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DAAB - Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.
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Gefahr in Park und Wald Eichenprozessionsspinner

 /  Sonja Lämmel

Die Raupen dieses Nachtfalters tragen Gifthaare, die auf der Haut und an den Schleimhäuten zu toxischen und/oder allergischen Reaktionen führen können. Die Raupennester sind in betroffenen Regionen aktuell wieder, speziell in Astgabeln von Eichen, zu finden. Die Gifthaare enthalten das Eiweißgift Thaumetopoein. Letzteres kann bei Menschen und Tieren Allergien und Hautreizungen auslösen. Durch die beim Bau der Nester verwendeten Gifthaare sind sie vor natürlichen Feinden geschützt. Die Gifthaare selbst und auch leere Puppenhüllen werden durch den Wind verfrachtet und bei Wald-, Forst- und Gartenarbeiten wieder aufgewirbelt. Die Gifthaare behalten über mehrere Jahre ihre Wirkung. In betroffenen Regionen ist es daher möglich, dass entsprechende Krankheitsfälle ganzjährig, auch außerhalb der Raupen- und Puppenperiode, auftreten.

Welche Beschwerden treten auf?
In den meisten Fällen entwickelt sich kurz nach dem Kontakt mit den Gifthaaren, Larvenhüllen oder den lebenden Raupen ein starker Juckreiz. Danach entsteht ein Hautausschlag. Die Reaktionen können unterschiedlich sein. Bei einer Papelbildung können über längere Zeit Knötchen entstehen, die Insektenstichen ähneln. Kommt es zu einer toxisch-irritativen Dermatitis entzünden sich die entsprechenden Hautbereiche, liegt eine Kontakturtikaria vor kommt es zu einer Quaddelbildung. Je nachdem wo der Kontakt mit den Gifthaaren erfolgt, kann es auch zu  Augenbindehautentzündungen und Reizungen der Atemwege kommen. Beim Einatmen der Härchen treten Anfälle von Atemnot auf. Atemwegspatienten bzw. Personen mit einem überempfindlichen Bronchialsystem sind hier besonders gefährdet. Ebenso kann auch Fieber oder Schwindel durch die Giftwirkung auftreten.

Welche Medikamente werden angewendet?
Zur akuten Behandlung der Symptome werden entzündungshemmende Präparate (Corticoide), beispielsweise bei Hautreaktionen in Form von Salben und eventuell auch antiallergische Medikamente  (Antihistaminika) eingesetzt. Bei Atemwegsbeschwerden helfen Medikamente zur Erweiterung der Bronchien und entzündungshemmende Cortisonpräparate zur Inhalation. Betroffene, die Haut- und/oder Atemwegsreaktionen zeigen, sollten einen Arzt aufsuchen. Normalerweise klingen die Symptome bei entsprechender Behandlung relativ schnell wieder ab. Beim Kontakt mit Eichenprozessionsspinnern wurde bisher nur über einen Fall einer allergischen Schockreaktion berichtet.  

 

Nach dem Kontakt:
•    Schuhe und Kleidung nicht in den Wohnbereich mitnehmen.
•    Kleider wechseln und waschen, möglichst über 60°C.
•    Duschen und Haare waschen.
•    Eventuell die Augen mit Wasser ausspülen und eine Nasendusche machen.

 

Wer entfernt Raupen und Nester?
Bei einer Gefährdung durch Raupen und deren Gespinstnester beispielsweise in Wohngebieten, in Parkanlagen oder an Kinderspielplätzen müssen Raupen und Nester entfernt werden.  Diese Arbeiten werden ausschließlich von Fachleuten mit kompletter Schutzkleidung und Atemschutz sowie mit speziellen Arbeitstechniken durchgeführt. Informieren Sie daher bei einer möglichen Gefährdung durch den Eichenprozessionsspinner die Stadt- bzw. Gemeindeverwaltung.