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DAAB - Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.
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Silvester-Feuerwerk Verzicht aus Liebe zur Gesundheit

 /  Sonja Lämmel

Für Kinder und Erwachsene mit Atemwegserkrankungen stellt das Abbrennen von Feuerwerkskörpern, speziell zum Jahreswechsel, eine gesundheitliche Belastung dar. Wenn Feuerwerkskörper abgebrannt werden, steigt die Belastung der Luft mit Schadstoffen explosionsartig an. Zu großen Teilen besteht der Feuerwerksqualm aus Feinstaub. Auswertungen des Umweltbundesamtes zeigen: Am ersten Tag des neuen Jahres ist die Luftbelastung mit gesundheitsgefährdendem Feinstaub so hoch wie sonst im ganzen Jahr nicht. Daher unterstützen wir die von vielen Seiten vorgetragene pragmatische Forderung, Pyrotechnik nur begrenzt an bestimmten Orten und zu bestimmten Zeiten zu erlauben. Dies ermöglicht den Betroffenen aktiv zu entscheiden, ob sie sich an diesem Spektakel beteiligen möchten und wenn ja in welchem Abstand dazu.

Gesundheitsgefahren

Das Einatmen von Feinstaub gefährdet die menschliche Gesundheit. Für Asthmatiker, Menschen mit Lungenerkrankungen, Kinder und ältere Menschen stellt das Abbrennen von Feuerwerkskörpern, speziell zum Jahreswechsel und bei Massenveranstaltungen, eine enorme gesundheitliche Belastung dar. Feinstaub wird in unterschiedlich große Partikel eingeteilt. Je kleiner die Partikel sind, desto tiefer können sie in die Atemwege gelangen. So kann es zu Schleimhautreizungen, zu Entzündungen an der Luftröhre oder den Lungenbläschen kommen. Die Wirkungen reichen von vorübergehenden Beeinträchtigungen der Atemwege, Asthmaanfällen bis hin zu Herz-Kreislaufproblemen.

Es wird vermutet, dass es für Feinstaub keine Schwelle gibt, unterhalb derer keine schädigende Wirkung mehr zu erwarten ist. Das bedeutet: Jegliche Reduzierung und Vermeidung von Feinstaubemissionen ist vom Gesichtspunkt der Gesundheitsvorsorge sinnvoll und empfehlenswert. Als Patientenvertreter zum Thema Allergien, Asthma und Neurodermitis setzen wir uns seit vielen Jahren für die Interessen der Asthmatiker und Menschen mit Atemwegserkrankungen ein. Wir glauben jedoch, dass ein generelles Verbot vermutlich unrealistisch ist. Ein erster Schritt in die richtige Richtung wäre eine Beschränkung der Böllerei auf bestimmte Plätzen und zu bestimmten Uhrzeiten.

DAAB-Tipp

Der Deutsche Allergie- und Asthmabund rät betroffenen Asthmatikern, Allergikern, Kindern und älteren Menschen Massenveranstaltungen auf denen Feuerwerkskörper abgebrannt werden, fern zu bleiben oder das Feuerwerk mit genügend Abstand zu betrachten. In den Städten ist zum Jahreswechsel die Belastung mit Feinstaub am höchsten. Je nach Wetterlagen kann sich der Feinstaub aber nach Mitternacht schnell verbreiten. Halten Sie Türen und Fenster geschlossen und sorgen Sie im Vorfeld für eine gute Raumluft. Verlegen Sie den Neujahrsspaziergang auf den 2.Januar und sorgen im Vorfeld dafür, dass Ihre Medikamente ausreichend verfügbar sind.

Doch was ist mit dem Rest des Jahres?

Der Deutsche Allergie- und Asthmabund bittet Sie, schauen Sie mal genauer hin! Denn das Thema Feinstaub ist zwar mit dem Diesel-Skandal und jetzt des Feuerwerks-Verbotes in aller Munde, aber die Gefahr im Innenraum ist mindestens genauso groß, wie im Freien.

Die häufigsten Feinstaubquellen für den Innenraum sind: Emissionsquellen, wie Rauchen, Kerzen, Raumbedufter, Staubsaugen ohne Feinstaubfilter, Bürogeräte, Kochen/Braten, offener Kamin.  Da im Innenraum weniger starke Verdünnungseffekte wirken, wie in der Außenluft, ist die Feinstaubbelastung in der Innenraumluft häufig höher als in der Außenluft. Wussten Sie, dass es auch natürliche Quellen in der Natur für Feinstaub gibt: Emissionen aus Vulkanen und Meeren, die Bodenerosion, Wald- und Buschfeuer sowie bestimmte biogene Aerosole − Viren, Sporen von Bakterien und Pilzen, außerdem Algen.

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