Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.

Weizenallergie, Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit

Gluten kann ein ernst zu nehmender Allergieauslöser sein. In den letzten Jahren werden deutlich zunehmend Fälle schwerer allergischer Reaktionen beschrieben. Mit der „Glutenunverträglichkeit“ wird der vermeintliche Auslöser von Beschwerden jetzt beim Kleber im Getreide gesucht.

Das meist verantwortliche Allergen, das Omega-5-Gliadin, ist ein Bestandteil des Glutens. Auffällig an den geschilderten Krankengeschichten ist der Umstand, dass es in der Regel eines Schubfaktors bedarf, damit es zu einer allergischen Reaktion kommt. Medikamenten-Einnahme (ASS), Alkoholgenuss, Anstrengung und anderes können die Voraussetzungen für eine Reaktion schaffen. Der häufigste Schubfaktor ist Anstrengung. Insofern hat sich der Ausdruck „weizenabhängige, anstrengungsinduzierte Anaphylaxie (wheat-dependent-exercise-induced-anaphylaxis WDEIA)“ etabliert.

Ein weiteres durch Gluten ausgelöste Krankheitsbild ist die Zöliakie. Eine immunologische Erkrankung des Dünndarms, die ein Leben mit glutenfreier Ernährung nach sich zieht. Ausgelöst wird die Erkrankung bei den Betroffenen durch den Verzehr von Gluten.

Nach einer gesicherten Diagnose durch eine Antikörperbestimmung und Dünndarmbiopsie müssen die Betroffenen eine lebenslange streng glutenfreie Ernährung einhalten.

Zu beiden beschriebenen Krankheitsbildern gibt es wissenschaftlich fundierte Untersuchungen, Studien und entsprechende Diagnose- und Therapieempfehlungen.

Für das neue Krankheitsbild der Glutenunverträglichkeit gibt es solche „harten“ Daten bisher nicht. Doch woher kommt dann die Vielzahl an Empfehlungen zur glutenfreien Ernährung und auf welcher wissenschaftlichen Grundlage werden Patienten auf strikten Diäten gesetzt?


Zum Themenkomplex Unverträglichkeit von Getreide erläutert Dipl. Oec. troph. Christiane Schäfer aus Hamburg auf dem Lebensmittel-Allergietag, am 23.Juni 2012 in der Bonner Beethovenhalle, die einzelnen Zusammenhänge und erklärt Sinn und Unsinn eines Glutenverzichts.