Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.

Schulbeginn ... auch für allergiekranke Kinder

Schon bald startet in vielen Bundesländern die Schule und mit ihr die Probleme allergie-, anaphylaktischer und asthmakranker Kinder. Jährlich werden über  700.000 Kinder eingeschult. Davon leidet jedes Dritte unter allergischen Erkrankungen. Allein die Anzahl der Schulkinder mit schweren Lebensmittelallergien hat sich in den letzten zehn Jahren versiebenfacht. Im Schulalltag ergeben sich viele Probleme für die kleinen Allergiker. Ob Schulpausen, Mittagsverpflegung, Klausurenzeit oder Notfallbehandlung bei allergischen Symptomen. Allergien stellen Eltern, Schüler und Lehrer vor eine Herausforderung.

Allergischer Notfall und bürokratischer Notstand

Aufgrund der Bildungshoheit der Länder gibt es in Deutschland keine einheitlichen rechtlichen Regelungen zur Medikamentengabe in Schulen. Eine aktuelle Umfrage des DAAB ergab: Zwölf Bundesländer haben eine rechtliche Regelung zur Medikamentengabe; sechs erwähnen darin den allergischen Notfall.

Nur fünf Bundesländer stufen den Anaphylaxie-Autoinjektor (Notfallhilfe beim allergischen Schock) als Erste-Hilfe-Maßnahme ein; die anderen Bundesländer legen sich hierzu nicht fest.

Ein unhaltbarer Zustand.

Bei einem allergischen Notfall können lebensbedrohliche Symptome sehr schnell auftreten, so dass es unter Umständen nicht ausreicht, nur den Notarzt zu rufen. Es kann lebensrettend sein, die Notfallmedikamente schnell zu verabreichen.

Wir fordern deshalb endlich ein einheitliches und abgestimmtes Vorgehen sowie klare Vorgaben der Bundesländer, damit Lehrer, Eltern und Schüler einen sicheren Schulalltag leben können. Schließlich geht es um die Gesundheit unserer Kinder.

 

So hilft der DAAB

Kostenlose Webinare bieten Hilfe

„Eine oft geäußerte Sorge beim Betreuungspersonal besteht darin, einen möglichen anaphylaktischen Schock nicht richtig einschätzen und behandeln zu können“, so Sonja Lämmel, Pressesprecherin des Deutschen Allergie- und Asthmabundes. Unsicherheit bereite hier vor allem die Gabe des Adrenalin-Autoinjektors, da das Medikament über eine Injektion verabreicht wird. Aus diesem Grund bietet der DAAB regelmäßig kostenfreie Webinare zu den unterschiedlichsten (auch rechtlichen) Themen der Anaphylaxie für Eltern sowie für Schul- und Kitapersonal an.

 

Allergie-Lern-Welt „Alleleland“ für Kids

Für Grundschulkinder hat der DAAB das Allergie-Lern-Land "Alleleland" entwickelt. Deutschlands erste Internetseite für Kinder, die das Thema Lebensmittelallergien kindgerecht und spielerisch erklärt. Mino, der Professor, und Glucks, sein „kleiner Helfer“, sind zwei Forscher, die die Kinder mit ins Alleleland nehmen und viele Abenteuer bestehen. Es gibt Milchfälle, Hühnerbäume und Nussberge. Die Kinder lernen in diesen Welten spielerisch etwas über ihren Allergieauslöser. Sie lernen – zum Beispiel beim Spielen des „Eierlaufs“ - geeignete Lebensmittel zu erkennen und Unverträgliche auszusortieren. In Minos Haus finden die Kinder dazu viele Informationen zum Thema Lebensmittelallergie, vom Lexikon bis zum Wissens-Quiz.

Gleichermaßen bietet der Internetauftritt auch für Eltern und Kita- sowie Schulpersonal die Möglichkeit, dieses Thema zu vertiefen und in Unterrichtseinheiten oder Aktivitäten der Kita zu integrieren – bei Bedarf vom DAAB fachlich unterstützt.

Das Alleleland wird stetig um Allergieauslöser und Krankheitsbilder ergänzt.

 

Weitere Probleme für Allergiker in unseren Schulen:

  • Zahlreiche Kinder mit Pollen-Allergie schreiben im Frühjahr zeugnisrelevante Klausuren. Da immer noch sehr viele von ihnen - aufgrund von Fehlberatung und Unwissenheit - veraltete Allergie-Medikamente einnehmen, sind Konzentrationsschwäche, Schlafstörungen und Müdigkeit ein großes Problem.
  • Hochgradige Pollen-Allergiker werden in der Schulpause auf den Schulhof geschickt, weil es an Personal für die zusätzliche Aufsicht im Gebäude mangelt, oder aber der Schulsport wird nach draußen verlegt und aus der Bitte um Freistellung resultieren negative Klassenbucheinträge.
  • Asthmakranke Kinder werden aus Überbehütung der Eltern oder Angst vor zu großer Verantwortung von der Schule vom Sport ausgeschlossen. Dadurch werden die Kinder zu Außenseitern abgestempelt und vom Sport abgehalten, obgleich gezielter Sport für Asthmakinder sehr wichtig ist, da er die Atemmuskulatur stärkt.
  • Kinder mit Lebensmittelallergien können mittags nicht sicher verpflegt werden und erleiden im schlimmsten Fall einen lebensbedrohlichen allergischen Schock, obwohl es allergikergerechte Verpflegungsmöglichkeiten gibt.
  • Die Gabe von Notfallmedikamenten ist nicht zufriedenstellend geregelt. Bei einem allergischen Notfall können lebensbedrohliche Symptome sehr schnell auftreten, so dass es unter Umständen nicht ausreicht, nur den Notarzt zu rufen. Es kann lebensrettend sein, die Notfallmedikamente schnell zu verabreichen. Leider wird die Gabe der Notfallmedikamente durch das Schulpersonal oft abgelehnt.

 

Weitere Informationen rund um Anaphylaxie, Asthma, Neurodermitis und Allergien erhalten Interessierte kostenfrei beim Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V. – DAAB

An der Eickesmühle 15-19

41238 Mönchengladbach

Fon 02166/647882-0

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