Was ist Neurodermitis?

Die Neurodermitis - auch als atopisches Ekzem oder atopische Dermatitis bezeichnet - ist eine allergisch bedingte Hauterkrankung. Sie äußert sich durch Hautveränderungen, Hautausschlag (Ekzem) und starken Juckreiz.

Es gibt keine generelle Ursache für die Neurodermitis, vielmehr spielen mehrere Einzelfaktoren zusammen. Zu diesen Faktoren gehören sowohl endogene (persönliche) Faktoren (wie erbliche Veranlagung, psychische Faktoren) als auch Umwelteinflüsse (wie Allergene, Hautreizungen).

Der Ausbruch der Neurodermitis kann mit Allergieauslösern und anderen Reizen aus der Umwelt zusammenhängen. Für den Neurodermitiker ist es deshalb wichtig, die einzelnen für ihn individuell relevanten Provokationsfaktoren herauszufinden und dann zu meiden.

Ein wichtiger Provokationsfaktor ist die Hautreizung (Irritation) jeglicher Art. Bei Neurodermitikern ist die Hornschicht der Haut dünner und die Fähigkeit zur Säureregulation beeinträchtigt. Die Trockenheit der Haut beruht auf gesteigertem Wasserverlust und verminderter Talgproduktion. Dies verursacht eine besondere Empfindlichkeit der Haut, auch gegenüber Reinigungsmaßnahmen oder durch mechanische Reizung (Wolle).

In einzelnen Fällen kann die Neurodermtitis durch Allergien ausgelöst werden. Als Auslöser kommen Allergene wie Pollen, Schimmelpilzsporen, Tierhaare, Hausstaubmilben oder Nahrungsmittel in Frage. In Einzelfällen können Nahrungsmittel auch als Reizstoffe (Zitrusfrüchte) unverträglich sein.

Zigarettenrauch stellt einen weiteren Provokationsfaktor dar. Bereits das Passivrauchen kann bei Betroffenen ausreichen, um Hauterscheinungen hervorzurufen.

Daneben kann die psychische Situation, in der sich der Betroffene befindet, für den Verlauf eines atopischen Ekzems eine Rolle spielen. Das Auslösen von typischen neurodermitischen Hauterscheinungen durch akute oder chronische Belastungssituationen ist möglich. Dennoch ist die Neurodermitis keine nur psychisch verursachte Erkrankung, obwohl sie als chronisch verlaufende Hautkrankheit zu massiven seelischen Belastungen führen kann.

Auch übermäßiges Schwitzen, Temperaturwechsel, Hautreizungen (durch Wolle, Kratzen) oder Infektionen durch Viren oder Bakterien können einen Neurodermitisschub auslösen.

Die Behandlung

Die Therapie der Neurodermitis ist individuell unterschiedlich und umfasst verschiedene Ansätze. Neben der Hautpflege und -behandlung, der Basistherapie, müssen im Einzelfall individuelle Karenzmaßnahmen bei Allergien berücksichtigt werden.

Als Basisbehandlung gilt es zunächst einmal, den verminderten Wasser- und Fettfilm der Haut zu behandeln und zu verbessern. Dies erreicht man durch regelmäßiges Eincremen der gesamten Haut. Zusätze zu diesen Basissalben wie Harnstoff oder D-Panthenol verstärken die gewünschte Wirkung.

Beim akuten Schub eines atopischen Ekzems muss die Basispflege durch eine antientzündliche Therapie unterstützt werden. Durch gezielt eingesetzte Wirkstoffe kann der Teufelskreis aus trockener Haut, Juckreiz, Kratzen, Entzündung und Superinfektion durchbrochen werden. In Einzelfällen wird dies eine kortikosteroidhaltige Creme sein. Bei der verantwortungsvollen Behandlung mit dem richtig ausgewählten Kortison-Präperat (nicht zu stark und nicht zu schwach) treten nur sehr selten Nebenwirkungen auf.

Karenzmaßnahmen müssen individuell für den Patienten ausgesprochen werden. Dies betrifft insbesondere die in der Allergendiagnostik nachgewiesenen Allergene. So muss ein Katzenhaarallergiker konsequent den Kontakt mit Katzen meiden (auch im Umfeld bei Freunden), während jemand mit einer Allergie gegen bestimmte Nahrungsmittel (wie Hühnerei oder Nüsse) auf genau diese Nahrungsmittel in seiner Ernährung verzichten sollte.

Unter der Vielzahl von Therapieansätzen bei der multifaktoriellen Erkrankung Neurodermitis ist auch der psychotherapeutische Ansatz eine Möglichkeit ebenso wie Entspannungstechniken, Stressbewältigung und Kratzalternativen.

Neurodermitis-Schulungen

In Zusammenarbeit des Bundesministeriums für Gesundheit und der Krankenkassen wurde ein Modellprojekt zur besseren Vorsorge und Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Neurodermitis in mehreren deutschen Kliniken erprobt. Zielsetzung ist es mittelfristig auch, Qualitäts-Standards ähnlich wie bei Asthma-Schulungen festzulegen. Vielerorts werden bereits Neurodermitis-Schulungen angeboten.

Neue Entwicklungen

Mit Tacrolimus-Salbe und Pimecrolimus-Creme sind neue Therapien bei Neurodermitis auf dem Markt. Beide Wirkstoffe sind direkt lokal auf der Haut anzuwenden und auch für die Haut von Kindern geeignet. Für beide antientzündlichen Substanzen ist in Studien eine gute klinische Wirksamkeit nachgewiesen worden. Langzeituntersuchungen fehlen.

Ausführliche Information gibt es für Mitglieder des Deutschen Allergie- und Asthmabundes e.V.

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