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DAAB - Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.
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Sie fragen – Experten antworten Asthma und Schulsport Teil 2

 /  Marina Oppermann

Unsere Tipps, um mit einem gut kontrollierten Asthma am Schulsport teilzunehmen:

  • Lehrer und am besten auch Mitschüler über die Asthmaerkrankung informieren.
  • Zur Sicherheit zusammen mit dem Kinderarzt einen Notfallplan erstellen.
  • Medikamente zur Erweiterung der Bronchien (Notfallmedikamente) sind immer in der Schule dabei und griffbereit.
  • Die benötigten Medikamente, einen Notfallplan und auch das Peak-Flow-Meter können zusammen z.B. in einem griffbereiten Etui aufbewahrt werden
  • Zur Sicherheit vor dem Sportunterricht den sogenannten Peak-Flow-Wert messen, der bei mindestens 80 % des persönlichen Bestwertes liegen sollte.
  • Lehrer und befreundete Mitschüler sollten über das Vorgehen bei einem Asthma-Anfall (siehe unten), den Aufbewahrungsort der Notfallmedikamente und des Notfallplans informiert werden.
  • Selbsthilfetechniken und atemerleichternde Übungen (z.B. Lippenbremse, Kutschersitz) sollten Kindern und Lehrpersonal bekannt sein.

Was können Lehrer beim Sportunterricht beachten?

  • „Von 0 auf 100“ bitte immer vermeiden. Grundsätzlich sollte immer ein langsamer Beginn mit einer Aufwärmphase und zum Ende immer ein langsames Aufhören erfolgen. Die Belastung sollte stufenweise zunehmen. Außerdem sollte es immer wieder Phasen mit geringer Belastung geben, damit sich die Atmung wieder beruhigen kann.
  • Dem Kind sollte erlaubt sein, individuelle Pausen zu machen.
  • vor dem Sportunterricht erfragen, ob die Notfall-Medikamente vor Ort sind.
  • Ist sportliche Betätigung im Freien geplant, ist das Training für Asthma-Patienten mit Pollenallergien bei mittlerer bis starker Pollenbelastung nicht zu empfehlen.
  • Asthma-Kinder nehmen besser nicht am Sportunterricht teil, wenn das Asthma zu diesem Zeitpunkt nicht gut kontrolliert ist, ein Infekt besteht, die Peak-Flow-Messung nicht im grünen Bereich liegt oder erst kürzlich ein Asthma-Anfall erfolgte.

Was ist zu tun? Asthma-Anfall beim Sportunterricht

Warnzeichen für einen Asthma-Anfall: Unwohlsein, Unruhe, Angst, Gesichtsblässe, Engegefühl beim Atmen, beginnende Atemnot in Ruhe oder beim Sprechen, plötzliche Zunahme der Atemnot, laut pfeifende oder keuchende Atemgeräusche, anhaltender, unbeherrschbarer Husten, Giemen und Brummen.

  • Ruhe bewahren, Kind beruhigen, Notfallmedikament holen
  • Notfallmedikament reichen und nach Notfallplan vorgehen. Zunächst werden 2-4 Hübe des Notfallmedikaments verabreicht. Atem-erleichternde Körperstellung wie „Kutschersitz“ und Selbsthilfetechnik „Lippenbremse“ anwenden.  
  • Tritt nach 10 bis 20 Minuten keine Besserung ein: Notarzt/Rettungswagen rufen.
  • Kann das Kind sein Notfallmedikament nicht inhalieren, liegt kein Notfallplan vor oder besteht Unsicherheit: sofort Notarzt rufen.

Weitere Informationen zum Thema Asthma finden Sie in unserem Alleleland, dem Allergie-Lern-Land, auf der "Elterninsel"

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