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DAAB - Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.
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Sie fragen – Experten antworten Asthma und Schulsport Teil 1

 /  Marina Oppermann

Das A und O: Gute Einstellung der Medikamente

  • Generell sollte die Asthma-Medikation regelmäßig überprüft werden. Ziel ist es, ein gut kontrolliertes Asthma zu erreichen, damit auf die wichtige körperliche und sportliche Aktivität langfristig nicht verzichtet werden muss.  
  • Umgang mit der Erkrankung erlernen: Die Teilnahme an einem sogenannten Disease-Management-Programm der gesetzlichen Krankenkassen (DMP-Asthma) ist sehr zu empfehlen. In Asthmaschulungen werden die richtige Inhalationstechnik aber auch Techniken für das Asthma-Selbstmanagement wie beispielsweise die Anwendung eines sogenannten Peak-Flow-Meters und atem-erleichternde Übungen für den Notfall erlernt.
  • Bei Kindern ist das Asthma gut kontrolliert, wenn in den letzten 4 Wochen tagsüber keine Beschwerden bestehen, kein nächtliches Erwachen durch das Asthma erfolgt, die Bedarfsmedikation zur Erweiterung der Atemwege nicht benötigt wird und durch das Asthma keine Einschränkung der kindlichen Aktivitäten erfolgt.Das Asthma ist nur teilweise kontrolliert, wenn 1-2 dieser vier Kriterien auftreten.
  • Treten bei einem ansonsten gut kontrollierten Asthma nur vereinzelt Beschwerden auf, die durch Anstrengung hervorgerufen werden und sind diese so selten, dass die Kriterien für ein teilweise kontrolliertes Asthma nicht erfüllt sind, wird empfohlen, unmittelbar vor der körperlichen Belastung ein Bronchien erweiterndes Medikament (Notfallspray) zu inhalieren.

Prof. Eckard Hamelmann (Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Kinder-Pneumologie, Allergologie und Chefarzt im Kinderzentrum Bielefeld):
In der Tat zählt körperliche Anstrengung zu den möglichen Auslösern von Asthma bronchiale – neben anderen wie Kälte, Stress oder Allergenen in der Luft oder in Nahrungsmitteln. Ob es sich um ein Asthma handelt oder die Atemnot andere Ursachen hat, lässt sich diagnostisch gut abklären.
Steckt ein Asthma dahinter, muss die zugrundeliegende Atemwegsentzündung mit entzündungshemmenden Mitteln behandelt werden. In der Regel handelt es sich dabei um Kortikosteroide, die inhaliert werden.
Fazit: Ist die Therapie richtig „eingestellt“ sollte eine Verengung der Atemwege bei körperlicher Belastung nicht mehr auftreten – und ihr Kind kann wieder am Schulsport teilnehmen.

Noch ein Wort zum Kortison

Kortison ist ein körpereigner Stoff mit einer entzündungshemmenden Wirkung. Bei der Behandlung von Asthma bronchiale wird es in einer sehr geringen Dosierung verabreicht.  Während ein typisches Kortison-Zäpfchen für Babys 100 mg Wirkstoff enthält, sind es bei einem typischen Asthma-Spray für Kleinkinder und Schulkinder 100 µg – also nur ein Tausendstel.
Zudem wirkt ein inhalatives Kortison gezielt in der Lunge und wird nicht über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen. Dennoch sind bei einer Langzeitanwendung mögliche Nebenwirkungen zu beachten, insbesondere die Entwicklung der Körperlänge.
Außerdem werden Pilzinfektionen oder Herpes-Neigung im Mund- und Rachenbereich beobachtet, die aber durch eine korrekte Inhalationstechnik vermieden werden können. Alle Asthma-Patienten sollten deshalb unbedingt eine Schulung zur Inhalationstechnik besuchen.

  • Kindgerechte Informationen zum Thema Asthma finden Sie im Alleleland, unserem Allergie-Lern-Land
  • Adressen von Asthmaschulungen finden Sie in unserem Allergie-Wegweiser

Als DAAB-Mitglied beraten wir Sie sehr gerne individuell und ausführlich.