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DAAB - Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.
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Wie hoch ist das Risiko einer Reaktion beim Einatmen des Kochdampfes? Fischallergie

 /  Marina Oppermann

Anlässlich der aktuellen Berichte zum dem Todesfall eines Jungen mit Fischallergie nachdem Einatmen seines Allergieauslösers über den Dampf bei der Zubereitung eines Fischgerichtes, berichtet der DAAB über das zwar vorhandene, aber kalkulierbare Risiko.

Der Junge litt, anders wie es in den Berichten dargestellt wurde, unter einer Allergie auf Fisch und nicht auf Meeresfrüchte. Die Allergieauslöser in Meeresfrüchten sind andere als die im Fisch.

Die meisten Patienten mit einer Fischallergie reagieren auf das Parvalbumin, ein Eiweiß, das in allen Fischarten (in unterschiedlicher Höhe) vorkommt. Diese Patienten müssen also auf alle Fische, unabhängig von der Sorte, verzichten.
Es gibt allerdings auch einzelne Fälle, in denen Patienten ausschließlich auf bestimmte Fischsorten reagieren.
Kein Problem stellt in der Regel der Verzehr anderer Tiere aus dem Meer dar, wie Krustentiere (Krabben, Garnelen) oder Muscheln – sofern es keine Verunreinigung mit Fischbestandteilen gibt. Für die Allergie auf Krustentiere und Muscheln sind andere Allergie-Auslöser verantwortlich.
Die Frage ist also, was hat die Oma im konkreten Fall noch verwendet oder ist die Diagnose des Jungen im Vorfeld unklar gewesen.

Symptome einer Fischallergie
Eine Fischallergie kann bei sensibilisierten Personen zu ganz unterschiedlichen Beschwerden – von milden bis hin zu ernsthaften, auch lebensbedrohlichen Symptomen – führen.
Häufig treten nach dem Verzehr Symptome im Magen-Darm-Bereich wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auf. Es kann aber auch zu Hauterscheinungen wie Nesselsucht, Angioödemen (tiefliegende Schwellungen in der Haut) oder Atemwegsreaktionen wie asthmatischen Beschwerden kommen. Treten an mehreren Organsystemen nach dem Verzehr von Fisch Symptome auf spricht man von Anaphylaxie. Ist der Kreislauf betroffen kann es auch zu einem allergischen Schock führen.
Eine Besonderheit der Fischallergie ist, dass es auch nach Einatmen des Kochdampfes zu Atemwegsbeschwerden kommen kann. Die Allergieauslöser aus Fisch sind, verglichen mit anderen Allergenen, sehr stabil und sehr klein und konnten im Dampf nachgewiesen werden.

Tipps für Fischallergiker
Der DAAB empfiehlt hochgradigen Fischallergikern daher beispielsweise auch im Restaurant keinen Tisch in der Nähe zur Küche zu wählen.
Experten weisen allerdings darauf hin, dass es extrem selten ist, dass nur durch das Einatmen ein anaphylaktischer Notfall entsteht. In diesen Fällen liegt eventuell ein schlecht eingestelltes Asthma vor.
Die Häufigkeit der Fischallergie wird auf unter 1% der Gesamtbevölkerung geschätzt. Sie zählt zu den Lebensmittelallergien, die meist lebenslang bestehen bleiben und sich in den seltensten Fällen verlieren.