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DAAB - Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.
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Toleranz fördern Allergien vorbeugen

Die Toleranzentwicklung zu fördern, steht im Mittelpunkt einer sinnvollen Allergieprävention. 

Kinder werden nicht als Allergiker geboren. Bekannt ist, dass die Veranlagung, eine Erkrankung des atopischen Formenkreises (Asthma, Neurodermitis, Heuschnupfen, Nahrungsmittelallergie) zu entwickeln, vererbt wird. Daher ist die Familien-Anamnese (die Frage nach der Betroffenheit engster Verwandter wie Vater, Mutter, Geschwister), das einzige Mittel zur Einschätzung des Risikos beim Kind.
Ob es zum Krankheitsausbruch kommt, hängt von den Bedingungen ab, in denen ein Kind aufwächst. Einer der wichtigsten Punkte ist es, die normale Entwicklung der Toleranz gegenüber bestimmter Stoffe zu unterstützen. 

Wir helfen Ihnen bei Fragen gerne weiter. Als Mitglied können Sie hierzu auf unsere Beratungsangebote zurückgreifen.

HA - Nahrungen zur Vorbeugung sind Nahrungen, in denen das Eiweiß partiell – also teilweise - hydrolytisch aufgespalten wird und so weniger Allergie-auslösend wirkt. Sie fördern so die Toleranzentwicklung und helfen, eine Sensibilisierung zu vermeiden. Nur Risikokinder (mit familiärer Allergiedisposition) benötigen eine hydrolysierte Nahrung.

Geprüfte hydrolysierte Säuglingsnahrung: In der GINI Studie (weltweit größte randomisierte Untersuchung zur Allergieprävention verschiedener Hydrolysate) wurden verschiedene Nahrungen auf die allergievorbeugende Wirkung hin geprüft. Als teilhydrolysierte HA-Nahrung konnte in dieser Studie für BEBA HA ein vorbeugender Effekt in Bezug auf das Neurodermitisrisiko festgestellt werden.

Hydrolysate zur Therapie sind Nahrungen, in denen das Eiweiß stark (extensiv) aufgespalten ist, so dass sie im Gegensatz zu HA-Nahrungen zur Therapie bei Kuhmilcheiweißallergie eingesetzt werden können. 

Beikost in Schritten
Prinzipiell gelten für die Ausweitung des Speiseplans allergiegefährdeter Kinder die gleichen Vorgaben wie für Kinder ohne Allergierisiko. Je nach Bedürfnis und Entwicklung des Kindes kann nach Vollendung des 4. Lebensmonates mit der Beikost begonnen werden. Damit beginnt für alle Säuglinge das Training des darm-assoziierten Immunsystems. Die Beikost beginnt damit, schrittweise Milchmahlzeiten durch Breimahlzeiten zu ersetzen und gegen Ende des ersten Lebensjahres auf die Familienmahlzeiten umzustellen. 

Fisch
Neue Studien belegen, dass der Verzehr von Fisch während der Schwangerschaft, Stillzeit und im Rahmen der Beikost einen vorbeugenden Effekt bezüglich der Allergieentwicklung hat. Fisch sollte mindestens einmal wöchentlich für Mutter und Kind im Rahmen der Beikost auf dem Speiseplan stehen. Schadstoffarme Fische, wie Lachs und Hering (außer aus der Ostsee), Makrele, Sardine und Regenbogenforelle sollten dabei bevorzugt werden. 

Pre- oder Probiotika?
Die meisten Säuglingsnahrungen enthalten inzwischen pre- oder probiotische Keime. Studien zeigen einen vorbeugenden Effekt von Probiotika auf die Entwicklung des atopischen Ekzems (Neurodermitis). Die Datenlage zu Prebiotika ist weniger aussagekräftig, obgleich auch hier positive Effekte vermutet werden. Fazit: Das darmassoziierte Immunsystem spielt offenbar eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung atopischer Erkrankungen. Auch wenn die genaue Einflussnahme noch unklar ist, sind die Pre- und Probiotika, die den Säuglingsnahrungen zugesetzt sind, auf jeden Fall gesundheitlich unbedenklich.

Welche Rolle spielt Milchfett?
Bisher gibt es keine offizielle Empfehlung, aber Hinweise, dass Milchfett einen vorbeugenden Effekt auf atopische Erkrankungen hat. Der DAAB empfiehlt deswegen, vollfette Milch zu bevorzugen. Allerdings sollte die Menge von 200 ml beim Kind bis zum Ende des ersten Lebensjahres nicht überschritten werden, da sonst die Eiweißlast zu hoch ist. Diese wird als Risiko für die Nieren, aber auch als möglicher Risikofaktor für späteres Übergewicht angesehen.

Felltragende Haustiere
Der Einfluss von Haustieren auf die Entstehung von Allergien wird inzwischen kontrovers diskutiert. Die Empfehlungen lauten aktuell: Die Hundehaltung ist nicht mit einem höheren Allergierisiko verbunden. Für Katzen ist die Studienlage noch uneinheitlich. Eine skandinavische Studie zeigte sogar, dass in Familien mit vielen Tieren das Risiko für Allergien niedriger ist. Ohne erhöhtes Allergierisiko bestehen generell keine Einschränkungen in der Haustierhaltung.

Klima im Innenraum
Innenraumluftschadstoffe können laut Untersuchungen das Risiko für atopische Erkrankungen und insbesondere Asthma erhöhen. Hierzu gehören flüchtige organische Verbindungen wie Formaldehyd. Dies findet sich etwa in einigen neuen Möbeln und wird bei Maler- und Renovierungsarbeiten freigesetzt. Der DAAB empfiehlt: Renovieren Sie Ihre Räume nicht erst kurz vor Babys Geburt. Und lüften Sie lange und vor allem quer. Ein Innenraumklima, das Schimmelpilzwachstum begünstigt (hohe Luftfeuchtigkeit, mangelnde Ventilation), sollte auch aus Gründen der Allergieprävention vermieden werden. Auch hier steht das richtige Lüften an erster Stelle.

Körpergewicht als Einflussfaktor?
Es gibt Belege, dass ein erhöhter Body Mass Index (BMI) insbesondere das Risiko, an Asthma zu erkranken, erhöht. Die Verhinderung von Übergewicht, insbesondere bei Kindern, wird aufgrund des erhöhten Asthmarisikos auch für die Allergieprävention empfohlen. Insofern sollte frühzeitig auf eine gemüsebetonte Ernährung mit niedriger Energiedichte, aber möglichst langanhaltender Sättigung geachtet werden.

Kfz-Emission
Ebenfalls steigt das Risiko für Asthma, Neurodermitis und Heuschnupfen für Kinder, die an einer viel befahrenen Straße wohnen. 
 
Schutzimpfungen durchführen
Impfungen sind kein Risikofaktor für Allergien. Daher sollten auch bei allergiegefährdeten Kindern die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Impfungen durchgeführt werden. 
 
Weitere sinnvolle Empfehlungen
- Benutzen Sie für Ihr Kind, Seifen, Cremes und Shampoos, die frei sind von Duft- und Farbstoffen. Eine Liste hierzu erhalten Sie unter info[at]daab[dot]de
- Vermeiden Sie bei Ihrem Kind frühes Ohrlochstechen und das Tragen von Modeschmuck.
- Verzichten Sie auf Kinderparfum und die Beduftung der Wohnräume.

Fazit

Allergieprävention lohnt immer. Durch das Umsetzen der Empfehlungen tragen Sie aktiv dazu bei, das Allergierisiko Ihres Kindes so gering wie möglich zu halten. Lassen Sie sich nicht von unterschiedlichen Empfehlungen verunsichern, sondern nutzen die individuelle Beratung durch Ihre DAAB-Experten. Zum Thema „Allergien vorbeugen“, bietet der DAAB seinen Mitglieder weiterführende Informationen sowie auch Tipps und Rezepte zum Start der Beikost.

Allergierisiko Familiäre BelastungAllergierisiko
Kein Elternteil allergisch0 - 15 %
Schwester / Bruder allergisch25 - 30 %
Ein Elternteil allergisch20 - 40 %
Beide Elternteile allergisch50 - 60 %
Beide Elternteile allergisch mit derselben Allergie60 - 80 %

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