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Neuer Rahmenvertrag: Risiko für Anaphylaxiepatienten

 /  Marina Oppermann

Seit dem 1. Juli 2019 gibt es einen neuen „Rahmenvertrag über die Arzneimittelversorgung“ zwischen dem Deutschen Apothekerverband und dem GKV-Spitzenverband.
Für Anaphylaxie-gefährdete Patienten mit Adrenalin-Autoinjektoren (AAI) birgt dieser Vertrag mögliche Risiken.

Mit dem Kreuz auf dem „Aut idem“- Feld des Rezeptes ist es ausgeschlossen, in der Apotheke ein ähnliches Präparat mit identischem Wirkstoff zu bekommen- sprich der Patient erhält genau das Präparat, das auf dem Rezept genannt ist.
Macht der Arzt bei der Verordnung jedoch kein Kreuzchen, kann das verschriebene Medikament ersetzt werden. Der Apotheker prüft dann, ob es einen Rabattvertrag mit der Krankenkasse gibt und ob das Medikament verfügbar ist.

Das birgt Risiken:
Die drei in Deutschland erhältlichen Adrenalin- Autoinjektoren (Fastjekt, Emerade, Jext) funktionieren nämlich alle unterschiedlich. Der Patient und sein Umfeld wurden in der Regel für seinen speziellen Injektor geschult, weil es im Notfall besonders wichtig ist, dass der Autoinjektor exakt gehandhabt wird. Ist die Funktionsweise eine andere, nützt der ganze Schulungsaufwand nichts mehr.
Ein weiteres Problem entsteht, wenn keine gültige Haftungsausschlusserklärung für das spezifische Präparat z.B. in der Kita/Schule vorliegt. Dann unterbleibt im schlimmsten Fall die nötige Notfallbehandlung durch eine dritte Person, was für den Patienten lebensbedrohlich sein kann.

Die AeDA (Ärzteverband Deutscher Allergologen) und die GPA (Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie) haben bereits allen Ärzten geraten, bei der Verordnung eines AAI das „Aut idem“- Kästchen anzukreuzen. Der Gemeinsame Bundesausschuss und die gesetzlichen Krankenversicherungen wurden aufgefordert, die „Aut idem“-Regelung für Adrenalin- Autoinjektoren grundsätzlich auszusetzen.  
Auch wir vom DAAB setzen uns dafür ein, das Adrenalin-Autoinjektoren nicht beliebig ausgetauscht werden können.
Wir bleiben für Sie am Ball.
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