Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.

Gefährliches Kinderspielzeug

Duftstoffe, Nickel, Formaldehyd: Kinderspielzeug und Bastelmaterialien lösen oftmals Allergien aus. Der Deutsche Allergie- und Asthmabund fordert ein Verbot solcher Stoffe.

Im Oktober bietet der DAAB unter dem Motto „Gesunde Haut“ immer montags bis Donnerstag von 9 bis 13 Uhr eine Expertenhotline an. Betroffenen und Interessierte können sich bei Chemikerin Dr. Silvia Pleschka und Neurodermitistrainerin Sonja Lämmel, unter der Telefonnummer 01805 / 052121 bei sämtlichen Fragen zur Hautgesundheit beraten lassen. Der Anruf kostet 14 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunkpreise können abweichen.

Kinder spielen und basteln gerne: ob mit Puppen oder Bauklötzen, ob mit Wachsmalstiften oder Knete und Modelliermasse. Das soll sie fordern und fördern, aber nicht krank machen. Doch einige Inhaltsstoffe belasten die Gesundheit der Kinder. Der Deutsche Allergie- und Asthmabund fordert deshalb, dass unter anderem Duftstoffe, Nickel und Formaldehyd in Produkten für Kinder verboten werden.

In Kunststoffspielzeug, vor allem aus Weich-PVC, sind sehr oft Phtalate, sogenannte Weichmacher, oder Nonylphenole , enthalten. „Diese Inhaltsstoffe können Allergien auslösen“, betont Sonja Lämmel. Sie ist Pressesprecherin und Neurodermitisexpertin beim Deutschen Allergie- und Asthmabund. Spielzeug aus hartem Kunststoff kommt zwar ohne Weichmacher aus, allerdings können auch hier weitere bedenkliche Schadstoffe vorkommen, zum Beispiel Schwermetalle oder krebserzeugendes PAK (Polycyclische Aromatische Kohlenwasserstoffe). „Wer Spielzeug kaufen will, kann sich beispielsweise bei Stiftung Warentest oder Ökotest über die Untersuchungsergebnisse informieren“, sagt Dr. Silvia Pleschka, Chemikerin beim Deutschen Allergie- und Asthmabund. 

Auch bei Luftballons sollte man vorsichtig sein: Sie können mit krebserregenden Nitrosaminen belastet sein, die beim Aufpusten über die Mundschleimhaut aufgenommen werden. Generell sollten Luftballons mit einer Pumpe oder mit einem Mundstück aufgeblasen werden. Luftballons mit Latex können das Entstehen einer Latexallergie fördern 

Eine Alternative ist Holzspielzeug – aus Naturmaterialien, nachhaltig hergestellt, stabil  und langlebig. Doch auch diese Produkte sind vereinzelt durch Formaldehydbelastung negativ aufgefallen. „Diese Chemikalie ist allergieauslösend und steht unter Verdacht, krebserregend zu sein “, so Silvia Pleschka. Vor allem Produkte aus Sperrholz oder Spannplaten können Formaldehyd abgeben. In einigen Produkttests fielen zudem Holzeisenbahnen durch erhöhte Nickel-Werte in den Metallrädern auf. „Nickel ist der häufigste Allergieauslöser“, warnt Pleschka.

Bevorzugen Sie unlackiertes Vollholz, denn oft wurden die Schadstoffe im Lack gefunden. Und machen Sie beim Kauf die Riechprobe – Produkte, die einen stechenden Geruch ausströmen, geben Lösungsmittel ab.

Vorsicht ist auch bei Bastelmaterialien geboten. Da Kinder oft an den Stiften knabbern und kauen, sollten sie am besten ohne Lackschicht sein. Radiergummis ohne Duftstoffe animieren nicht zum Kauen und Beißen. Bei Klebern sollten nur Produkte ohne Lösungsmittel zum Einsatz kommen. Beim Benutzen von Fingermalfarben besteht ein sehr intensiver Hautkontakt, bei dem die Schadstoffe und Allergene die Hautbarriere passieren können. Nach dem Malen gilt: die Hände sorgfältig waschen und eincremen. Auch Knete und Modelliermasse ist nicht immer ungefährlich: „Bei Tests wurden in Knete bereits Lösungsmittel, Formaldehyd oder Blei gefunden. Aber auch allergieauslösende Konservierungsstoffe können den Bastelspaß verderben,“ betont Silvia Pleschka.

Der kostenfreie Ratgeber Gesundes Kinderzimmer kann bestellt werden unter info@daab.de, (Fon 02161) 81 49 40.