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DAAB - Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.
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Coronavirus: Was weiß man über die Übertragungswege?

 /  Marina Oppermann

Das neue Coronavirus wird uns weiter begleiten. Viele Fragen können noch nicht ausreichend geklärt werden. Viel Forschungsarbeit ist notwendig.
Das Robert-Koch-Institut (RKI) informiert zu neuen Erkenntnissen und aktualisiert die Informationen zum Virus-Geschehen immer wieder mit wichtigen Hinweisen aus der Forschung.

Hauptübertragungswege bestehen durch Tröpfcheninfektion und Aerosole

Der Hauptübertragungsweg geschieht über die Aufnahme der Virenpartikel über die Atemwege, die beim Atmen, Husten, Sprechen und Niesen entstehen.  Dabei geschieht dies durch „Tröpfchen“, die größer als 5 Mikrometer (µm) sind aber auch durch kleinere Partikel wie Tröpfchenkerne oder infektiöse Aerosole, die kleiner als 5 Mikrometer sind.
Dazu beschreibt das RKI: „Der Übergang ist fließend, durch Austrocknung in der Luft können aus Partikeln, die in Tröpfchengröße ausgeschieden werden, Tröpfchenkerne entstehen. Beim Atmen und Sprechen, aber noch weitaus stärker beim Schreien und Singen werden vorwiegend kleine Partikel (Aerosol) ausgeschieden, beim Husten und Niesen entstehen zusätzlich deutlich mehr Tröpfchen. Neben der steigenden Lautstärke können auch individuelle Unterschiede zur verstärkten Freisetzung beitragen.“

Es gilt nach wie vor: Abstand halten!

Eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Virusexposition besteht bei nahem Kontakt mit Infizierten
und ist umso höher, wenn eine infektiöse Person besonders viele kleine Partikel (Aerosole) ausatmet und andere Personen diese besonders tief einatmen. Sie besteht zu Tröpfchen und Aerosolen in einem Umkreis von 1-2 Metern um eine infizierte Person herum. Dabei kann ein längerer Aufenthalt in kleinen und schlecht oder gar nicht belüfteten Räumen die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung durch Aerosole auch über größere Abstände von mehr als 2 Metern erhöhen.
Das RKI erklärt dazu: „Während insbesondere größere respiratorische Tröpfchen schnell zu Boden sinken, können Aerosole - auch über längere Zeit - in der Luft schweben und sich in geschlossenen Räumen verteilen. Ob und wie schnell die Tröpfchen und Aerosole absinken oder in der Luft schweben bleiben, ist neben der Größe der Partikel von einer Vielzahl weiterer Faktoren, u.a. der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit, abhängig.

 

Vorsicht beim gemeinsamem Singen
Zu den Gefährdungssituationen mit einer Anreicherung von Aerosolen, bei denen das Einhalten des Mindestabstandes ggf. nicht mehr ausreichend ist, zählt beispielsweise das gemeinsame Singen oder Sport in Innenräumen. Wird in geschlossenen Räumen über einen längeren Zeitraum gesungen, kann es zu hohen Erkrankungsraten kommen, die sonst nur selten beobachtet werden. Auch ein Fitnesskurs war Ausgangspunkt eines ähnlichen Infektionsgeschehens.

Lieber draußen sein und drinnen gut lüften
Die Aerosolkonzentration wird in Innenräumen durch einen effektiven Luftaustausch vermindert. Lüften ist daher im Innenraum wichtig. Die Virus-Übertragungen in Außenbereichen sind selten. Der Mindestabstand muss dazu aber natürlich auch draußen eingehalten werden.

Kontaminierte Oberflächen

Die Virus-Übertragung durch kontaminierte Oberflächen ist besonders in der unmittelbaren Umgebung von infektiösen Personen nicht auszuschließen. Vermehrungsfähige SARS-CoV-2-Viren können unter bestimmten Umständen in der Umwelt nachgewiesen werden. In einer Untersuchung konnten auf Kupfer nach vier und auf Karton nach 24 Stunden keine Viren mehr nachgewiesen werden. Auf Edelstahl waren die Viren bis zu 48 Stunden und auf Kunststoff sogar bis zu 72 Stunden nachweisbar. Dabei war die untersuchte Virusmenge jedoch relativ gering.
Eine Ansteckung über infektiösen Stuhl wurde bisher erst selten nachgewiesen. Dafür muss der Stuhl eines Infizierten vermehrungsfähige Viren enthalten.
Eine amerikanische Untersuchung gibt Hinweise dazu, dass SARS-CoV-2-Viren zum Teil auf Oberflächen durch das Sonnenlicht inaktiviert werden könnten. In einem Versuch wurden 90 Prozent der Viruspartikel in Speichel nach weniger als 7 Minuten inaktiviert.

 

Infizierte sind nicht immer zu erkennen

Symptomatisch Infizierte
Von großer Bedeutung sind natürlich Virus-Übertragungen durch infizierte Personen, die bereits unter Beschwerden leiden. Die Symptome können aber auch zunächst nur leicht oder kaum erkennbar auftreten wie beispielsweise Kopfschmerzen oder eine verstopfte Nase. Auf eine solche Phase mit nur leichten Beschwerden kann dann 1-2 Tage später eine Phase mit typischeren Symptomen wie Fieber oder Husten folgen.

Präsymptomatisch Infizierte
Ein beträchtlicher Teil der Infizierten kann sich vermutlich bei anderen infektiösen Personen in den 1-2 Tagen vor deren Symptombeginn anstecken. Man weiß aber bisher nicht wie groß dieser Anteil ist, da in mehreren Studien nicht oder nicht gut beschrieben wurde, wie der „Symptombeginn“ definiert war.  

Asymptomatisch Infizierte
Es gibt auch Infizierte, die zu keiner Zeit der Infektion Beschwerden entwickeln. Das bedeutet, es gibt wahrscheinlich auch Ansteckungen von Personen, die zwar infiziert und infektiös waren, aber gar nicht erkrankten. Man vermutet aber eine untergeordnete Rolle bei diesen Ansteckungen.

Empfehlung des Robert-Koch-Institutes zur Verminderung des Übertragungsrisikos

  •     Schnelle Isolierung von positiv getesteten Fällen
  •     Identifikation und frühzeitige Quarantäne enger Kontaktpersonen sowie die

AHA-Regel

  •     Abstandhalten zu anderen Personen
  •     Einhalten von Hygieneregeln und das
  •     Tragen von Alltags-Masken  

Die Literaturhinweise zu den verschiedenen Themen finden Sie beim Robert-Koch-Institut unter www.rki.de, SARS-CoV-2 Steckbrief zur Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19).