Die Therapie der Neurodermitis muss individuell gestaltet werden und setzt bei unterschiedlichen Aspekten an. Um den Hauterscheinungen effektiv vorbeugen zu können, ist es einerseits wichtig, die persönlichen Auslöser zu erkennen und zu meiden, andererseits ist eine konsequente Hautpflege entscheidend.

Diese muss individuell sein und sich dem aktuellen Hautbild sowie der Jahreszeit anpassen. Mit der Basispflege wird zunächst der verminderte Wasser-und Fettfilm der Haut verbessert. Dies erreicht man durch tägliches Eincremen der gesamten Haut. Falls dennoch Ekzeme entstehen, gibt es eine Vielzahl an (arzneilich) wirkstoffhaltigen Hautpflegeprodukten. Der Einsatz dieser Wirk- und/oder Arzneistoffe findet stufenweise nach einem so genannten Stufenplan statt und richtet sich nach dem aktuellen Hautzustand.
Gegenmaßnahmen
Antientzündliche Behandlung
Beim akuten Schub ist die antientzündliche Behandlung mit kortisonhaltigen Cremes und Salben die Therapie der Wahl. Bei der verantwortungsvollen Behandlung mit dem richtig ausgewählten Kortison-Präparat treten nur sehr selten Nebenwirkungen auf. Der Einsatz von Kortikosteroiden sollte zeitlich begrenzt und nur mit ärztlicher Beratung erfolgen. Durch einen frühzeitigen Einsatz lässt sich die Kortison-Dosis schnell reduzieren (schwächere Zubereitungen, seltenere Anwendung).
Juckreiz stillende Maßnahmen
Um das für die Haut schädliche Kratzen zu beenden, gilt es, Kratzalternativen zu suchen. Es empfiehlt sich, Kindern das Kratzen nicht zu verbieten, da dies die natürlichste Reaktion auf Juckreiz ist. Sie sollten jedoch angeleitet werden, verschiedene Kratzalternativen auszuprobieren und zu erlernen. Alternativ zum Kratzen können Handbewegungen wie das Klopfen, Reiben, Drücken, Streicheln, Kneifen oder Ziepen der betroffenen Hautstelle sein.
Karenzmaßnahmen
Wichtig ist die konsequente Meidung der diagnostizierten, einen Ekzemschub auslösenden Faktoren. Dies betrifft insbesondere die Allergene.

Bestrahlungen und Klimatherapie
Eine weitere Behandlungsform der Neurodermitis ist die medizinische Bestrahlung der Haut mit den verschiedenen Wellenlängen des UV-Lichts. Bei vielen Neurodermitikern reicht eine erhöhte sommerliche Sonnenlichteinstrahlung aus, um eine Besserung des Hautzustandes zu erzielen. Auch eine Klimaveränderung kann positive Wirkungen auf die Haut haben. Hierbei sollen der heilende Einfluss des Reizklimas an der Nordsee, am Atlantik, am Toten Meer oder in Hochgebirgsregionen, die milden Klimabedingungen im Mittelmeerbereich oder Wüstenklima ausgenutzt werden. Die Verträglichkeit ist in den verschiedenen Klimazonen individuell unterschiedlich.
Psychologische Betreuung
Unter der Vielzahl von Therapieansätzen ist auch der psychotherapeutische Ansatz eine Möglichkeit ebenso wie Entspannungstechniken, Stressbewältigung und Kratzalternativen.
Ambulante Neurodermitis-Schulungen
Für ein langfristiges Krankheitsmanagement ist es enorm wichtig, dass die Betroffenen bzw. Eltern betroffener Kinder wissen, wie eine angemessene Hautpflege aussieht, wie einzelne Vermeidungsstrategien bei bestimmten Allergieauslösern aussehen, welche Juckreiz lindernden Maßnahmen es gibt u.v.m. Dies alles wird im Rahmen einer Neurodermitis-Schulung vermittelt. Es gibt Schulungen für Eltern betroffener Kinder im Alter von null bis sieben Jahren, Eltern-Kind Schulungen für Kinder im Alter von acht bis zwölf sowie Schulungen für Jugendliche und Erwachsene. Die Schulungskosten betragen zwischen 400 € und 600 € pro Paar / Kind. Die Neurodermitis-Schulung wird noch nicht generell von allen Krankenkassen übernommen, es findet jeweils eine Einzelfallentscheidung statt.
Sollten Sie weitere Fragen haben, dann wenden Sie sich an den Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V. Dort erhalten Sie als Mitglied eine detaillierte Beratung durch das DAAB-Wissenschaftsteam.
Zusätzlich bieten wir Ihnen weitere schriftliche Informationen an:
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