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DAAB - Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.
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Sie fragen – Experten antworten Wie wird Asthma diagnostiziert?

 /  Marina Oppermann

Bis eine ärztliche Diagnose gestellt werden kann, müssen viele Fragen geklärt werden.
Zunächst möchten die behandelnden Ärzte möglichst viel über den Patienten und seine Beschwerden erfahren.
Das ist sehr hilfreich, um das Krankheitsbild besser eingrenzen zu können. Zudem erfolgt eine umfassende Untersuchung.
Bei Verdacht auf ein Asthma bronchiale sollten zunächst folgende Punkte geklärt werden:

  • Hat der Patient tagsüber einen trockenen Husten?
  • Wacht er/sie auch in der Nacht oder am Morgen mit Husten auf?
  • Entsteht ein Pfeifen (Giemen) beim Atmen?
  • Besteht eine Brustenge oder sogar Atemnot?
  • Hat der Patient häufiger Probleme mit seinen Atemwegen? Beispielsweise durch Allergien, kaltfeuchte Luft, bei körperlicher Belastung, beim Kontakt mit Duftstoffen, Rauch oder Gerüchen?
  • Besteht ein verlängertes Ausatmen? Beim Abhören mit dem Stethoskop horcht der Arzt auf die Ausatmung. Es wird unter anderem untersucht, ob ein verlängertes Ausatmen vorliegt. In diesem Fall kann eine Verengung der Bronchien die Ursache sein.
  • Ist die Lungenfunktion beeinträchtigt? Grundsätzlich sollte ein Lungenfunktionstest erfolgen. Beim Hausarzt sollte die Lungenfunktion mit einem kleinen Lungenfunktionstest, einem sogenannten Spirometer, geprüft werden. Ist die Lungenfunktion beeinträchtigt, kann der FEV1-Wert (Luftmenge, die bei maximaler Einatmung in der ersten Sekunde maximal ausgeatmet wird) unter 80 Prozent des Sollwertes liegen.
  • Treffen einige dieser Punkte zu, kann dies ein Hinweis auf ein Asthma bronchiale sein. Nun muss auch geklärt werden, ob ein allergisches oder ein nicht-allergisches Asthma vorliegt.
  • Bei der Diagnose müssen, neben den vorliegenden Beschwerden und möglichen Auslösern (wie Allergien und Triggerfaktoren wie etwa Kälte, Infekte) auch zusätzliche Erkrankungen berücksichtigt werden, die das Asthma negativ beeinflussen können. Dazu gehören beispielsweise Erkrankungen wie eine Entzündung der Nasennebenhöhlen, ein Gastroösophagealer Reflux (Magensäure läuft zurück in die Speiseröhre) oder Übergewichtigkeit. Auch psychische Erkrankungen wie Depressionen können ein Asthma verstärken und müssen entsprechend gut behandelt werden.

Beim Lungenfacharzt wird mit einem großen Lungenfunktionstest (Bodyplethysmographie) geklärt, ob es sich um eine Atemwegserkrankung mit Verengung der Bronchien (Obstruktion) oder eine Atemwegserkrankung ohne ein solche Atemwegsobstruktion handelt. Wenn Allergien als Ursache in Frage kommen, muss geklärt sein, ob die Diagnostik dazu bereits ausreichend erfolgt ist.

Und wenn es kein Asthma ist?
In manchen Fällen führen die Untersuchungen zu keiner abschließenden Diagnose. Dann müssen weitere Erkrankungen, sogenannte Differentialdiagnosen, in Betracht gezogen werden. Einige Beispiele sind: Chronisch obstruktive Lungenerkrankung COPD, Linksherzinsuffizienz („Asthma cardiale“), Hyperventilationsstörung, Churg-Strauss-Syndrom, Lungenarterienembolie, Verengung der Luftwege durch Fremdkörper oder Tumore.

Bei Ihnen wurde aktuell Asthma diagnostiziert? Dann haben Sie bestimmt viele Fragen.

Als DAAB-Mitglied beraten wir Sie sehr gerne individuell und ausführlich.