persönlichen Auslöser zu erkennen und zu meiden, andererseits ist eine konsequente Hautpflege entscheidend.

Frühling, Sommer, Herbst und Winter - die Hautpflege muss der Jahreszeit angepasst werden.

Wofür wir uns einsetzen und welche Angebote wir für unsere Mitglieder haben, lesen Sie am Ende des Textes.


Diese muss individuell sein und sich dem aktuellen Hautbild sowie der Jahreszeit anpassen. Mit der Basispflege wird zunächst der verminderte Wasser-und Fettfilm der Haut verbessert. Dies erreicht man durch tägliches Eincremen der gesamten Haut. Falls dennoch Ekzeme entstehen, gibt es eine Vielzahl an (arzneilich) wirkstoffhaltigen Hautpflegeprodukten. Der Einsatz dieser Wirk- und/oder Arzneistoffe findet stufenweise nach einem so genannten Stufenplan statt und richtet sich nach dem aktuellen Hautzustand.

Gegenmaßnahmen

Antientzündliche Behandlung
Beim akuten Schub ist die antientzündliche Behandlung mit kortisonhaltigen Cremes und Salben die Therapie der Wahl. Bei der verantwortungsvollen Behandlung mit dem richtig ausgewählten Kortison-Präparat treten nur sehr selten Nebenwirkungen auf. Der Einsatz von Kortikosteroiden sollte zeitlich begrenzt und nur mit ärztlicher Beratung erfolgen. Durch einen frühzeitigen Einsatz lässt sich die Kortison-Dosis schnell reduzieren (schwächere Zubereitungen, seltenere Anwendung).

Juckreiz stillende Maßnahmen
Um das für die Haut schädliche Kratzen zu beenden, gilt es, Kratzalternativen zu suchen. Es empfiehlt sich, Kindern das Kratzen nicht zu verbieten, da dies die natürlichste Reaktion auf Juckreiz ist. Sie sollten jedoch angeleitet werden, verschiedene Kratzalternativen auszuprobieren und zu erlernen. Alternativ zum Kratzen können Handbewegungen wie das Klopfen, Reiben, Drücken, Streicheln, Kneifen oder Ziepen der betroffenen Hautstelle sein.  

Karenzmaßnahmen
Wichtig ist die konsequente Meidung der diagnostizierten, einen Ekzemschub auslösenden Faktoren. Dies betrifft insbesondere die Allergene.

Bestrahlungen und Klimatherapie
Eine weitere Behandlungsform der Neurodermitis ist die medizinische Bestrahlung der Haut mit den verschiedenen Wellenlängen des UV-Lichts. Bei vielen Neurodermitikern reicht eine erhöhte sommerliche Sonnenlichteinstrahlung aus, um eine Besserung des Hautzustandes zu erzielen. Auch eine Klimaveränderung kann positive Wirkungen auf die Haut haben. Hierbei sollen der heilende Einfluss des Reizklimas an der Nordsee, am Atlantik, am Toten Meer oder in Hochgebirgsregionen, die milden Klimabedingungen im Mittelmeerbereich oder Wüstenklima ausgenutzt werden. Die Verträglichkeit ist in den verschiedenen Klimazonen individuell unterschiedlich.

Psychologische Betreuung
Unter der Vielzahl von Therapieansätzen ist auch der psychotherapeutische Ansatz eine Möglichkeit ebenso wie Entspannungstechniken, Stressbewältigung und Kratzalternativen.  

Ambulante Neurodermitis-Schulungen
Für ein langfristiges Krankheitsmanagement ist es enorm wichtig, dass die Betroffenen bzw. Eltern betroffener Kinder wissen, wie eine angemessene Hautpflege aussieht, wie einzelne Vermeidungsstrategien bei bestimmten Allergieauslösern aussehen, welche Juckreiz lindernden Maßnahmen es gibt u.v.m. Dies alles wird im Rahmen einer Neurodermitis-Schulung vermittelt. Es gibt Schulungen für Eltern betroffener Kinder im Alter von null bis sieben Jahren, Eltern-Kind Schulungen für Kinder im Alter von acht bis zwölf sowie Schulungen für Jugendliche und Erwachsene. Die Schulungskosten betragen zwischen 400 € und 600 € pro Paar / Kind. Die Neurodermitis-Schulung wird noch nicht generell von allen Krankenkassen übernommen, es findet jeweils eine Einzelfallentscheidung statt.

Sollten Sie weitere Fragen haben, dann wenden Sie sich an den Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V. Dort erhalten Sie als Mitglied eine detaillierte Beratung durch das DAAB-Wissenschaftsteam.



Zusätzlich bieten wir Ihnen weitere schriftliche Informationen an:

  • Flyer "Neurodermitis" und "Hautpflege bei Neurodermitis"
  • Neurodermitis - Die häufigsten Fragen und Antworten (nur für DAAB-Mitglieder)
  • „Clever gesalbt“ Salbentherapie bei Neurodermitis Hautpflege ABC - Wirkstoffe im Überblick (nur für DAAB-Mitglieder)
  • Übersicht über geeignete Pflegeprodukte für die Neurodermitishaut (nur für DAAB-Mitglieder)
  • Infoblatt Alltag & Freizeit mit Neurodermitis (nur für DAAB-Mitglieder)
  • Infoblatt Neurodermitis & Ernährung (nur für DAAB-Mitglieder)
  • Infoblatt Stress & Entspannung (nur für DAAB-Mitglieder)
  • Neurodermitis-Tagebuch
  • Übersicht über Spezialkliniken für Neurodermitis (nur für DAAB-Mitglieder)
  • Übersicht über ambulante Neurodermitis-Schulungen in Ihrer Nähe (nur für DAAB-Mitglieder)
  • Kur & Reha: Fragen und Antworten (nur für DAAB-Mitglieder)

Unsere Leseempfehlungen zu diesem Thema

 

Neurodermitis − das juckt uns nicht! Ein fröhliches Lern- und Lesebuch für Kinder und Eltern, Szczepanski R., Schon M., Lob-Coryilius T., 2009

Zum Buchverkauf


Bimba, das Neurofantenkind, Dr. med. Johannes Neuhofer, Helmut Kollars, 2007

Zum Buchverkauf


Das gibt es nur für Mitglieder

  • Individuelle Beratung
  • Neurodermitis - Die häufigsten Fragen und Antworten
  • "Clever gesalbt" - Salbentherapie bei Neurodermitis
  • Hautpflege ABC - Wirkstoffe im Überblick
  • Übersicht über geeignete Pflegeprodukte für die Neurodermitishaut
  • Kratzalternativen
  • Infoblatt "Alltag & Freizeit mit Neurodermitis"
  • Infoblatt "Neurodermitis & Ernährung"
  • Infoblatt "Stress & Entspannung"
  • Kur & Reha: Fragen und Antworten
  • Hilfe bei der Suche nach allergologisch spezialisierte Ernährungsfachkräfte in Ihrer Nähe
  • Übersicht über Spezialkliniken für Neurodermitis
  • Übersicht über ambulante Neurodermitis-Schulungen in Ihrer Nähe

Dafür setzt sich der DAAB ein

  • Übernahme der Kosten einer Neurodermitis-Schulung durch alle Krankenkassen.
  • Einsetzung eines Behandlungsprogramms für Neurodermitis (analog zu den DMPs).
  • Zusätzlichen Allergikerhinweis auf Kosmetika (z.B. enthält Duft- und Konservierungsstoffe): Deutlicher hervorgehobene und verständlichere (deutschsprachige Bezeichnungen) Kennzeichnung der häufigsten Auslöser von Kontaktallergien auf Kosmetika.
  • Vollständige Deklaration sowie zusätzlichen Hinweis auf potentielle Allergieauslöser (z.B. enthält Duftstoffe) auf medizinischen Produkten wie Salben, Lotionen, Verbandsmaterialien, Heftpflastern etc.
  • Deklaration der Inhaltsstoffe mit Allergiehinweis auf Wasch- und Reinigungsmitteln.
  • Gesetzliche Regelung von Begriffen wie "hypoallergen" zum Schutz der Verbraucher.
  • Verbot allergieauslösender Stoffe in Kinderkosmetik.