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Cholinergische Urtikaria Wenn Schwitzen krankmacht

 /  Sonja Lämmel

Die Temperaturen liegen weit über 25 Grad. Der Sommer ist da mit all seinen Vor- und Nachteilen. Circa 10 Prozent der Bevölkerung leiden bei diesen Temperaturen unter der sogenannten cholinergischen Urtikaria (Nesselsucht), auch Schwitzurtikaria genannt. Juckreiz, Rötungen und stecknadelkopfgroße Quaddeln sind die typischen Beschwerden meist an Hals und Oberkörper.

Wenn der Körper zu warm wird

Bei dieser Form treten die typischen juckenden Quaddeln immer dann auf, wenn es zu einer Erhöhung der Körperkerntemperatur kommt. Am häufigsten ist dies beim Sport der Fall. Aber auch Aufregung, der Genuss stark gewürzter Speisen oder eine passive Erwärmung, wie z.B. durch eine heiße Dusche oder einen Saunabesuch kann Beschwerden auslösen. Die Symptome treten wenige Minuten nach Erhöhung der Temperatur auf und vergehen, wenn die Körpertemperatur wieder sinkt. Interessanterweise kommt es nach Auftreten eines Schubes häufig zu einer sogenannten Refraktärperiode, d.h. 8-24 Stunden nach dem Auftreten der Quaddeln ist ein weiterer Schub unmöglich, auch wenn die bekannten Auslösefaktoren erneut einwirken.

Diagnose und Behandlung

Die Diagnose der cholinergischen Urtikaria (ChU) erfolgt entweder durch einen Belastungstest auf dem Ergometer oder einem warmen Bad. Auch das Trinken von heißem Tee, kann Aufschluss über die Urtikaria-Form geben. So lassen sich zudem die ChU und die stressinduzierte Urtikaria unterscheiden: Wenn die Symptome durch die rein passive Erwärmung ausgelöst werden können, handelt es sich um eine cholinergische Urtikaria.

Meiden der Auslöser und Behandlung der Symptome

Das Meiden der Auslöser steht im Vordergrund der Erkrankung – so gut es eben geht. Da das nicht immer möglich ist, werden zur Linderung der Beschwerden bestimmte Antihistaminika eingesetzt, die speziell für die Behandlung der Urtikaria wirksam sind.

Zusätzlich helfen:

  • Äußerlich angewendete, beruhigende und kühlende Hautpflegeprodukte.
  • Bei starkem Juckreiz, helfen Präparate mit dem oberflächlich betäubenden Wirkstoff Polidocanol.

Wirkt die Behandlung nicht wie erwartet, ist der Weg zurück zum Hautarzt wichtig, damit die Behandlung angepasst werden kann.

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