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DAAB - Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.
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Pandemie: Corona-App wird Mitte Juni erwartet

 /  Marina Oppermann

Mit Hochtouren wird an der geplanten Corona-App zur anonymen Nachverfolgung von Kontakten gearbeitet. Die Bundesregierung hat das Software-Unternehmen SAP und die Telekom mit der Umsetzung beauftragt. In der Entwicklungsphase wird Wert auf vollkommene Transparenz bei der Entwicklung dieser Anwendungssoftware für Mobiltelefone gelegt. Die Programmierung wird offen diskutiert, damit auch Hinweise zu weiteren Verbesserungen durch jeden Interessierten erfolgen können und somit auch die Akzeptanz der Corona-APP erhöht wird.

Die geplante Corona-App arbeitet mit der Anwendung von Bluetooth um den Abstand zu anderen Personen bzw. deren Handys zu messen. Im Unterschied zu einigen anderen Corona-Apps wird kein GPS-System eingesetzt. Die Tracking-App in Südkorea arbeitet mit GPS und kann also darüber auch nachvollziehen wo man sich aufgehalten hat. Dies ist bei der Verwendung von Bluetooth nicht möglich.
Das Verfahren ist anonym
Die Kontaktnachvollziehung wird anonym erreicht. Das Handy eines Nutzers sucht die gesamte Zeit in der Umgebung nach weiteren Handys, die auch die App installiert haben. Es merkt sich diese durch einen Erinnerungsschlüssel. Diese Erinnerungsschlüssel oder Codes ändern sich aber ständig. Dadurch ist nicht mehr nachvollziehbar, welche Handys sich getroffen haben. IP-Adresse, Telefonnummer oder Namen werden auf keinen Fall gespeichert. Die einzelnen Codes bleiben 14 Tage gespeichert, da die Inkubationszeit beim Corona-Virus 14 Tage beträgt.

Wenn ein App-Nutzer nun weiß, dass er sich infiziert hat, dann kann er entscheiden, ob er dies über seine App an alle Codes weitergibt, die sein Handy „getroffen“ hat. Dabei weiß man aber nicht an wen man die Information weitergibt bzw. von wem man selbst eine solche Information erhält. Diese Information zur Infektion wird auf einem Server gespeichert. Damit keine „Falschmeldungen“ erfolgen, wird hier noch eine Sicherheit eingebaut. Es ist beispielsweise ein Codeverfahren im Gespräch. Der Erkrankte wendet sich an eine befugte Stelle und erhält einen Code zur Freischaltung seiner Information auf dem Server. Jeder App-Nutzer kann auf die Server-Informationen zugreifen und somit jederzeit abgleichen, ob er Kontakt zu einem Infizierten hatte. Sollte dies der Fall sein, bekommt der Nutzer eine Empfehlung zur Quarantäne und zur vorsorglichen Testung. Es wird empfohlen sich an den Hausarzt oder das zuständige Gesundheitsamt zu wenden. Bei negativem Testergebnis kann die Selbstisolierung wieder aufgehoben werden.

Auch mit Corona-App gelten die Hygieneempfehlungen weiter

Je mehr Menschen die Corona-Warn-App nutzen, desto wirksamer wird ihr Einsatz. Aber auch bei Nutzung der App sollen die allgemeinen Empfehlungen zu den Hygienemaßnahmen unbedingt weiter eingehalten werden:

  • Abstandsregelung mindestens 1,5 Meter
  • Nicht die Hände geben
  • Husten und Niesen in die Armbeuge
  • Regelmäßiges gutes Händewaschen
  • Bedeckung von Mund und Nase in Situationen wie beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln
  • Innenräume gut lüften, das Ansteckungsrisiko ist in freier Umgebung deutlich geringer als in Innenräumen