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DAAB - Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.
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In Zeiten von Corona: Grippe-Impfung

 /  Marina Oppermann

Gegen Corona gibt es derzeit noch keinen Impfstoff, gegen Grippe sehr wohl.
Im Folgenden finden Sie die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission zur Grippe-Impfung 2020/2021.

Womit wird geimpft?

Die Grippeschutzimpfung wird mit einem inaktivierten quadrivalenten Impfstoff vorgenommen. Das bedeutet, in dem Impfstoff sind vier verschiedene Virus-Stämme enthalten, die für die Impfung in der aktuellen Impfsaison empfohlen werden.
Kinder und Jugendliche im Alter von 2 bis 17 Jahren können alternativ mit einem abgeschwächten
(attenuierten) Influenza-Lebendimpfstoff (LAIV) geimpft werden, sofern keine Kontraindikation besteht. Die Kontraindikationen sind in der Fachinformation aufgeführt und sollten ärztlicherseits eingeschätzt werden. Bei Hindernissen für eine Injektion (z. B. Spritzenphobie, Gerinnungsstörungen) empfiehlt die Ständige Impfkommission den abgeschwächten Influenza-Lebendimpfstoff zu bevorzugen.

Wer soll geimpft werden?

Personen ab 60 Jahre

Alle Schwangeren ab dem 2. Drittel der Schwangerschaft(2.Trimenon, ab der 14. Woche), bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens ab dem 1. Schwangerschaftsdrittel (1.Trimenon: 1-13.Woche)

Personen ab 6 Monaten mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens

  • Chronische Krankheiten der Atmungsorgane (inklusive Asthma und COPD)
  • chronische Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten
  • Diabetes mellitus und andere Stoffwechselkrankheiten
  • Chronische neurologische Krankheiten, z. B. Multiple Sklerose mit durch Infektionen getriggerten Schüben
  • Personen mit angeborener oder erworbener Immundefizienz (Störung des Immunsystems) bzw. Immunsuppression (Unterdrückung des Immunsystems)
  • bei HIV-Infektion
  • BewohnerInnen von Alters- oder Pflegeheimen
  • Personen, die als mögliche Infektionsquelle im selben Haushalt lebende oder von ihnen betreute Risikopersonen gefährden können. Als Risikopersonen gelten hierbei Personen mit Grundkrankheiten, bei denen es Hinweise auf eine deutlich reduzierte Wirksamkeit der Influenza-Impfung gibt, wie z. B. Personen mit dialysepflichtiger Niereninsuffizienz oder Personen mit angeborener oder erworbener Immundefizienz bzw. -suppression.

Personen mit erhöhter Gefährdung

  • z. B. medizinisches Personal
  • Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr
  • Personen, die eine mögliche Infektionsquelle für von ihnen betreute Risikopersonen sind
  • Personen mit erhöhter Gefährdung durch direkten Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln

Grippeepidemie

Die Grippeschutzimpfung wird empfohlen, wenn eine schwere Epidemie aufgrund von Erfahrungen in anderen Ländern oder nach deutlichem Antigendrift (Kleine Veränderungen in der Oberflächenstruktur eines Virus) bzw. einem Antigenshift (Veränderung einer ganzen Gensequenz, neuer Subtyp des Virus entsteht) zu erwarten ist und der Impfstoff die neue Variante enthält. Hier wird entsprechend den Empfehlungen der Gesundheitsbehörden vorgegangen (Pandemiepläne der Bundesländer: www.rki.de/pandemieplanung > Pandemiepläne der Bundesländer).

Quelle: Epidemiologisches Bulletin der Ständigen Impfkommission (STIKO) vom 20.08.2020
https://edoc.rki.de/bitstream/handle/176904/6938.2/34_2020_web.pdf?sequence=1&isAllowed=y