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DAAB - Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.
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Der Berufsalltag mit Neurodermitis

 /  Sonja Lämmel

Neurodermitis ist eine chronische Hauterkrankung, die in viele Bereiche des Lebens eingreift. So auch in den Berufsalltag. Mit ein paar Tipps können Schwierigkeiten mit der Erkrankung im Berufsalltag gut gemeistert werden. Die meisten Probleme entstehen, je nach Berufswahl, durch die Beanspruchung der Haut. Geeignete Präventionsmaßnahmen für die Haut stehen dann an erster Stelle

Risikoberufe

Wenn hautreizende Stoffe oder Allergieauslöser in die Haut gelangen, kann dies Entzündungen hervorrufen. Patienten mit Neurodermitis haben durch eine verminderte Schutzfunktion der Haut ein erhöhtes Risiko dafür. Bei folgenden Tätigkeiten kann es zu Ekzemen oder einer Verschlechterung der Neurodermitis kommen: Tätigkeiten in einem hautbelastenden, feuchten Umfeld, Umgang mit Chemikalien, Reinigungsmitteln und langem Tragen von Handschuhen. Zu den Risikoberufen zählen Beschäftigte in medizinischen Berufen wie Alten- oder Krankenpflege, in handwerklichen Berufen wie Friseurhandwerk, der Metallbranche oder auch im Nahrungsmittelgewerbe sein. Auch Arbeiten mit viel mechanischer Belastung, in staubiger, schmutziger oder sehr heißer Umgebung verschlechtern den Hautzustand einer Neurodermitis.

Vorbeugende Maßnahmen

Menschen mit einer Neurodermitis oder sehr empfindlicher Haut, sollten bevor das Kind in den Brunnen fällt, entsprechende vorbeugende Maßnahmen ergreifen. Die Hände sind das meistgenutzte berufliche “Werkzeug” und müssen viel aushalten. Je nach Tätigkeit ist das Tragen von geeigneten Schutzhandschuhen wichtig. Ein regelmäßiger Handschuhwechsel, speziell bei langen Tragezeiten und Schwitzen in Handschuhen sowie das Tragen von Baumwollunterziehhandschuhen ist sinnvoll. Ungeschützte Hautkontakte mit bestimmten Reinigungsmitteln und Chemikalien sind zu meiden. Die Hände sollten so wenig und schonend wie möglich gewaschen werden. Je nach Tätigkeit kann eine geeignete Hautschutzcreme erforderlich sein. Nach der Arbeit hilft eine, dem Hautzustand angepasste, Pflegecreme. Auch eine Handkur mit einer reichhaltigen Pflegecreme kann einer Überbeanspruchung vorbeugen.

Auf erste Anzeichen achten

Erstes Anzeichen ist eine verstärkte Trockenheit der Haut; im Verlauf kann es zu Juckreiz, Rötungen, Schuppung, schmerzhaften Rissen, Bläschenbildung und Nässen kommen. Betroffene sollten sich bei ersten Anzeichen hautärztliche Hilfe holen. Gemeinsam mit der zuständigen gesetzlichen Unfallversicherung oder Berufsgenossenschaft können dann individuelle Präventions- sowie Hautschutzmaßnahmen am Arbeitsplatz etabliert werden. Zusätzlich wird ein Hautarztverfahren eingeleitet. Hierbei erhält der behandelnde Hautarzt einen zeitlich befristeten Behandlungsauftrag mit Kostenübernahme für die notwendige Diagnostik und Therapie der Hauterkrankung. Bei Verdacht auf eine Allergie erfolgt ein Allergietest. Es ist ratsam, sich rechtzeitig beim Hautarzt (mit Bezeichnung Berufsdermatologe) vorzustellen oder auch direkt Kontakt mit dem Unfallversicherungsträger aufzunehmen, damit Patienten die entsprechende Unterstützung bekommen. All diese Maßnahmen sind sehr hilfreich und effektiv. Wichtig ist, dass die eingeleiteten Hautschutzmaßnahmen dauerhaft beibehalten werden.

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