Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.

Verständliche Kennzeichnung gefordert

Viele Angaben auf Kosmetika sagen kaum etwas über allergieauslösende Inhaltsstoffe aus. Der Verbraucher wähnt sich dennoch in Sicherheit – aber es kann zu allergischen Reaktionen kommen.

Im Oktober bietet der DAAB unter dem Motto „Gesunde Haut“ immer montags bis Donnerstag von 9 bis 13 Uhr eine Expertenhotline an. Betroffenen und Interessierte können sich bei Chemikerin Dr. Silvia Pleschka und Neurodermitistrainerin Sonja Lämmel, unter der Telefonnummer 01805 / 052121 bei sämtlichen Fragen zur Hautgesundheit beraten lassen. Der Anruf kostet 14 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunkpreise können abweichen.

Der Mensch benutzt seit der prähistorischen Zeit Kosmetik. Mit Cremes, Farben und Düften will er sich verschönern, sich attraktiver machen und gleichzeitig seine Haut pflegen, um damit einen langfristigen positiven Effekt zu erzielen. Doch die gut gemeinte Pflege kann auch das Gegenteil bewirken. Was, wenn Kosmetika nicht schöner machen, sondern für Hautreizungen, Ekzeme und Entzündungen sorgen?

Das passiert häufiger als gedacht, führt der Deutsche Allergie- und Asthmabund aus. „Die Kennzeichnung auf Kosmetika ist oftmals irreführend. Auch wenn die Mittel problematische Inhaltsstoffe, die Allergien auslösen können, enthalten, werden Begriffe wie ‚hypoallergen’ auf den Verpackungen verwendet“, sagt Sonja Lämmel, Neurodermitistrainerin und Pressesprecherin der Patientenvereinigung. „Hypoallergen“ bedeutet nichts anderes, als dass das Produkt wenig allergieerzeugend sein soll. „Das sagt aber nichts über die tatsächlichen allergieauslösenden Inhaltsstoffe aus“, betont Sonja Lämmel. „Die Kennzeichnung ‚hypoallergen’ bedeutet nur, dass die Kosmetika den Hautverträglichkeitstest an Gesunden bestanden haben. Für Allergiker sind hypoallergene Produkte nicht zwingend besser verträglich“.

Bei Allergien auf kosmetische Produkte handelt es sich in der Regel um Kontaktallergien vom verzögerten Typ IV (Spätreaktion). Die Symptome sind Hautrötungen, Juckreiz, Hautschuppungen, Bläschen und/oder Brennen. Die Beschwerden stellen sich meist erst nach 24 bis 72 Stunden ein, so dass eine Zuordnung der Allergieauslöser nicht einfach ist. Die allergische Reaktion ist auf den Hautbereich begrenzt, der einen direkten Kontakt mit dem problematischen Stoff hatte.

Der Deutsche Allergie- und Asthmabund fordert deutlich lesbare und verständliche Kennzeichnungen auf allen Kosmetikverpackungen. „Es geht uns darum, dass die Kontaktallergiker ihre Allergieauslöser eindeutig erkennenkönnen und so die Möglichkeit haben, sich für ein für sie gut verträgliches Produkt zu entscheiden. “, sagt Sonja Lämmel. Zudem dringt der DAAB darauf, dass der Gesetzgeber die Benutzung von Begriffen wie „hypoallergen“ „allergenfrei“ regelt und irreführende Begriffe wie „duftneutral“ verbietet, um vor Verwirrungen zu schützen.