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DAAB - Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.
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Sie fragen- Experten Antworten Wie nehme ich meine Asthmamedikamente richtig ein?

 /  Marina Oppermann

Medikamente zur Linderung der Entzündung an der Bronchialschleimhaut

Für eine gute Asthma-Kontrolle ist die regelmäßige Einnahme entzündungshemmender Asthma-Medikamente sehr wichtig. Um ihre entzündungshemmende Wirkung überhaupt entfalten zu können, müssen sie als Langzeitmedikament täglich, nach ärztlicher Empfehlung, eingenommen werden.

Der entzündungshemmende Wirkstoff Cortison, ist ein Botenstoff, den der Körper in der Nebenniere auch selber herstellt.

Zur Asthmabehandlung stehen vor allem Cortison-Sprays (Dosieraerosole) oder Pulverinhalatoren zur Inhalation zur Verfügung.

Wichtig zu wissen: Die Dosis des Cortison-Wirkstoffs ist im Vergleich zu Zäpfchen oder Tabletten sehr viel geringer. Statt Milligramm enthalten die Inhalationsgeräte Dosierungen im Mikrogramm-Bereich (also Ein Tausendstel) und wirken bei richtiger Inhalation direkt an der Lunge.

Medikamente zur Erweiterung der Atemwege

Diese Wirkstoffe (Beta-2-Sympathomimetika) entspannen die verkrampfte Bronchialmuskulatur und erweitern die verengten Atemwege.  Eine Wirkung ist bereits kurz nach der Einnahme spürbar.

Kurzwirksame Wirkstoffe werden als Notfallmedikament bei Atemnot und verengten Atemwegen eingesetzt und wirken einer akuten Luftnot unmittelbar entgegen. Diese Medikamente sollten kaum oder am besten gar nicht benötigt werden. Ein höherer Bedarf zeigt eine Verschlechterung des Asthmas bzw. eine ungenügende entzündungshemmende Therapie an (siehe oben).

Langwirksame Wirkstoffe können bei höheren Asthma-Schweregraden zusätzlich zu einer antientzündlichen Dauermedikation (Cortison) eingesetzt werden, wenn eine Behandlung mit Cortison allein nicht ausreicht. Langwirksame Wirkstoffe sollen nicht allein sondern immer in Verbindung mit einer Cortison-Behandlung angewendet werden.

Meistens wird als Therapieeinstieg ein inhalatives Cortison und ein kurzwirksamer bronchienerweiternder Wirkstoff gewählt.
Das Therapieziel ist immer eine gute Asthmakontrolle.

Unsere Tipps für Sie:

  • Die richtige Inhalationstechnik muss gut geschult sein. Lassen Sie sich die Anwendung in der Arztpraxis, in der Apotheke und zusätzlich am besten im Rahmen einer Asthmaschulung zeigen.
  • Nach der Inhalation unbedingt den Mund ausspülen. Zusätzlich kann man die Zähne putzen oder etwas essen, um Pilzbefall oder Heiserkeit zu vermeiden.
  • Eine Vorschaltkammer (Spacer) kann die Inhalation mit Dosieraerosolen verbessern.
  • Ein Peak-Flow-Meter hilft dabei, Verschlechterungen frühzeitig zu erkennen.
  • Bei Atemnot muss das bronchienerweiternde Notfallmedikament immer vor Ort sein. Ein Notfallplan wird zusammen mit dem Arzt erstellt und hilft bei Atemnot Ruhe zu bewahren.
  • Der regelmäßige Arztbesuch und die Teilnahme an einem Disease-Management-Programm der Krankenkassen (DMP-Asthma) sorgen für eine gute Kontrolle des Asthmas.
  • Asthmaschulungen sorgen für ein gutes Asthma-Selbstmanagement. Adressen finden Sie auf unserer Seite www.Allergie-Wegweiser.de

Wenn Sie das Gefühl haben, dass die Medikamente nicht ausreichend wirken oder wenn Sie Nebenwirkungen haben, wenden Sie sich unbedingt an Ihren behandelnden Arzt.
Nur er kann die Medikation überprüfen und individuell für Sie anpassen!

Weitere Informationen zum Thema Asthma finden Sie hier